Verein hofft, trotzdem zwei Mannschaften melden zu können

Handballerinnen der HSG Rhumetal ziehen sich aus der Landesliga zurück

Die hiesige Handballregion wird in der Saison 2021/2022 nur noch durch die Reserve des Northeimer HC in der Landesliga der Frauen vertreten sein.

Katlenburg - Nach dem sportlichen Abstieg der 2. Mannschaft der HSG Plesse-Hardenberg zieht nun die HSG Rhumetal ihre 1. Mannschaft aus der Handball-Landesliga zurück, wie Alexandra Ehrlich, 2. Vorsitzende der HSG, gegenüber der HNA bestätigte.. Diese schwere Entscheidung hätte sich spätestens im März herauskristallisiert.

Die Notwendigkeit des Rückzuges ergab sich in erster Linie aus einer immer schwieriger werdenden Personalsituation. Einige Spielerinnen werden das Rhumetal studienbedingt verlassen, andere hängen ihre Handballschuhe - vorerst - an den berühmten Nagel. Die Rückkehr einer tragenden Säule wie Johanna Diedrich steht nach ihrem zweiten Kreuzbandriss in den Sternen. Dazu kommen weitere personelle Fragezeichen, die sich frühestens im Herbst klären lassen. Auch Trainerin Tanja Wilfer steht für die neue Spielzeit nicht mehr zur Verfügung.

Als „Sterben auf Raten“ bezeichnet Alexandra Ehrlich die aktuelle Situation, in der man schon mal die eine oder andere Träne verdrücken kann. Schließlich waren Rhumetals Handballerinnen über Jahrzehnte eine Institution in der Landesliga. „Es geht natürlich eine Ära zu Ende“, sagt Ehrlich, selbst über einen langen Zeitraum eine feste Größe im HSG-Team. Aber überraschend käme die Entwicklung nicht.

„Es hat sich ja angekündigt. Wir spielen seit Jahren um den Klassenerhalt. Am Ende der Saison 2019/2020 hat uns der coronabedingte Abbruch gerettet. Dann kamen junge Spielerinnen aus Osterode zu uns. Sonst hätten wir diese Entscheidung wohl schon früher treffen müssen. Es konnte auf Dauer einfach nicht gut gehen.“ Und immer wieder nach dem letzten Strohhalm greifen zu müssen, in dem erfahrene, ehemalige Spielerinnen einspringen, mache keinen Sinn. „Im Nachwuchsbereich gab es in den letzten Jahren einfach zu große Löcher. Das fällt uns nun auf die Füße.“

Wie geht es weiter mit dem Frauenhandball bei der HSG Rhumetal? Man plant bei der Spielgemeinschaft, trotz aller personellen Probleme im September erneut mit zwei Mannschaften in die neue Serie zu gehen. Durch die bisherige Reserve hat man einen Startplatz in der Regionsoberliga sicher. Das 2. Team, sollte es denn zustande kommen, würde in der Regionsliga auflaufen. Vorausgesetzt, die Handballregion Süd-Niedersachsen kann ihren Spielbetrieb nach einem Re-Start in Form und Umfang in gewohnter Weise wiederaufnehmen. Daran hat aber nicht nur Alexandra Ehrlich Zweifel. „Man weiß ja gar nicht, was in der Nach-Corona-Zeit noch übrig ist. Nach einer so langen Pause wird es um ein Vielfaches schwieriger werden, alle wieder zurückzuholen. Man muss abwarten, wie es weitergeht.“

Das gilt natürlich nicht nur für die Verbände und Regionen, sondern zuallererst für die Vereine im Allgemeinen und die HSG im Besonderen. 15 bis 25 Spielerinnen bilden die aktuelle Kaderliste. Das zeigt, wie groß die Unwägbarkeiten im Rhumetal derzeit sind. „Da ist noch viel Bewegung drin. Zu- oder Absagen bekommt man derzeit kaum. Auch Wechsel sind noch möglich“, beschreibt Alexandra Ehrlich die schwierige Situation. Die wird noch dadurch verkompliziert, dass man sich aktuell nicht mal eben zusammensetzen kann, um Dinge Auge in Auge zu besprechen und zu klären.

Sollten zwei HSG-Teams gemeldet werden, ist zunächst ein gemeinsamer Trainingsbetrieb unter der Leitung von Alexandra Ehrlich geplant. Um ihre Belastung zu verringern, wird man sicher noch personelle Unterstützung anheuern müssen. Erfreulich ist der Umstand, dass mit Marie Behrens eine aktive Spielerin zur Besetzung der vakanten Position der Frauenspielwartin gewonnen werden konnte. Ebenfalls positiv: Nach derzeitigem Stand wird es in der nächsten Saison auch wieder eine weibliche A-Jugend der HSG Rhumetal geben.

„Wir brauchen einen Neuaufbau und wünschen uns perspektivisch eine Rückkehr in die Landesliga. Aber das wird dauern“, rechnet Ehrlich mit einem langen und steinigen Weg hin zu den guten, alten Zeiten.  (Andreas Schridde)

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