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Kirchhofs Mini-Kader arg gefordert

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Von: Ralf Ohm

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Im Anflug: die Kirchhoferin Paulina Harder soll am Kreis die verletzte Angela Cappellaro ersetzen.
Im Anflug: die Kirchhoferin Paulina Harder soll am Kreis die verletzte Angela Cappellaro ersetzen. © Richard Kasiewicz

Vorhang auf zur Aufstiegsrunde in die 2. Handball-Bundesliga! Mit dabei und mittendrin: die SG 09 Kirchhof, die im ersten Spiel zu Hause auf die SG TSG/DJK Mainz-Bretzenheim trifft (Sa. 19 Uhr Stadtsporthalle).

Kirchhof - In zwei Vierergruppen werden die drei Teams ausgespielt, die in der kommenden Saison in der 2. Liga starten dürfen (wir berichteten). Aus dem „Außenseiter Kirchhof“ ist nach den letzten personellen Hiobsbotschaften (Cappellaro, Nygaard Ulrichsen) laut SG-Trainer Christian Denk „ein absoluter Außenseiter“ geworden. Seine Mannschaft hatte in der Hauptrunde mehr Minuspunkte als die drei Konkurrenten zusammen und stellt spätestens nach den zwei Ausfällen den mit Abstand kleinsten Kader.

„Das ist auf jeden Fall ein Nachteil“, sagt Bretzenheims Trainerin Ildiko Barna, die selbst personell aus dem Vollen schöpfen kann. Trotzdem aber Rödertal zum Favoriten erklärt: „Die Mannschaft hat die meiste Erfahrung und der Verein ist auf die 2. Liga strukturell bereits vorbereitet.“

Vorbereitung

Ein paar Tage Pause nach der Hauptrunde dienten den Kirchhoferinnen dazu, „den Kopf frei zu bekommen“ (Denk), um dann in einem Trainingslager am letzten Wochenende die Kräfte auf die kommenden sechs Spiele zu fokussieren. Und die jüngsten Ausfälle wegzustecken. Eine besondere Herausforderung für Katharina Koltschenko, die nun auf der „Mitte“ allein regiert, und Paulina Harder, die am Kreis die einzige Alternative ist. „Beide können das und sollen frei aufspielen“, sagt der SG-Coach, der eigentlich nur noch auf Linksaußen die Qual der Wahl hat. Dort will er sich kurzfristig entscheiden, ob Martina Pandza oder Marie Sauerwald anfängt. Auf Rechtsaußen ist Alma Jaén Loro gesetzt, weil Vanessa Plümer für die HSG Bad Wildungen aufläuft.

Der Gegner

Mainz-Bretzenheim spazierte mit 42:2-Punkten durch die Hauptrunde, verlor nur bei der Bundesliga-Reserve von Bayer Leverkusen, die dabei gleich auf vier Erstliga-Spielerinnen zurückgreifen konnte. „Wir haben uns schnell gefunden und eine sehr konstante Saison gespielt“, sieht SG-Trainern Barna ihre Erwartungen übertroffen.

Nun peilt die Ungarin die 2. Liga an. Mit einem breiten und ausgeglichen besetzten Kader. Die 61-Jährige hat auf jeder Position (mindestens) zwei gleich starke Optionen, dazu vier Linkshänderinnen und sechs Spielerinnen, die mehr als 50 Tore erzielt haben. „Kopf“ ist Katharina Mack (108/59), die im Angriff die Fäden zieht und in der Abwehr zusammen mit Kreisläuferin Hanna Dankwardt einen Mittelblock der Extraklasse stellt. Vor der exzellenten Torfrau Nathalie Schlesinger. „Da müssen wir auf jeden Fall die Nerven behalten, wenn es mal im Abschluss nicht so klappt“, weiß Christian Denk um dieses Bollwerk, das in der Hauptrunde im Schnitt weniger als 20 Treffer pro Spiel zuließ.

Taktik

„Wir müssen uns etwas Besonderes einfallen lassen“, erklärt der SG-Coach Christian Denk angesichts der Stärke des Gegners und des eigenen Mini-Kaders. Den „Schlüssel“ sieht er in der eigenen Abwehr, um über Ballgewinne und schnelles Umschalten zu leichten Toren zu kommen. Ein schwieriges Unterfangen, ist das Spiel der Gäste doch ziemlich breit angelegt, werden die starken Außen Linda Bach (67/0) und Josi Dingeldein bzw Jana Stolle immer wieder einbezogen, während gleichzeitig stets Torgefahr aus dem Rückraum droht.

Hoffnung

Die personellen Rückschläge haben laut Beobachtung von Trainer Denk „das Team noch mehr zusammen geschweißt“. Dazu kommt die Euphorie rund um die Mannschaft verbunden mit der Hoffnung auf entsprechende Unterstützung durch die eigenen Fans: „Das kann uns tragen.“

Natürlich ist der SG-Coac auch selbst gefordert. Als Motivator und Taktikfuchs, der vielleicht noch einen überraschenden Trumpf im Köcher hat.

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