Hektik, ein bisschen Blut und ein Punkt für jeden

Er musste eine Menge einstecken: TG Rotenburgs Rechtsaußen Stefan Ebenhoch, der eine gute Partie ablieferte. Foto: Walger

Rotenburg. Das Kreisderby zwischen den Landesliga-Handballern der TG Rotenburg und des TV Hersfeld erregte auch nach dem Abpfiff noch die Gemüter.

Wenn ein Handball-Spiel 23:23 (11:11) ausgeht, wie dieses heiß umkämpft, dann hätte es leicht auch einen Sieger geben können. „Dann hätte aber der Glücklichere gewonnen“, gab Uwe Mäusgeier zu bedenken. Das hätte ihm nicht gefallen, und so freundete sich der TGR-Trainer schnell mit dem Ergebnis an.

DIE Dramaturgie

Das fiel TVH-Coach Dragos Negovan schon schwerer. „Wir waren näher dran an einem Sieg“, spielte er auf die 9:5- und 14:11-Führungen aus der 20. und 35. Minute an. Und natürlich auf die letzte Minute. Die war gerade angebrochen, da traf Andreas Krause zum 22:23 für den TVH. Als noch 37 Sekunden auf der Uhr standen, nahm das TGR-Trainerduo Nolte/Mäusgeier eine Auszeit.

Die TGR fand danach aber keine Lücke. Dann waren noch acht Sekunden zu spielen. Jetzt signalisierte Rotenburgs Boze Balic den Schiedsrichtern seelenruhig, dass der Ball feucht sei. Die Unparteiischen hielten die Uhr noch einmal an. In der allerletzten Sekunde wird Stefan Ebenhoch gefoult, es gibt Siebenmeter, den Moritz Gerlach zum 23:23 verwandelt.

Dass Dragos Negovan nach diesem Ende vergebenen Großchancen nachtrauert, ist verständlich. Das tut mit gleichem Recht aber auch TGR-Torwart Tomas Pankiewicz. Lange Zeit hatten beide Angriffsreihen meist geduldig gespielt, bis sie in den starken Deckungsverbänden doch mal eine Lücke entdeckten. Doch gegen Ende wurden Tore zur Mangelware - was wohl auch der zunehmenden Hektik geschuldet war. In der 52. Minute hatte Luca Teichmann zum 22:21 für die TGR getroffen, zu Beginn der 60. Minute stand beim 22:22 gerade mal ein Tor mehr zu Buche. Viele Gelegenheiten blieben da ungenutzt.

Im Duell der beiden Torhüter behielt übrigens diesmal Pankiewicz die Nase vorn. Hersfelds Keeper Kai Hüter hatte zwar anfangs gerade den Außen das Leben mit gutem Stellungsspiel schwer gemacht, als die aber damit begannen, den Hünen mit Lupfern zu überlisten, wusste er kein Gegenmittel. „Ich bin heute überhaupt nicht richtig reingekommen“, gab der sonst meist überragend haltende Hüter zu.

Die Deckungsverbände

Sein Gegenüber Tomas Pankiewicz hätte sich noch etwas mehr Unterstützung seiner Vorderleute gewünscht: „Unsere Abwehr war heute nicht so gut wie in den letzten Wochen. Wir haben in der Mitte zu viele Fehler gemacht.“ Das sah sein Coach Uwe Mäusgeier ähnlich: „Das Übergeben und Übernehmen hat nicht immer geklappt.“

Das nutzte in erster Linie der fünffache TVH-Torschütze Andreas Krause, der die unverstellten Wege immer wieder gedankenschnell erkannte. Auf der anderen Seite glich das Moritz Gerlach aus, der mit schnellen Bewegungen einige Male gekonnt an den Kreis entwischen konnte und dann ganz cool gegen Hüter abschloss.

Die Prise Härte

Dass das Derby mit harten Bandagen geführt wurde, forderte die Schiedsrichter. Negovan fühlte sich und sein Team von ihnen benachteiligt. In zwei Szenen hätte er sogar Rote Karten gegen Rotenburger erwartet. „Meine Spieler haben geblutet. Und es gab nicht mal zwei Minuten.“

Doch auch die Gastgeber mussten einstecken. Gleich zweimal blieben bei Angriffen zeitgleich Stefan Ebenhoch und Daniel Holl heftig getroffen am Boden liegen. Uwe Mäusgeier nahm all das ganz gelassen: „Die harten Handballspiele sind nicht die schlechtesten - die sind nach meinem Geschmack.“

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