Was war da denn los?

Künftiger Gensunger Maxim Schalles erlebt Sternstunde für den TBV Lemgo im Derby

Da lassen sie ihn hochleben: Maxim Schalles (oben) wurde nach dem 29:27 des TBV Lemgo gegen GWD Minden von Fynn Hagestein (Nummer 18), Isaias Guardiola (7), Andrej Kogut (5) und Christian Herz (40) gefeiert.
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Da lassen sie ihn hochleben: Maxim Schalles (oben) wurde nach dem 29:27 des TBV Lemgo gegen GWD Minden von Fynn Hagestein (Nummer 18), Isaias Guardiola (7), Andrej Kogut (5) und Christian Herz (40) gefeiert.

Die Handballer des Drittligisten ESG Gensungen/Felsberg können sich auf die kommende Saison freuen. Denn mit Rechtsaußen Maxim Schalles hat ein Neuzugang für den TBV Lemgo sogar Klasse in der 1. Bundesliga bewiesen.

Niedervorschütz – Der Sport treibt in der Pandemie mitunter seltsame Blüten. Da muss ein gesamtes Team für zwei Wochen in Quarantäne und hat anschließend nur fünf Tage Zeit bis zum nächsten Spiel in der 1.  Bundesliga. Muss zudem auf gleich zehn Stammkräfte verzichten, weil sich sieben Profis weiterhin in häuslicher Isolation befinden und drei weitere verletzt sind.

Darunter alle vier Flügelspieler. Die Lösung des TBV Lemgo: Rückraumspieler Fynn Hangstein versucht sich als Linksaußen, Maxim Schalles rückt aus der zweiten Mannschaft auf. Der 21-Jährige aus Niedervorschütz, der ab Sommer für Drittligist ESG Gensungen/Felsberg wirbeln wird.

Erstes Fernseh-Interview bei Sky

Was war da denn los? „Das war eine große Ehre für mich und ist ganz gut gelaufen“, gibt sich Schalles bescheiden. Dabei löste er seine Aufgabe mit Bravour. Am 29:27 (14:14) im Ostwestfalen-Derby gegen GWD Minden war er mit vier Treffern beteiligt. Lediglich zwei seiner sechs Versuche wurden zur Beute von Torwart Malte Semisch. Für Lemgo war dies der vierte Sieg in Serie. Nur noch einen Punkt liegt das Team von Florian Kehrmann als Tabellenzehnter hinter der MT Melsungen. Da staunte Schalles nicht schlecht, als ihn Geschäftsführer Jörg Zereike nach Abpfiff zu sich zitierte – um ihn sein erstes Fernseh-Interview bei Sky zu ermöglichen.

Klar, dass das Handy des Rechtsaußen nicht still stand. „Als ich in die Halle eingelaufen bin, hatte ich Gänsehaut. Ich wusste zwar seit Dienstag, dass ich im Kader bin, hätte aber nicht gedacht, dass ich beginnen darf“, sagt der Linkshänder. Doch Coach Kehrmann, einst selbst Rechtsaußen, Weltmeister und dreifacher Handballer des Jahres, sowie der reaktivierte Kreisläufer Christoph Theuerkauf, der 57-fache Nationalspieler, der seit kurzem Nachwuchskoordinator des TBV ist, nahmen Schalles sämtliche Nervosität. „Unbeschwert“ sollte er auftreten. Sich „keine Gedanken“ darüber machen, dass er in seinem 20. Bundesligaspiel den formstarken Lukas Zerbe, den Neffen von Europameister Volker Zerbe, und den niederländischen Auswahlspieler Bobby Schagen allein ersetzen muss.

2018/19 schnupperte Schalles erstmals Erstliga-Luft

„Die Mannschaft hat es mir leicht gemacht und mich gut einbezogen. Es war fast wie immer“, betont Schalles, der als Nachwuchsmann in der Saison 2018/19 schon 19 Mal Erstliga-Luft für Lemgo schnuppern durfte. Und dabei immerhin drei Tore (alle gegen Flensburg) warf. Nun also deren drei aus dem Eck und einen per Tempogegenstoß.

Nicht ausgeschlossen, dass er sich auch am Samstag in Coburg beweisen darf. Das hängt davon ob, wann Zerbe und Schagen zurückkehren. Fit ist er, weil er mit Drittligist Lemgo II seit März wieder im Training ist. Ansonsten hätte er bis zum Sommer nur noch Freundschaftsspiele, weil die Bundesliga-Reserve weder für den Ligapokal (wie Gensungen) noch die Aufstiegsrunde gemeldet hat.

Vorbild Jan-Hendrik Walther

Apropos Gensungen: Das 29:29 der ESG in Rodgau verfolgte er am Samstag zur Einstimmung auf seinen Bundesliga-Einsatz im Livestream. Und freut sich bereits darauf, wenn er künftig die Nummer 87 in Anlehnung an sein Vorbild Jan-Hendrik Walther in der Kreissporthalle präsentiert. Dann sogar als ostwestfälischer Derbysieger. (Sebastian Schmidt)

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