Die Jungen als Matchwinner

Handball-Landesliga: Förtsch und Kromm stehen ihren Mann im Derby gegen die TGR

Sie freuen sich über den Sieg: Die Hersfelder Kai Hüter (links) und Marc Förtsch. Foto:  Wenzel

Bad Hersfeld. Noch lange nach Spielschluss war das Foyer der Bad Hersfelder Geistalhalle am Samstagabend gut gefüllt. Das Derby der Handball-Landesliga zwischen dem TV Hersfeld und der TG Rotenburg – den beiden besten Mannschaften unseres Kreises – war mit dem 29:25-Sieg der Gastgeber zwar sportlich eine recht eindeutige Angelegenheit, lieferte aber dennoch genügend Gesprächsstoff.

Die beiden Roten Karten gegen die Hersfelder Köpke und Kemmerzell, die Verletzung von Rotenburgs Martin Denk, der drei Zähne einbüßte, sowie die fragwürdige Leistung des Schiedsrichter-Duos Hau/Kremser gaben Anlass zu Diskussionen. Robert Nolte, der mit Uwe Mäusgeier das Rotenburger Trainerduo bildet, stellte fairerweise klar: „Wir können und wollen die verdiente Niederlage nicht auf die Schiedsrichter schieben. Es waren auf beiden Seiten einige fragwürdige Entscheidungen dabei.“

Denk unterstellt keine Absicht

Und fair zeigte sich auch Rotenburgs Martin Denk, der trotz seiner schweren Verletzung durchzog und sich in den Dienst der Mannschaft stellte. „Ich unterstelle Kemmerzell keine Absicht. Aber Fakt ist, dass er mich im Gesicht trifft und ich nicht gefallen bin und dabei meine Zähne verloren habe“, sagte Denk. Stattdessen habe er nach dem Treffer auf den Beinen gestanden und erst gar keinen Schmerz gespürt. Teamkollege Phillip Debus habe ihn dann darauf aufmerksam gemacht, dass Zähne fehlten.

Der Spielmacher der TGR suchte nach dem Spiel noch einen zahnärztlichen Notdienst auf, um sich versorgen zu lassen. „Die wirklichen Schmerzen kamen erst am Sonntag“, berichtet der 31-Jährige.

Um Hersfeld ernsthaft in Bedrängnis bringen zu können, hatten Rotenburgs Spielmacher und seine Teamkollegen am Samstagabend zu wenig zu bieten. Spielerisch war das wenig durchschlagskräftig, was sich die Rotenburger gegen die wache 6:0-Deckung der Gastgeber um die starken Torhüter Kai Hüter und Stefan Fohr einfallen ließen.

Und so waren es in der ersten Halbzeit hauptsächlich die Siebenmeter von Marcus Einhorn sowie in der zweiten Halbzeit die Treffer von Rechtsaußen Stefan Ebenhoch und die Paraden von Jan Schuster, die die TGR im Spiel hielten.

Der TVH hatte in diesem Derby gleich einige personelle Rückschläge zu verkraften – und meisterte das scheinbar ohne Probleme. Lars Matthiessen war nicht rechtzeitig da, weil sein Zug Verspätung hatte. Niklas Hampe, der auf der Mitte beginnen durfte, kugelte sich schon früh die Schulter aus. Dann kassierten Köpke (17. Minute) und Kemmerzell ihre Roten Karten (36.). Und so schlug die Stunde der jungen Jonathan Kromm (19) und Marc Förtsch (21), die in der zweiten Halbzeit zu großer Form aufliefen.

Gleich Selbstvertrauen getankt

„Es ist super gelaufen. Mein erster Wurf war gleich drin, das hat mir Selbstvertrauen gegeben. Wenn man die Chance bekommt, vor einer solchen Kulisse zu spielen, dann muss man was riskieren“, meinte Förtsch. Und so gab es nicht nur Lob vom eigenen Trainer, sondern auch von Robert Nolte. „Kromm und Förtsch waren für mich die Matchwinner“, meinte er.

Von Sascha Herrmann

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