2. Liga: Jurcevic verpflichtet

Kirchhofs Torfrau Frederikke Siggaard gibt den Mutmacher auf Abschiedstour

Geht voran: Frederikke Siggaard hinterließ bei Kirchhofs Niederlage einen starken Eindruck.
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Geht voran: Frederikke Siggaard hinterließ bei Kirchhofs Niederlage einen starken Eindruck.

Sie ist gemeinsam mit Kapitänin Diana Sabljak die dienstälteste Spielerin der SG 09 Kirchhof. Ist zu einem Gesicht des Vereins geworden. Als Energiebündel auf der Platte und Frohnatur allgemein geschätzt.

Kirchhof – Doch im Sommer trennen sich wie berichtet die Wege von Frederikke Siggaard und den Zweitliga-Handballerinnen aus dem Melsunger Stadtteil. „Keine leichte Entscheidung“, wie die Dänin betont. Weil „Kirchhof zu einem Teil von mir geworden ist. Aber ich bin nun mal Profi und suche eine neue Herausforderung.“ Wie genau die aussieht, liegt jetzt bei ihrem Berater. Hauptsache 1. oder 2. Liga. Irgendwo in Europa. Alles eine Frage des Gesamtpakets.

Denn die 24-Jährige hat nicht nur sportliche Ziele, sondern arbeitet auch gern. Derzeit fast in Vollzeit für die pharmazeutische Großhandlung Spangropharm in Spangenberg, nachdem sie eine Ausbildung als Lagerlogistikerin mit Bravour abgeschlossen hatte.

Klassenerhalt zum Abschluss als Ziel

Die Suche nach einem neuen Klub und die Verbundenheit zur SG 09 sind zwei gute Gründe, warum sich Siggaard zwingend mit dem Klassenerhalt aus Kirchhof verabschieden möchte. Dass sie seit drei Partien wieder voll im Fokus zwischen den Pfosten steht, liegt freilich an der Innenbanddehnung, die sich Nela Zuzic zuzog. Die Nummer eins, die sich mit herausragenden Leistungen für einen Vertrag bei Erstligist Bayer Leverkusen empfahl.

Von Spiel zu Spiel steigerte sich Siggaard. Zeigte gegen Zwickau ihre stärkste Saisonleistung. Da war sie von Beginn an auf Betriebstemperatur. Hielt gegen die Ex-Bad Wildungerin Petra Nagy (4.), war nach einem Gegenstoß von Senkrechtstarterin Hausherr zur Stelle (8.) und parierte auch gegen deren starkes Pendant Rebeka Ertl (16.). Kurzum: was gegen den Spitzenreiter zu entschärfen war, machte sie zunichte.

Mehr noch: Frederikke Siggaard schwang sich zu einem Anker auf. Peitschte ihre jungen Mitspielerinnen nach vorne, gab ihnen Mut. Kein negatives Wort, ausschließlich Zuspruch. „Ich habe versucht, die Mädels zu motivieren. In der jetzigen Situation ist es wichtiger denn je, dass wir wieder mehr an uns glauben, um die Klasse halten zu können.“ Deswegen war sie mit ihrer eigenen Leistung durchaus zufrieden, „doch glücklich bin ich nur, wenn wir gewinnen“. Dazu bieten sich ihr und der SG 09 noch acht Gelegenheiten, ehe die dänische Frohnatur im Sommer ein neues Kapitel in ihrer Karriere aufschlagen wird.  

Zorana Jurcevic als neue Torfrau geholt

Manchmal geht’s ganz schnell: Am Mittwoch das erste Telefonat, zwei Trainingseinheiten – und schon saß Zorana Jurcevic als Ersatztorfrau der SG 09 Kirchhof im Zweitliga-Spiel gegen Zwickau auf der Bank.

„Zorana strahlt Ruhe aus, pariert gut von Außen und spielt starke Pässe“, liefert SG-Coach Martin Denk einen ersten Eindruck über die 25-Jährige. Ein Transfer mit Weitblick, denn nach über einem Jahr ohne Einsatz war die Kroatin zwar sofort verfügbar, benötigt aber Zeit. Zuletzt spielte sie bei Landesligist HSG Eibelshausen/Ewersbach, bewies jedoch schon Klasse bei der HSG Rodgau Nieder-Roden in der 3. Liga.

Seit 2015 spielt sie in Deutschland. Bis dahin reifte sie bei RK Tresnjevka Zagreb – im gleichen Verein wie Nela Zuzic, wegen deren Verletzung und der beiden Kreuzbandrisse bei Alicia Schmincke und Lisa-Marie Rehbein aus dem Juniorteam sie nun geholt wurde. (Sebastian Schmidt)

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