Deckung ist eine Frage der Einstellung

Frei zum Wurf kamen die Rotenburger so gut wie nie: In der Abwehr leisteten die Dittershäuser Schwerstarbeit. Diesen Abschluss von Stefan Rotenburg konnten sie aber nicht verhindern. Foto: Walger

Rotenburg. TGR-Trainer Robert Nolte war nach der Heimniederlage gegen die TSG Dittershausen bedient. Für Gästecoach Sead Kurtagic war die Handball-Welt dagegen endlich wieder mal im Lot.

Sichtlich deprimiert stand TG Rotenburgs Trainer Robert Nolte Minuten nach Spielende mit dem Rücken an die Wand des Kabinenganges gelehnt und schwieg erst einmal lange. Die Vorstellung seiner Landesliga-Handballer hatte ihm zugesetzt. Soeben hatten sie eine unerwartete 29:32 (11:16)-Heimniederlage gegen Kellerkind TSG Dittershausen kassiert.

Dann sprach Robert Nolte doch. „Deckung ist Einstellungssache“, sagte er. Und die richtige Einstellung vermisste er. Schon in der Vorbereitung auf dieses Heimspiel hatte der Coach gewarnt und orakelt: „Wenn wir auf ein, zwei Positionen nicht die nötige Spannung haben, können wir gegen jeden Gegner in dieser Landesliga verlieren.“ Auf den prompten Beweis seiner These hätte er nur zu gern verzichtet.

Deutliche Worte gefunden

„Wenn ich Moritz Gerlach für sein schnelles Spiel den Raum lasse, den er braucht, mich auf sechs Meter hinten reinstelle, dann halte ich ihn nicht auf. Man muss Deckung spielen und seiner Mannschaft helfen wollen, auch wenn man als Torschütze mehr Anerkennung bekommt“, kritisierte Robert Nolte und fügte an: „Ich habe eben in der Kabine dazu schon deutliche Worte gefunden. Es soll keiner glauben, dass es für uns leicht wird in der Landesliga.“

Die Teams, die in der unteren Tabellenhälfte um den Klassenerhalt kämpfen, würden alle Kräfte mobilisieren - so wie die Dittershäuser am Samstag. Und so geriet die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte für ihren Halblinken Moritz Gerlach zum Triumph. Selbstredend war er mit seiner persönlichen Leistung zufrieden. Und mit der seiner gesamten Mannschaft.

„In der Deckung und bei den Torhütern hatten wir keine Probleme - bis jetzt hatte es bei uns im Angriff gehapert“, sagte er, „aber heute nicht. Wir waren gut auf die TGR-Abwehr eingestellt.“ Von allen Positionen strahlte die TSG Torgefahr aus. Achtmal traf der starke Rechtsaußen Jan-Thorben Kessler, nur übertroffen von Rückraum-Shooter Heiner Brede, der zehn Würfe im TGR-Kasten versenkte.

„Uns hat im Angriff oft die Effektivität gefehlt“, sagte TSG-Trainer Sead Kurtagic. Diesmal war er mit seinen Schützlingen zufrieden: „Wir haben flüssig und schnell gespielt.“

Er sprach von einem verdienten Erfolg seiner TSG. Schließlich hätte sie das ganze Spiel über geführt. Dittershausens Trainer war froh, nach einigen unglücklichen Niederlagen in den Vormonaten nun mit einem Sieg ins neue Jahr gestartet zu sein. „Das ist für uns ganz wichtig.“

Dass ein Erfolg aber nicht reicht, die Klasse zu halten, machte er nach lobenden Worten noch in der Kabine lautstark klar: „Wir müssen jetzt dranbleiben in den nächsten drei Monaten. Spiel für Spiel.“

Jetzt geht’s zum TVH

Und die TGR? Sie wird sich steigern müssen. „Am Samstag geht’s zum TV Hersfeld. Da wäre ich gern mit breiter Brust hingefahren. Aber wir wissen auch, dass wir es besser können“, schloss Robert Nolte.

Von Thomas Walger

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