HSC meldet die Mannschaft ab - Kein Männerhandball mehr in Landwehrhagen

Es war einmal: Die aktuelle Männermannschaft des HSC Landwehrhagen ist auseinandergefallen. Foto: nh

Staufenberg. Vor knapp vier Wochen stieg der HSC Landwehrhagen (Landkreis Göttingen) als Tabellenletzter aus der Handball-Landesliga ab. In der Bezirksoberliga sollte es weitergehen, doch nun ist auch das nicht mehr möglich.

„Wir werden für die kommende Saison keine Männermannschaft mehr melden“, sagt HSC-Vorsitzende Ellen Kühne. Damit geht in Staufenberg auch die Ära von Sven Hinz zu Ende. Mit dem langjährigen Spielertrainer hatte 1990 der handballerische Aufschwung im Obergericht begonnen.

Zum Saisonende hatte der HSC fast die komplette Mannschaft verabschieden müssen. Die frühzeitig feststehenden Abgänge von Nils Brücker und Arne Heyne zur SVH Kassel hatten im Team zu einer Art Kettenreaktion von wechselwilligen Akteuren geführt. Hinzu kamen Abgänge aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen. Lediglich Sven Hinz, Niklas Schwenke und Donatas Kudzma blieben übrig.

Trotzdem sollte die drohende Abmeldung vom Spielbetrieb durch Gespräche über eine Spielgemeinschaft verhindert werden. Wunschkandidat für eine Zusammenarbeit war der TSV Heiligenrode aus der Bezirksliga A. Doch eine Einigung blieb aus. Ein Knackpunkt war offensichtlich das fehlende Interesse der Heiligenröder, in die neue Spielklasse des HSC, die Bezirksoberliga, einzusteigen. „Für die A-Klasse hätte aber auch ich nicht mehr zur Verfügung gestanden“, sagt Sven Hinz. Letztlich wurden die Gespräche abgebrochen.

Zuvor hatte sich der HSC-Vorstand lange vergeblich darum bemüht, neue Spieler für eine eigenständige Bezirksoberliga-Mannschaft zu gewinnen. Der letzte Tabellenplatz - am Ende landeten nur sechs Punkte auf dem Konto - schreckte wohl viele potentielle Zugänge ab. So soll es im Gegensatz zu den vergangenen Jahren keine einzige Anfrage eines Spielers gegeben haben, der in der kommenden Saison das HSC-Trikot tragen wollte. Es kam letztlich zum Super-Gau, der Abmeldung vom Spielbetrieb. Da es keine zweite Mannschaft im Verein gibt, konnte auch über diesen Weg keine Rettung erreicht werden.

Der HSC hatte sich nach dem Zweitliga-Aus im Jahr 2006, damals als HSG Niestetal/Staufenberg, wieder selbstständig gemacht. Über die Bezirksoberliga ging es 2007 zumindest wieder hinauf in die Landesliga. Dort hatte es Sven Hinz mehrmals geschafft, den drohenden Abstieg zu verhindern. Vor der abgelaufenen Saison konnten die Abgänge von Torhüter René Hüsken, Rückraumspieler Louis Feckler und Linksaußen Marc Adam aber nicht mehr kompensiert werden. Der Abstieg war programmiert.

Wie geht es beim HSC nun weiter? Was bleibt, sind fünf Jugendmannschaften. Der männliche Nachwuchs soll in der kommenden Saison eine Kooperation mit dem TSV Heiligenrode eingehen. Dazu gehören die B-Jugend (älterer Jahrgang), die C- und D-Jugend sowie die Minis. Eigenständig bleibt die weibliche D-Jugend. Der HSC hofft, die B-Jugend bis in den Männerbereich führen zu können und dann in zwei Jahren mit den Eigengewächsen einen Neustart zu schaffen. Allerdings müsste dieser dann in der untersten Spielklasse beginnen.

Und Sven Hinz? Für ihn wurde nicht mit letzter Konsequenz für den Erhalt des Männerhandballs in Landwehrhagen gearbeitet. So hätte man sich viel früher um eine Spielgemeinschaft kümmern sollen - nicht erst nach dem Landesliga-Abstieg. „Ohne die Zusammenlegung von Vereinen wird es auch anderswo künftig nicht mehr gehen“, ist sich Hinz sicher. Der 47-Jährige ist nicht abgeneigt, eine neue Mannschaft zu übernehmen und sagt: „Ich bin noch mit zwei Vereinen im Gespräch. Mal sehen, ob dabei etwas Interessantes herauskommt.“ Hinz hatte weiterführende Gespräche mit anderen Vereinen bislang abgelehnt, da er beim HSC Landwehrhagen im Wort stand.

Zahlreiche HSC-Spieler der abgelaufenen Saison haben mittlerweile neue Vereine gefunden: Arne Heyne, Nils Brücker (beide zur SVH Kassel), Patrick Zimmermann (TSG Dittershausen), Björn Frey (HSG Zwehren), Fabian Hörder (HSG Fuldatal), Florian Erlbeck, Holger Höpcke (beide Kaufungen), Johannes Rohdich (TSV Wollrode).

Von Manuel Brandenstein

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