TGR bietet MT-Reserve über weite Strecken Paroli

Taucht frei am Melsunger Kreis auf: TG Rotenburgs Rückraumschütze Boze Balic. dem vier Treffer beim 24:30 gegen die MT-Reserve gelangen. Foto: Walger

Rotenburg. Viereinhalb schwache Minuten reichen den Melsunger Landesliga-Handballern, um bei der TG Rotenburg die Weichen auf Sieg zu stellen.

Die TGR ist mit einer 24:30 (11:16)-Heimniederlage gegen die MT Melsungen II in die Saison gestartet. Über weite Strecken bot sie dabei dem heißen Titelkandidaten Paroli und holte sich vor der Tribüne den verdienten Schlussapplaus ihrer Anhänger ab.

Die Gäste, in Bestbesetzung angetreten, schafften es jedenfalls lange nicht, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Das Team von TGR-Trainer Robert Nolte fand immer wieder geeignete spielerische Mittel, um den 6:0-Abwehrblock der MT zu überwinden. Das lag nicht zuletzt an den Neuzugängen Jendrik Janotta und Martin Harbusch, die den Aktionen der Rotenburger auf der Rückraummitte Tempo und Struktur gaben, was auch ihrem Coach gefiel.

Lediglich mit 10:11 lag die TGR in der 26. Minute zurück. Alle schienen sich auf eine spannende zweite Halbzeit freuen zu können. Doch noch waren ja viereinhalb Minuten bis zur Pause zu spielen. Und in denen zog die MT II davon. Dabei nutzte sie unnötige Ballverluste konsequent aus und erzielten fünf Treffer in Folge.

Diese Schwächephase war auch für Robert Nolte der Knackpunkt in dieser Partie. Daran konnte auch der kroatische Torwart Drazen Cica nichts ändern, den die TGR-Verantwortlichen angesichts der Verletzungsmisere auf dieser Position kurzfristig aus dem Hut gezaubert hatten. Er trat in der 23. Minute beim Stand von 8:10 für den zuvor ordentlich haltenden Alexander Dick zwischen die Pfosten.

Nach dem Seitenwechsel ließen die Rotenburger ihren Rückstand zunächst nicht weiter anwachsen. Alle zeigten großes Engagement, doch dem Gegner näher kamen sie auch nicht. Das hatte drei Gründe. Der erste: Sie bissen sich an Melsungens Keeper Fabian Meyfarth die Zähne aus. Der lieferte eine Parade nach der anderen. Und hatte auch noch das Glück des Tüchtigen, denn mehrfach rettete der Pfosen, wenn er geschlagen war. Der zweite Grund: Eugen Gisbrecht. Der Mann mit der Rückennummer 34 tauchte immer im richtigen Moment am richtigen Platz auf, um den Ball im TGR-Tor zu versenken. Elfmal tat er das. Der dritte Grund: Maximilian Pregler. Er warf nicht nur in der Deckung seinen wuchtigen Körper in die Waagschale, sondern auch in der Offensive. Acht Tore steuerte er zum verdienten Auswärtssieg bei.

Beim Stand von 15:24 (45.) drohte der TGR sogar ein kleines Debakel, doch die Mannschaft wehrte sich weiter nach Kräften. Mit Erfolg. Als Simon Golkowski in der 52. Minute auf 22:27 verkürzte, keimte auf den Rängen sogar ein wenig Hoffnung auf. Und wer weiß? Hätte Jan-Oliver Holls Heber sein Ziel gefunden und zum 23:27 eingeschlagen, vielleicht wären die Melsunger ja ein bisschen nervös geworden. Doch die konnten sich auf Gisbrecht verlassen, der in der 55. Minute mit dem 22:28 alle Restzweifel an einem Erfolg der MT-Reserve zerstreute.

Während Robert Nolte viel Positives erkannt hat und seine TGR gut vorbereitet auf die schwere Saison sieht, stellte Rückkehrer Martin Harbusch fest: „Ich habe das Gefühl, dass überall noch zehn Prozent gefehlt haben - in der Abwehrarbeit, in der Absprache und in der Chancenverwertung. Sonst hätten wir das Spiel gegen diese clevere, abgeklärte MT noch ausgeglichener gestalten können.“

TG Rotenburg: Cica, Dick - Harbusch (2), Einhorn (4/1), Gerlich (1), Debus (4), Tomislav Balic (4), Golkowski (2), Boze Balic (4), Ebenhoch, Daniel Holl (2), Jan-Oliver Holl, Janotta (1).

Schiedsrichter: Czmok/Radewald)

Zuschauer: 250

Von Thomas Walger

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