Handball-Landesliga: Leidenschaftliche Fliedener einen Tag nach der Kür gegen Melsungen niedergerungen

Ein hartes Stück Arbeit für die TG

Erleichterung nach Erfüllung der schwierigen Pflichtaufgabe: Daniel Holl, Simon Golkowski und Sascha Köhler bedanken sich beim Publikum für die wichtige Unterstützung beim ersten Heimsieg über tapfere Fliedener. Foto: Walger

Rotenburg. Als die Schlusssirene ertönte und den 31:26 (15:9)-Erfolg über den TV Flieden besiegelte, war das eigentlich ein besonderer Moment für die Landesliga-Handballer der TG Rotenburg. Sie hatten nämlich damit den ersten Heimsieg der laufenden Saison eingefahren.

Doch ihr Jubel hielt sich in Grenzen. Da machte sich schon eher Erleichterung breit, die beiden Punkte behalten zu haben. Denn die waren hart erkämpft gegen den Aufsteiger, der nun mit 0:14 Zählern ganz tief im Keller steckt, während die Rotenburger mit 8:8 ein ausgeglichenes Konto vorweisen können.

Zwei Heber zum Abschluss

In der 58. Minute hatten die Fliedener durch Christoph Häußel auf 28:26 verkürzt. Es war ihr dritter Treffer in Folge von der Rechtsaußenposition. In diesem Moment schien die Partie wieder auf Messers Schneide zu stehen - aber es sollte der letzte Treffer des tapferen Gastes an diesem Abend bleiben. Im Gegenzug erhöhte Simon Golkowski auf 29:26. Zwei Heber von Marcus Einhorn und Sascha Köhler führten schließlich zum 31:26-Endstand.

Minuten später sprach TG Rotenburgs Trainer Robert Nolte von Wellen im Spiel seiner Mannschaft. Für das Auf und Ab während der 60 Minuten hatte er auch plausible Erklärungen: „Für die Fliedener ist jedes Spiel ein Endspiel. Und sie wussten, dass wir am Freitag gegen Melsungen gespielt hatten und dass wir bisher zu Hause noch nicht viel gerissen hatten.“

Mit anderen Worten: Obwohl ersatzgeschwächt angereist, witterte der Gast seine Chance. Er kämpfte verbissen um sie. Das imponierte Robert Nolte: „Die haben viel Leidenschaft gezeigt und gut in unsere Nahtstellen gespielt.“

Der schöne 15:9-Pausenvorsprung, den sich die TGR erst kurz vor dem Wechsel mit vier Toren in Folge gesichert hatte, schmolz im zweiten Durchgang flugs auf 15:13 (35.) zusammen. Zwar setzten sich die Rotenburger zwischenzeitlich wieder auf 20:15 (40.) ab, doch das nächste Wellental ließ nicht lange auf sich warten. In der 51. Minute stand es nur noch 24:22, und wegen einer Zeitstrafe gegen Christian Eimer gerieten die Hausherren auch noch in Unterzahl.

Die sollte sich nicht als Nachteil erweisen, denn sie stachelte die Rotenburger nur auf. Die fighteten jetzt aufopferungsvoll. Gleich nach dem ersten Ballgewinn nahm Robert Nolte eine Auszeit. Erschwor sein Team noch einmal ein und nahm zugleich den Fliedenern ihren Rhythmus.

Gnadenlos zugeschlagen

Die schwächelten plötzlich, was die TGR gnadenlos nutzte. Sascha Köhler, Moritz Gerlach und Jan-Oliver Holl erhöhten auf 27:22 (54.). Das war die Basis für den Arbeitssieg.

Das Fazit von Jan-Oliver Holl brachte das Spiel aus Rotenburger Sicht auf den Punkt. „Manchmal reichen auch 80 Prozent“, sagte er, grinste und entschwand Richtung Kabine. Die fehlenden 20 Prozent hatte die TGR am Vorabend gegen die MT Melsungen auf dem Parkett gelassen.

TG Rotenburg: Pankiewicz (1.-60.), Pontow - Eimer, Einhorn (10/3), Teichmann, Denk (3/1), Köhler (3), T. Balic (1), Golkowski (5), B. Balic (2), Gerlach (1), Ebenhoch (1), D. Holl (1), J.-O. Holl (4).

SR: Zapke/Diegeler (TSV Wollrode); Z: 222

Von Thomas Walger

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