Handball: „Hochinteressante Partie“

Rotenburgs Trainer schätzt Korbach und Melsungen II vor Topspiel ein

Zwei prägende Spielerpersönlichkeiten: Mark Potthof (TSV Korbach, links) und Mario Schanze (MT Melsungen, Foto unten). Fotos: Kasiewicz

Korbach/Melsungen. Die Augen in der Handball-Landesliga Nord der Männer richten sich am Sonntag nach Melsungen: Dort empfängt ab 17 Uhr die Reserve der MT den TSV Korbach zum mit Spannung erwarteten Spitzenspiel.

Einer, der beide Klubs gut kennt, ist Robert Nolte, denn der Trainer der TG Rotenburg hat mit seinem Team in dieser Saison bereits gegen Korbach und Melsungen gespielt. Für uns schätzt er beide Mannschaften ein.

Die Ausgangslage

Die Gäste können mit breiter Brust anreisen, denn sie feierten zuletzt sieben Siege in Folge, darunter auch gegen Spitzenteams wie Alsfeld und die HSG Baunatal. Derzeit steht der TSV mit 14:2 Punkten auf Rang eins, nur ein Spiel hat er verloren gleich – den Saisonauftakt gegen Noltes Rotenburger (22:23). Melsungen ging als Titelfavorit Nummer eins in die Saison. Allerdings handelte sich das Team bereits zwei Niederlagen ein: in Hersfeld (31:40) und am vergangenen Wochenende in Alsfeld (25:29). Mit 12:4 Punkten rutschte die MT vom ersten auf den vierten Rang ab. Klar ist: Verliert Melsungen nun auch gegen Korbach, wäre es im Titelkampf ein empfindlicher Rückschlag. „Melsungen wird hochmotiviert sein, vor allem nach der Niederlage in Alsfeld“, glaubt Robert Nolte, der aber auch weiß: „Korbach ist die Mannschaft der Stunde und will die Serie halten.“

Die Torhüter

Nolte sieht beide Vereine gleich gut aufgestellt. „Melsungen hat mit Stefan Gröning und Fabian Meyfarth zwei herausragende Torhüter. Aber Korbach verfügt mit Ivan Blagus und Patrick Fingerhut über ähnliche Torwarttypen.“

Noltes Fazit: Kein Team ist in Sachen Torwart im Vorteil.

Die Abwehr

Die nackten Zahlen sprechen für Korbach, das 218 Treffer in acht Spielen kassiert hat. Melsungen fing sich 13 Tore mehr ein. Nolte weiß: „Melsungen ist nicht bekannt dafür, eine super Deckung zu spielen. Die leben davon, vorne Tore zu machen.“ Korbach verfüge dagegen mit Florian Ochmann über einen Spielertrainer, der zu den besten Deckungsspielern der Region zählt. Nolte: „Der Angriff gewinnt zwar Spiele, die Deckung aber Meisterschaften.“

Noltes Fazit: Ein Vorteil für Korbach.

Der Angriff

Beim Thema Angriff schnalzt Nolte mit der Zunge. „Da trifft das Beste in der Liga aufeinander.“ Auf Korbacher Seite die erfahrenen Spieler wie Mark Potthof, Jan Pollmer und Florian Ochmann, dazu das laut Nolte „Juwel“ Dave Alscher. „Auch Robert Müller, Benjamin Buchloh und Finn Hujer sind nicht zu verachten“, so der Rotenburger Coach. Bei Melsungen sticht dagegen der ehemalige Torschützenkönig der Regionalliga heraus: Mario Schanze, der allerdings seit Wochen mit einer Wadenverletzung angeschlagen ist. „Dazu kommen im Rückraum beispielsweise Shooting-Star Merlin Kothe oder Jannis Kothe“, so Nolte. Und: Die Bundesligareserve verfügt mit Peter Hruby über den besten Kreisläufer in der Liga. Aber: „Kreisläufer leben davon, dass sie auch Bälle bekommen“, so Nolte, der hinzufügt: „Das können in Melsungen nicht alle.“

Noltes Fazit: Insgesamt ist die MT im Vorteil.

Die Bank

Auch hier verfügen beide Teams über einen ähnlich breit besetzten Kader. „Da hat sich viel getan bei Korbach“, so Nolte, der aber auch unterstreicht: „Wenn sich beim TSV einer der Spieler aus der ersten Sieben verletzt, merkt man das schon.“ Melsungen sieht Nolte insgesamt ein wenig besser besetzt – allerdings nur, „wenn alle da sind“.

Noltes Fazit: Tritt Melsungen komplett an, ist das Team im Vorteil.

Der Favorit

Nolte tippt auf eine „hochinteressante Partie“. Selber kann er es nicht verfolgen, da seine Rotenburger am gleichen Tag ab 15.30 Uhr in Zwehren auflaufen. „Wenn beide Teams komplett sind und 100 Prozent geben, könnte der Heimvorteil für Melsungen sprechen“, glaubt Nolte. Für ihn sind zwei Dinge entscheidend: „Die Fragen sind, ob Mario Schanze auflaufen kann und ob Korbach gut in die Rückzugsbewegung kommt. Wenn der TSV das schafft und die schnellen MT-Angriffe unterbindet, dann hat das Team eine Chance.“

Von Thorsten Spohr

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