Er lief sogar in der zweiten Liga auf

Handballer Sven Hinz spielt das letzte Mal für HSG Fuldatal/Wolfsanger

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Abwehrbollwerk: An Sven Hinz war in 30 Jahren Handball im Mittelblock nur schwer vorbeizukommen.  

An diesem Wochenende wird in der Handball-Landesliga die Saison beendet. Dabei spielt die HSG Fuldatal/Wolfsanger heute um 18 Uhr gegen den VfL Wanfried. Eigentlich eine Partie, in der es um nichts mehr geht. Nicht ganz, zum letzten Mal wird sich Abwehrrecke Sven Hinz das Trikot eines Spielers überstreifen.

Mit sechs Jahren hat der Sachse mit Handball angefangen, mit 50 hört Hinz, den viele seiner Weggefährten „Vadder“ rufen, jetzt auf. Mit im Team der HSG Fuldatal/Wolfsanger wird heute Hinz‘ Sohn Marek stehen, der vor kurzem 17 Jahre alt wurde.

Erinnerungen

An seinen ersten Titel kann sich Sven Hinz nicht mehr genau erinnern. „Das ist zu lange her, das wird wohl eine Bezirksmeisterschaft mit der Jugend der BSG Einheit Mutzschen gewesen sein“, sagt Hinz. In Erinnerung ist Hinz aber noch, dass er viermal Berufsschulmeister wurde, obwohl er nur drei Jahre die Berufsschule besuchte. „Mein Bruder Ronny spielte in der Mannschaft, und über ihn kam ich schon vor der Ausbildung zum Einsatz.“ 1985 kam Sven Hinz dann zur zweiten Mannschaft des SC Leipzig, die in der DDR-Liga spielte und deren Trainer Siegfried Voigt war. Der hatte als Torhüter 1980 in Moskau mit der DDR den Olympiasieg geholt.

Die Wende

Sven Hinz hat den Schritt Richtung Landwehrhagen nie bereut. „Ich bin damals sehr gut aufgenommen worden“, sagt er. „Es war alles wie Familie, so wie ich es von daheim gewohnt war. Wir haben von Anfang an hier gelebt.“ Und es gibt noch etwas, an das sich Hinz in diesem Zusammenhang erinnert: „Als ich 1990 im Herbst in meiner Heimat geheiratet habe, überraschte mich die Mannschaft mit ihrer Anwesenheit. Und der Landwehrhagener Shanty-Chor war auch mit dabei. So etwas vergisst man nicht.“

Höhepunkte

Zweifellos die Aufstiege mit den Mannschaften, in denen Hinz spielte. Beim HSC Landwehrhagen war es sogar der Weg von der Kreis- bis in die zweite Liga. Es waren aber auch die vielen Pokalerfolge, die man mit dem HSC Landwehrhagen über höherklassige Mannschaften landen konnte.

Enttäuschungen

Natürlich gab es auch herbe Niederlagen, die nicht zu den Glanzstunden zählten. Aber am meisten wehgetan hat Sven Hinz der Rückzug der Landwehrhagener Mannschaft aus dem Spielbetrieb im Frühjahr 2016 nach dem Abstieg aus der Landesliga. „Da war plötzlich alles weg“, sagt Hinz.

Zukunft

„Wie das ohne Handball laufen soll, weiß ich noch nicht genau“, sagt Hinz. „Das wird sich entwickeln.“ Auf jeden Fall will sich der 50-Jährige in naher Zukunft erstmal intensiv um seinen Garten kümmern, „das hatte ich schon immer vor.“ Und irgendwann will Hinz auch wieder was mit Handball machen: „Der hat bisher mein Leben mit bestimmt, und es hat eigentlich immer Spaß gemacht.“ Co-Trainer wäre ein Einstieg in die Zeit nach dem aktiven Handball, den sich Hinz gut vorstellen könnte.

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