Analyse: Warum der TSV Ost-/Mosheim nach 14 Jahren aus der Handball-Landesliga absteigen muss

Der Fall eines Traditionsvereins

Banger Blick: Die Ost-Mosheimer (von links nach rechts) Daniel Kinnback, Björn König, Adrian Barbura, Matthias Helferich, TSV-Trainer Mario Lubadel und Amine Remus während einer Auszeit in der Partie beim HSC Landwehrhagen. Foto: Brandenstein

Ost-Mosheim. Die 18:25 (6:6)-Niederlage der Handballer des TSV Ost-/Mosheim beim HSC Landwehrhagen markiert das Ende einer Ära. Nach 14 Jahren steigt der TSV aus der Landesliga ab.

Das Endspiel

Die Voraussetzungen waren klar: Nur ein Sieg gegen Landwehrhagen hätte das Team vor dem Abstieg bewahrt. Dabei musste es nicht zu diesem Endspiel kommen. Doch gegen Hofgeismar/Grebenstein (24:25) und Baunatal (24:26) ließ der TSV unnötig Punkte liegen.

Die Partie selbst war das Spiegelbild einer ganzen Saison. Ohne den verletzten Torjäger Florian Kusiek und Spielmacher Amine Remus fehlte den Hochländern die ordnende Hand in der Offensive und die Durchschlagskraft aus der zweiten Reihe. Im Angriff verließen sich zu viele Spieler auf die Fähigkeiten von Philip Bachmann, anstatt selbst Verantwortung zu übernehmen. Zudem blieben die Außen Wojtek Lalek und Adrian Barbura wirkungslos.

Andererseits setzte das Team die Vorgaben des Trainergespanns Mario Lubadel und Harald Birk nicht um. „Die Außen bekommen keinen Ball“, war die entscheidende Anweisung, der die Mannschaft nicht folgte. Und so HSC-Linksaußen Marc Adam mit neun Treffern zum Matchwinner avancieren ließ.

Tore: Harbusch 2, Otto 2, N. Bachmann 3, Barbura 1, Helferich 5/4, P. Bachmann 5.

Die Gründe

Mit Spielmacher Remus fehlte die gesamte Saison der Kopf der Mannschaft. Dazu gesellten sich im Laufe der Saison die Ausfälle von Kusiek, Abwehrspezialist Sebastian Wicke, Söhnke Elbeshausen, Yannic Neurath und Torben Schröder. Auch auf Spielmacher Nico Bachmann konnte das Team erst im letzten Saisondrittel zurückgreifen. Zwar bemühte sich TSV-Coach Lubadel ständig um Ersatz - Elbeshausen wurde ebenso wie Andreas Neurath reaktiviert - zudem debütierte der junge Linksaußen Adrian Kriegisch aus der zweiten Mannschaft. Aus der „Dritten“ rückte Matthias Helferich auf und für die letzten Partien gelang es, Neuzugang Jan-Hendrik Otto einzusetzen. Dennoch waren die Ausfälle nicht zu kompensieren. Nur drei Punkte erspielte sich das Team in der Hinrunde, wobei besonders die 24:36-Heimpleite gegen Mitabsteiger Fuldatal für Entsetzen sorgte. Im neuen Jahr gelangen der Sieben vier Siege in Folge. Doch die Aufholjagd kam zu spät.

Als Tabellenelfter hätte die Lubadel-Sieben die Klasse eigentlich gehalten. Seine Tragik bezieht der Abstieg des Traditionsvereins daraus, dass er nur notwendig wurde, weil mit dem TSV Vellmar aus der Oberliga ein weiterer nordhessischer Verein absteigt.

Die Zukunft

Die Mannschaft hat zugesagt, trotz des Abstiegs zusammen zubleiben. „Ich nehme jetzt die Spieler in die Pflicht. Wir wollen wieder aufsteigen, aber das wird nicht einfach“, erklärte TSV-Coach Lubadel noch am Samstag. Auch das Trainergespann hat für die kommende Saison zugesagt. Inzwischen rumort es aber im Verein. „Wir überlegen beide, ob wir diese Zusage noch einhalten können, wegen des Umgangs mit der Situation“, erklärte Lubadel. „Der Verein hat nur eine Zukunft, wenn man vernünftig mit dem Abstieg umgeht.“ Unruhige Zeiten also im Hochland.

Von Marcel Glaser

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