Das Jahr 2015 brachte für die heimische Handball-Szene viel Erfreuliches, aber auch einen Abschied

Flaggschiff TGR I bleibt auf Kurs

Nach Auswärtsspielen herrschte in der Kabine der Rotenburger Handballer oft Jubel. Dieses Bild entstand im November nach dem Erfolg in Grebenstein. Foto: nh

Rotenburg. Was war los im Handball des Altkreises Rotenburg 2015? Eine Menge. Viel Erfreuliches, aber auch weniger Erfreuliches. Und beides geliefert von nur einer Mannschaft, der TG Rotenburg II.

Das Team von Trainer Frank Hofmann hat erfrischenden Handball gespielt. Schnell, begeisternd, für den Gegner verwirrend, aber auch für den Fotografen. Es war nicht ganz einfach, dem Kombinationswirbel mit dem Auge der Kamera zu folgen.

In der Rückrunde hat sich dann allerdings schon abgezeichnet, dass dieses Team eine ungewisse Zukunft haben würde. Die Spieler Stefan Sangmeister, Jonas Troch, Daniel Troch und Fabian Schmitt hatten bereits angekündigt, dass sie aufhören würden. Wegen Studiums oder Berufs lag ihr Lebensmittelpunkt nicht mehr in Waldhessen, also zogen sie einen Schlussstrich.

Fabian Degenhardt wäre weiter gependelt, die massive Abwanderung seiner Mitspieler ließ ihn aber umdenken. Zumal mit Stefan Ebenhoch und Florian Schmidt zwei weitere Leistungsträger der Reserve in den Landesliga-Kader zur Ersten abwanderten. Auch Trainer Frank Hofmann hatte sich früh entschieden, aufzuhören.

Damit war das starke Team, das seinen Anhängern so oft Freude bereitet hatte, zerfallen. Es sagte am 1. Mai standesgemäß Servus mit einem 41:26-Kantersieg über den TV Neuhof.

Der Trost kommt aus dem eigenen Klub: Denn die Landesliga-Handballer der TG Rotenburg sorgten weiterhin für Spektakel in der heimischen Großsporthalle. Sie spielten eine richtig gute Saison 2014/15, die sie mit 31:21 Punkten direkt hinter dem Kreisrivalen TV Hersfeld beendeten. Das Trainerduo Robert Nolte/Uwe Mäusgeier hatte es geschafft, die TGR aus dem Kampf um den Klassenerhalt gänzlich herauszuhalten und sie stattdessen hinter der Spitzengruppe zu etablieren.

In diesem Stil sollte es in der neuen Saison mit unverändertem Personal eigentlich weitergehen. Doch die Vorbereitungsphase verlief holprig. Robert Nolte kündigte schon vor dem Start an, dass sein Team die ersten Punktspiele dazu nutzen müsse, sich erst einmal einzuspielen. Und dann schlug auch noch das Verletzungspech zu. Nach Phillip Debus erwischte es auch noch Boze Balic und Torwart Florian Schmidt. Alle drei fielen langfristig aus.

Diese Gemengelage wirkte sich negativ aus. 3:9 Punkte standen nach sechs Partien zu Buche. Dann aber platzte der Knoten. Fünf Siege in Folge gelangen der TGR, denen drei Unentschieden folgten, unter anderen gegen die Top-Teams HSG Baunatal und TV Hersfeld. Das war wieder die alte TGR in der Rolle der Drama-Queen. Kein Spiel gab sie verloren, bei Rückständen gingen die Köpfe nicht runter.

In der Handball-Bezirksoberliga der Männer fuhr die HSG Werra WHO in der ersten Jahreshälfte auf der Überholspur. Mitte April gelang ihr der zehnte Sieg hintereinander - und auf einmal war sogar der Aufstieg in die Landesliga ein Thema.

Hoffnung bis zuletzt

Erst recht, als im Verfolgerduell gegen Flieden ein 35:31-Erfolg gelang. Selbst vor dem letzten Spieltag durften Trainer Jörg Fischer und seine Jungs noch hoffen. Doch das unglückliche 32:33 bei Meister Eschwege ließ den Traum von der Relegationsteilnahme platzen. An mangelnder Unterstützung von den Rängen hatte es nicht gelegen. Die WHO war mit zwei Bussen und vielen Pkw angereist.

Die neue Saison lief schleppend an für Fischer und Co. Doch mittlerweile hat die Mannschaft Fahrt aufgenommen und lässt hier und da Erinnerungen an das Hoch im Frühling wach werden.

Von Thomas Walger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.