Handball-Landesliga: TGR muss ihren Gegner vor der Kür zunächst niederringen

Gekämpft und gespielt

Jan-Oliver Holl spielt seit Wochen auf hohem Niveau: Das trifft sich gut. Denn wegen des Fehlens von Tomislav Balic und der Verletzung von Phillip Debus hätten die TGR-Trainer keine weitere Alternative am Kreis. Foto: Walger

Rotenburg. Mit acht Feldspielern schlugen sich die Landesliga-Handballer der TG Rotenburg wieder bravourös. Wie schon in den vergangenen Wochen. Doch am Samstag gab es einen entscheidenden Unterschied.

Diesmal belohnten sie sich für ihre große Einsatzbereitschaft. Sie gewannen ihr Spiel auch. Und sie landeten sogar ihren höchsten Heimsieg in der Saison. Mit 34:24 (14:12) schickten sie die HSG Zwehren/Kassel auf die Heimreise und zugleich wohl auch runter in die Bezirksoberliga.

Es war allerdings ein zähes Ringen für die TGR. Die Gäste wehrten sich entschlossen gegen den drohenden Abstieg, kämpften um ihre letzte realistische Chance. In Florian Wasmann hatten sie zudem einen Keeper, der sich alle haltbaren Würfe griff - und von dieser Sorte gab es in der ersten Halbzeit nicht wenige.

Die dezimierten Rotenburger nahmen den Kampf von der ersten Minute an. Für Handball-Ästheten fiel zunächst wenig ab.

Mit dem 4:3 gelang Daniel Holl die erste Führung für die TGR (8.). Nach dem sofortigen Ausgleich leisteten sich die Gastgeber im Angriff zwei Ballverluste, die sofort be-straft wurden (4:6, 9.). Doch Daniel Holl schlug in seiner stärksten Phase sofort zurück und glich mit zwei Treffern wieder aus (12.).

Die Führung wechselte hin und her. In der 23. Minute traf der starke Jannik Käse zum 9:11. TGR-Trainer Robert Nolte reagierte, brachte Luca Teichmann und stellte ihn dem Zwehrener Spielmacher auf die Füße. Das zeigte Wirkung. Der mit großer Spielfreude aufwartende Marcus Einhorn (2), Luca Teichmann, Martin Denk und Moritz Gerlach brachten die Rotenburger gegen den nun konfus wirkenden Abstiegskandidaten mit 14:11 in Front - damit, so sollte sich nach der Pause zeigen, war der Grundstein gelegt.

Nach dem Wechel blieben die Gäste bis zur 33. Minute (16:14) dran. Doch nun setzten die Rotenburger zum Zwischenspurt an und setzten sich bis auf 19:14 (37.) ab. Jonas Troch aus der zweiten TGR-Mannschaft, der diesmal aushalf, erledigte nicht nur seinen Part in der Defensive zuverlässig, sondern trug sich sogar vierfach in die Torschützenliste ein. Überhaupt war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, mit der die TGR aufwartete. Keiner fiel ab.

Aber einer fiel mal wieder auf: Kreisläufer Jan-Oliver Holl. Auch Robert Nolte spendierte ein Sonderlob: „Er spielt seit Wochen auf hohem Niveau. Er setzt gute Sperren, und seine Tore bereitet er sich oft selber vor.“ Das sieht das TGR-Eigengewächs, ganz bescheiden, etwas anders: „Ich bin auch abhängig von Anspielen, und die kommen richtig gut.“ Seine Nebenleute würden ihn suchen, sagt er. Und er profitiere davon, dass er momentan große Spielanteile erhält, weil Tomislav Balic, sein Kollege am Kreis, fehlt.

Das Timing stimmte

Und dann weist Jan-Oliver noch auf einen am Samstag wichtigen Faktor hin: „Das Timing bei unseren Spielzügen ist richtig gut.“ Das verschaffte ihm und seinen Nebenleuten gerade in Hälfte zwei den nötigen Platz, um kontrolliert abzuschließen. Man kann es auch mit Robert Noltes Worten sagen: „Wir haben es geschafft, deren 6:0-Deckung in Bewegung zu bringen. Das war entscheidend.“ Und so kamen nach der Pause auch die Freunde der feineren Klinge noch auf ihre Kosten.

TG Rotenburg: Pankiewicz, Koch - Eimer (3), Einhorn (9), Teichmann (2), Denk (3), Golkowski (2), Gerlach (2), D. Holl (5), J.-O. Holl (4), Troch (4).

SR: Höhl/Morres (SV Rosbach); Zuschauer: 180.

Von Thomas Walger

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