DHB-Pokal

Kirchhofs hält beim 22:33 gegen Bad Wildungen eine Halbzeit mit

Es kam wie es normalerweise kommt, wenn ein Handball-Erstligist in der zweiten Rundes des DHB-Pokals seine Visitenkarte bei einem Drittligisten abgibt. Zumindest eine Halbzeit lang. Da legte der Favorit, die HSG Bad Wildungen, mit einem 19:8-Vorsprung die Basis zum letztlich ungefährdeten 33:22-Erfolg. Der nichtsdestotrotz dem Außenseiter aufgrund einer ausgeglichen zweiten Hälfte Mut für die kommenden Aufgaben in der Meisterschaft machte.

Melsungen - „Meine Mannschaft hat sich tapfer geschlagen“, konnte SG-Coach Negovan nach 60 Minuten mit Fug und Recht behaupten. Nach den ersten 30 nicht. Da bekam sie ihre Grenzen aufgezeigt, wurde vom Tempospiel des Nachbarn überrollt, der frühzeitig - 12:4 nach 15 Minuten - für klare Verhältnisse sorgte.

Kirchhof biss sich trotz unermüdlichen Anrennens an der starken 6:0-Deckung vor der starken Torfrau Schüpbach die Zähne aus. Und lief ohne Rückraumspielerin Greta Kavaliauskaite (für die litauische Nationalmannschaft im Einsatz) in einen Tempogegenstoß nach dem anderen, wobei sich Larissa Platen als sichere Vollstreckerin auszeichnen konnte.

Das gefiel HSG-Trainerin Bremmer: „Mit der Leistung in der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden.“ Allerdings: „Mit unserem Auftreten nach der Pause überhaupt nicht.“ Denn da spielte der Gastgeber auf einmal mutig mit, was gleich mal die quirlige Alma Leon Jean mit vier Treffern zum zwischenzeitlichen 14:22 (38.) unter Beweis stellte. „Wir haben mit viel mehr Tempo und Druck gespielt“, erklärte die Rechtsaußen die Leistungssteigerung ihrer Mannschaft.

Alma Leon Jean dreht auf

Die keineswegs darauf zurück zu führen war, dass der Gast einen Gang zurückschaltete. Nein, er wurde von einem Drittligisten gebremst, der seinen Respekt endlich ablegte und wie von Dragos Negovan in der Pause gefordert, „frei“ aufspielte. Auch Deborah Spatz und Angela Cappellaro stießen entschlossen in die Lücken der Bad Wildunger 4:2-Deckung - ein Experiment, das ziemlich daneben ging. „Wir wollten den Gegner noch früher unter Druck setzen, waren dabei aber viel zu ungeduldig“, bekannte Tessa Bremmer.

Die eingewechselte Manuela Brütsch, die zwei Siebenmeter parierte, verhinderte Schlimmeres, doch die Dominanz des Favoriten war dahin. Auch weil Kirchhofs _Abwehr viel kompakter stand, aggressiv im Verbund verteidigte und sich dahinter Torfrau Schmincke einige Male auszeichnen konnte.

Die Schlussphase gehörte sogar den Kirchhoferinnen, die sich schließlich über ein Remis (14:14) freuen konnten. In der zweiten Halbzeit.

Dynamisch durchgesetzt: Kirchhofs Alma Jaen Loro (l.) lässt hier die Bad Wildungerinnen Munia Smits (verdeckt) und Maxime Struijs (r.) stehen und erzielt einen ihrer acht Treffer.

Rubriklistenbild: © Richard Kasiewicz

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