Handball-Landesliga: Ein Punkt in Wanfried wäre für Koch & Co. verdient gewesen

Aufopferungsvoller Kampf

Stehaufmännchen: Christian Koch überzeugte und steckte auch drei Wirkungstreffer an den Kopf weg. Foto: Gerlach/nh

Wanfried. Das klingt schon ein bisschen widersinnig. Da verlieren die Landesliga-Handballer der TG Rotenburg mit 27:30 (12:12) beim bereits abgestiegenen VfL Wanfried - und dann sagt ihr Trainer Uwe Mäusgeier frei von jeder Ironie: „Ich bin stolz darauf, was wir hier erreicht haben.“

Wer das Spiel gesehen hat, wird ihm allerdings nicht widersprechen. Denn die personelle Misere der Rotenburger hatte am Samstag ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Mit sieben Feldspielern und zwei Torhütern waren sie angereist. Nach dem Warmmachen signalisierte der am Knie verletzte Tomas Pankiewicz, dass er passen muss. Damit blieb Christian Koch als einziger Keeper übrig. Zusammen mit sechs Vorderleuten. Denn der siebte, Boze Balic, konnte wegen einer Oberschenkelzerrung nicht laufen. Er kam nur aufs Feld, um als Siebenmeterschütze den fehlenden Marcus Einhorn zu ersetzen.

Sieben Aufrechte

Das hieß: Die sechs verbliebenen Aufrechten vor Torwart Koch mussten durchspielen gegen die zuletzt erstarkten Wanfrieder. Und sie machten das Beste aus ihrer misslichen Lage. „Wenn wir mit voller Kapelle da gewesen wären, hätten wir unser schnelles Spiel aufziehen können“, sagte Uwe Mäusgeier. Ihm war bekannt, dass die Wanfrieder beim Zurücklaufen nicht die Flinksten sind. Aber ohne reguläre Wechselmöglichkeit lässt sich nicht durchweg ein hohes Tempo vorlegen. Wenn die TGR aber aufs Gaspedal trat, hatte sie prompt Erfolg damit.

So entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, aus dem die Gäste notgedrungen immer wieder die Geschwindigkeit herausnahmen. Über 5:5 (15.) und 10:10 ging es weiter bis zum 12:12-Pausenstand. In der 20. Minute mussten die TGR-Trainer auch noch ihre Abwehr umstellen, nachdem Chrisian Eimer seine zweite Zeitstrafe erhalten hatte. Weil die dritte ihn zum Zuschauen verurteilt hätte, rückte er vom Zentrum auf den Flügel.

Dass die Rotenburger sogar mit 22:20 (45.) und kurz darauf mit 23:21 führten, hatten sie auch dem klasse haltenden Christian Koch zu verdanken. Der stand seinen Kollegen in Sachen Kampfgeist in nichts nach. Dreimal ging er nach Kopftreffern zu Boden, schüttelte sich kurz und machte unverdrossen weiter.

Nach 50 Minuten stand die Partie beim 25:25 immer noch auf des Messers Schneide. Und dort blieb sie auch bis zur 54. Minute. Dann kassierte Martin Denk seine dritte Zeitstrafe.

Handball aus dem Stand

Boze Balic füllte das Team zwar auf, musste sich wegen seiner Zerrung aber auf Standhandball beschränken. Weil zugleich seinen Mitstreitern die Kräfte schwanden, konnte sich der VfL Wanfried absetzen. „Schade“, meinte Uwe Mäusgeier, „wir hätten die Punkte wegen unseres Kampfgeistes verdient gehabt.“

So blieb der TGR nur der Trost, das schönste Tor des Tages erzielt zu haben: Martin Denk war es mit einem beidhändigen Dreher gelungen.

TGR: Koch, Pankiewicz (n.e.)- Eimer (3), Teichmann (2), Denk (3), T. Balic (4), Golkowswki (8), D. Holl (2), B. Balic (5/5).

Von Thomas Walger

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