Was war denn da los? Verrückte letzte Sekunden bei Zwehrens 21:20-Erfolg

Christian Hartung lässt in Schlussphase die Halle beben

Kein Durchkommen: Hier wehrt Zwehrens Christian Hartung (links) Wanfrieds Alexander Hobbe ab. Später wurde Hartung zum Helden. Foto: Schachtschneider

Kassel. Fünf Sekunden sind noch in der Handball-Landesliga zwischen der HSG Zwehren/Kassel und dem VfL Wanfried zu spielen, als die Strafe von Zwehrens Thilo Brückner ausläuft.

Er nimmt den Steilpass von Christian Hartung auf, doch zum Abschluss kommt er nicht, denn Wanfrieds Torhüter Philipp Palme zieht die Notbremse mit der Schlusssekunde. Die Entscheidung: Rote Karte und Siebenmeter beim Stand von 20:20. Vier Siebenmeter hatten die Gastgeber zuvor erhalten, nur einen davon verwandelt.

„Normalerweise hätte ich den werfen sollen. Aber dann kam Christian Hartung zu mir uns sagte, dass er den auf seine Kappe nimmt“, fasst Zwehrens Kapitän Thilo Umbach die Schlusssekunden zusammen. Nach kurzer Beratung nimmt Hartung den Ball und hämmert ihn flach zum umjubelten 21:20 (8:12) ins Netz.

„Das war heute Abstiegskampf pur“, brachte es Zwehrens Trainer Harald Meißner auf den Punkt. Im Duell des Drittletzten gegen das noch punktlose Schlusslicht waren es vor allem die Abwehrreihen, die überzeugten, sodass es nach sieben Minuten 2:1 für die Hausherren stand. Danach aber verlor Zwehren etwas die Ruhe. Immer wieder verhedderten sich die Gastgeber in Einzelaktionen, Wanfried zog auf 9:5 davon. „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt. Fünf Treffer in 25 Minuten sind einfach zu wenig“, sagte Meißner. Zwar wurden es bis zur Pause acht Tore, aber Wanfried führte dennoch mit vier Treffern.

Danach kamen die Hausherren besser ins Spiel. „Die Jungs waren unzufrieden mit ihrer Leistung in der ersten Hälfte. Man hat gemerkt, dass sie unbedingt gewinnen wollten“, erzählt Meißner.

Gegen immer ratlosere Gäste zeigte die HSG fast unbändigen Kampfgeist. Kein Ball wurde verloren gegeben und wenn Wanfried mal zum Wurf kam, hatte Zwehren in Florian Wasmann einen überragenden Rückhalt im Tor.

Nach dem Ausgleich zum 15:15 (45.) durch Kapitän Thilo Umbach wurden die Gäste aber wieder forscher. Mit drei Tempogegenstößen drehten sie die Partie nochmals zu ihren Gunsten – 20:18, zwei Minuten vor Spielende und mit einem Mann mehr auf dem Feld sollte doch nichts mehr anbrennen.

Aber Zwehren kam zurück, glich eine Minute vor dem Ende in Unterzahl durch Christian Hartung aus. Statt den ersten Punktgewinn zu feiern, setzte Wanfried auf Sieg und passt den Ball ins Seitenaus. Einwurf für die HSG. Hartung passt auf Brückner. Der Rest ist Geschichte.

Zwehren: Wasmann 18/3, Diederich (n.e). - Rittmeier 1, Mügge 1, Brückner, Hohenstein (n.e.), Hartung 6/1, Cammann (n.e.), Käse 5/1, Stingel 3, Kapischke 1, Ringleb 1, Umbach 3.

Von Max Seidenfaden

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