Flügelspielerinnen im Fokus

Dransfelder SC geht als Favorit ins Derby

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Für den Dransfelder SC erfolgreich: Neuzugang Tabea Schormann

In der Frauenhandball-Landesliga steht das Nachbarschaftsderby zwischen dem Dransfelder SC und dem SV Schedetal Volkmarshausen im Fokus (Samstag, 18.30 Uhr, Lange Trift.).

Was spricht für die einzelnen Mannschaften?

Eines steht fest: Wenn das Spiel über die Strafwürfe entschieden werden sollte, hätte der SVS wohl keine Chance: Das Team hat in dieser Kategorie mit 59 Prozent die schlechteste Quote der Liga. bereits 23 Siebenmeter wurden verworfen (DSC: 12). Die Dransfelder Heimstärke (noch keine Niederlage) spricht ebenfalls für die Gastgeberinnen.

Der SV Schedetal Volkmarshausen scheint im Vergleich zur vergangenen Saison hinzugelernt zu haben. Dafür spricht die Torquote: Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres mit nur 19 Treffern im Schnitt, ist der SVS nun deutlich gefährlicher (25,9 Tore pro Spiel). Das spricht für eine Weiterentwicklung. Schon im zweiten Derby der Spielzeit 2018/19 zeigte sich, dass das Team in diesem Duell auch überraschen kann (Endstand: 21:21). Und das zurückliegende Wochenende hat eher dem Selbstvertrauen des SVS geholfen (31:21-Sieg) als dem des DSC, der mit 23:25 unterlag.

Was hat sich gegenüber der vergangenen Saison geändert?

Der DSC trennte sich noch vor der Saison von Trainer Sebastian Flechtner. Nach einem Intermezzo von Vorstandsmitglied Andreas Dallügge übernahm am dritten Spieltag der Rosdorfer Lennart Pietsch das Team. Bisher setzte er bereits 21 Spielerinnen ein. Die Dransfelderinnen brauchen auch einen großen Kader, denn die Fluktuation von Spieltag zu Spieltag ist beachtlich: Lediglich Tabea Schormann war jedes Mal im Einsatz.

Auch beim SVS gibt es mit dem gebürtigen Hamelner Lars Koltscynski einen neuen Coach. Er löste Michael Orlob ab. Da der Kader zu klein ist, wurden schon sieben Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft und sechs A-Jugendliche eingesetzt. Damit kommt der SVS sogar auf 28 Spielerinnen.

Wie unterscheiden sich die Mannschaften in der Spielweise?

Der DSC hat Vorteile im ruhigen Aufbau, da seine Spielerinnen im Schnitt deutlich erfahrener sind und sehr oft die richtigen Entscheidungen treffen. Häufig werden die Kreisläuferinnen gesucht, die meistens erfolgreich abschließen. Dank Steffi Kaufmann im Tor, eine der besten Schlussfrauen der Liga, kann der DSC auch das Konterspiel forcieren. Beim SVS hängt im Angriff vieles von Linksaußen Michelle Weise ab, obwohl sich auch der Rückraum gesteigert hat. Prinzipiell müssen Tore aber härter erkämpft werden.

Wer sind die besten Torjägerinnen?

Michelle Weise vom SVS liegt mit 67/6 Toren auf Platz zwei der Liga-Torjägerliste. Dransfelds Tabea Schormann, ebenfalls auf dem linken Flügel zu Hause, folgt in der Landesliga-Rangliste auf Platz fünf (56/24) und ist als Siebenmeterspezialistin bekannt. Außerdem reagiert sie bei erster und zweiter Welle extrem handlungsschnell.

Was gibt es zu den Trainern zu sagen?

Beide sind noch sehr jung. Dransfelds Trainer Lennart Pietsch (29), der schon mit 21 als Aktiver aufhören musste, hat aber Erfahrung auf hohem Niveau: Er trainierte die Frauen der HG Rosdorf/Grone erfolgreich in der Oberliga. Bei den Männern war er zunächst Co- und später Trainer der Oberligamannschaft.

SVS-Coach Lars Koltscynski (26) trainierte zuvor unterklassig beim VfL Hameln und des TV Bodenwerder. Aktuell coacht er neben dem SVS die Frauen des SV Alfeld in der Regionsliga. Beide Trainer bevorzugen eher die leisen Töne. Aufbrausend erlebt man sie selten.

Was sagen die Trainer vor dem Derby am Samstag?

Lennart Pietsch (DSC): „„Schedetal kommt mit sehr viel Selbstvertrauen und man darf sie nicht unterschätzen. Wir haben am letzten Spieltag eine Niederlage kassiert, dafür wollen wir uns am Samstag rehabilitieren. Das wird nicht einfach für uns. Derbys haben einen eigenen Charakter und das bewahrheitet sich immer wieder.“

Lars Koltscynski (SVS): „Ich hoffe, die Halle wird stimmungstechnisch brennen. Klar sind wir Außenseiter, aber ich rechne mir trotzdem etwas aus. Wir müssen unser Herz in die Hand nehmen und mit der gleichen Einstellung wie im Spiel gegen Eintracht Braunschweig vorgehen.“

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