Korbach verspielt erneut drei-Tore-Führung

Korbach. Eine gefühlte Niederlage - so muss man das 31:31 (20:13)-Unentschieden zwischen dem TSV Korbach und der MSG Hainzell/Großenlüder in der Handball-Landesliga Nord werten.

Dabei brachten es die Kreisstädter wie vor zwei Wochen in Melsungen fertig, einen drei-Tore-Vorsprung in den letzten 90 Sekunden zu verspielen. Die Gründe für den völlig unerwarteten Punktverlust waren vielschichtig. Zum einen wechselte der TSV angesichts eines neun-Tore-Vorsprungs in der zweiten Hälfte (27:18, 41.) nahezu die komplette Mannschaft aus. Dadurch kam es zum Bruch im Spiel.

Viel zu spät reagierte das Trainerteam auf der Bank. „Ich habe zu lange gewartet, um wieder zu korrigieren“, gab auch Christopher Stuhlmann ehrlich zu. Zum anderen verloren dann die Spieler der ersten Garde in der Schlussphase komplett die Cleverness. Nach einer Hainzeller Auszeit in der Schlussphase kassierte zunächst Dave Alscher übermotiviert eine überlüssige Zeitstrafe, Hainzell verkürzte auf zwei Tore.

Anstatt den Ball nun einfach in den eigenen Reihen zu halten, suchte Mark Potthof per Einzelaktion die Entscheidung und scheiterte am Torhüter. Der Gast nutzte dies und verkürzte 20 Sekunden vor dem Ende auf 30:31. Und wieder das gleiche Bild: Anstatt die verbliebene Zeit herunter zu spielen, warf Benjamin Buchloh auf das Tor - Pfosten.

Den folgenden Tempogegenstoß verwertete Lukas Dimmerling - und sorgte für fassungslose Gesichter bei den Gastgebern. „Das darf uns nicht passieren“, wusste auch Spielertrainer Florian Ochmann. Seine Mannschaft hatte die Partie zuvor 40 Minuten lang kontrolliert. Trotz zahlreicher Zeitstrafen, die das im ersten Abschnitt viel zu kleinlich leitende Schiedsrichtergespann in einer eigentlich fairen Partie verteilte, warf der TSV bis zum Seitenwechsel eine 20:13-Führung heraus.

Alles sah nach einem ungefährdeten Heimsieg aus, zumal der TSV bis zur 41. Minute mit 27:18 weiter sicher in Front lag. Doch dann folgten die letzten 19 Minuten - die den Gast doch noch jubeln ließen. „Das war ein ganz verrücktes Spiel“, sagte Hainzells Spielertrainer Janos Zinn. „Korbach war fast über das gesamte Spiel dominierend und wir waren die klar Schlechteren. Aber durch ihre Wechsel zum Ende des Spiels haben sie ihre Linie verloren. Zum Glück für uns.“

Tore für Korbach: Schmidt 3, Alscher 1, Müller 6/5, Kollenberg 1, Pollmer 3, Emde 1, Sonnenschein 1, Potthof 6, Hujer 1, Ochmann 1, Buchloh 7. (wsx/red)

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