Was war denn da los?

Nach Fehlentscheidungen: Zwei Spiele der Teams der HSG Fuldatal/Wolfsanger werden wiederholt

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Neuauflage in Körle: Frank Janotta, Trainer der HSG Fuldatal/Wolfsanger, darf seine Mannschaft noch einmal auf die Partie bei der MSG einstellen.

Es ist eine Geschichte mit Seltenheitswert. Im Handball kommt es schließlich nicht häufig vor, dass eine Partie aufgrund einer Fehlentscheidung wiederholt wird. In der Landesliga passiert jetzt genau das mit dem Spiel der HSG Fuldatal/Wolfs-anger bei der MSG Körle/Guxhagen. Und es wird noch kurioser: Auch eine Begegnung der zweiten Mannschaft der Fuldataler in der Bezirksoberliga wird wiederholt. Was war denn da los?

Vor fast genau einem Monat trat Fuldatal/Wolfsanger in der Landesliga in Körle an. Die Gäste verloren 29:30, legten aber direkt nach Schluss Einspruch gegen die Wertung des Spiels ein.

Was war passiert? Bei den Hausherren bekam ein Spieler zwei Sekunden vor der Halbzeitpause eine Zwei-Minuten-Strafe. Er hätte somit im zweiten Durchgang zunächst noch 1:58 Minute auf der Strafbank sitzen müssen. Allerdings ging die MSG vollzählig in die zweite Halbzeit. Als die Partie schon lief, wiesen die Fuldataler die Schiedsrichter auf das Fehlverhalten hin. Nach acht Sekunden stoppten sie die Zeit, schickten den bestraften Akteur vom Feld und ließen die Partie mit Ballbesitz für Körle weiterlaufen. Und genau das war falsch. Die Gastgeber hätten eine weitere Zwei-Minuten-Strafe erhalten und die HSG den Ball bekommen müssen. Zu allem Überfluss erzielten die Körler aus dieser Situation heraus noch einen Treffer. „Dass wir da ein Gegentor bekommen haben, war dusselig. Aber es passierte auch aufgrund der Fehlentscheidung, ansonsten hätten wir ja den Ball gehabt“, sagt HSG-Trainer Frank Janotta. Überrascht war er über das Urteil des Sportgerichts nicht: „Wir hätten keinen Protest eingelegt, wenn wir nicht sicher gewesen wären, dass wir im Recht sind.“

Klassenleiter Manfred Leber bestätigt, dass er die Partie neu ansetzen wird. „Wenn ein Verein Protest einlegt und das Sportgericht der Meinung ist, dass in dem Spiel der Regelverstoß spielentscheidend war, dann wird eine Partie wiederholt. Das war bei diesem Sieg mit einem Tor Unterschied der Fall“, sagt Leber und fügt hinzu: „Einmal in zwei Jahren kommt so ein Wiederholungsspiel vor.“ Der neue Termin ist noch offen.

Ein ähnlicher Fall ereignete sich einen Monat zuvor bei der zweiten Mannschaft der HSG in der Bezirksoberliga. Im Heimspiel gegen die HSG Ahnatal/Calden hatten die Gäste beim Stand von 32:32 noch einen Freiwurf, als die Spielzeit ablief. Daraufhin wechselten die Hausherren noch einmal, was sie nicht durften. Der Schiedsrichter schickte den Spieler vom Feld. Das war richtig. Aber er wandelte den Freiwurf auch in einen Siebenmeter um. Das war falsch. Die Ahnataler trafen, und gewannen 33:32.

Die Fuldataler legten Protest ein – und bekamen Recht. „Es war eine offensichtliche Fehlentscheidung, die spielentscheidend war“, sagt Klassenleiter Erik Plettenberg und fügt hinzu: „Ich habe eine Spielwiederholung schon lange nicht mehr erlebt. Dass es jetzt ausgerechnet bei einem Verein zweimal passiert, ist noch außergewöhnlicher.“

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