Negovan war stinksauer

Handball-Landesliga: Schwacher TVH bezwingt Hainzell/Großenlüder 26:25

Bad Hersfeld. Die gute Nachricht vorweg: Handball-Landesligist TV Hersfeld hat sein Heimspiel gegen Hainzell/Großenlüder mit 26:25 (17:13) gewonnen. Die schlechte: Mit Landesliga-Handball hatten die 60 Minuten in der Geistalhalle über weite Strecken nur in überschaubarem Maße zu tun. Fragen und Antworten zum Spiel.

26:25 – das klingt nach einer engen Kiste. War die Partie tatsächlich so spannend?

Nein, das Ergebnis täuscht über den wahren Spielverlauf hinweg. 3:0, 5:1, 7:2, 15:10, 20:14, 25:20. Sie lesen richtig: 25:20 – so deutlich führte Hersfeld noch bis fünf Minuten vor Schluss. Warum man die Gäste noch einmal bis auf einen Treffer herankommen ließ, fragten sich am Ende wohl nicht nur die knapp 150 Zuschauer, sondern offensichtlich auch Trainer Dragos Negovan.

War der Trainer mit dem Spiel seiner Mannschaft nicht zufrieden?

Falsche Frage – nächste Frage. „Ich bin stinksauer“, meinte der Rumäne nach dem Spiel ohne Umschweife. Zuvor, so war später aus Mannschaftskreisen zu hören, muss er seinem Team wohl ordentlich die Meinung gegeigt haben. „Wir haben es wieder nicht geschafft, die Konzentration hochzuhalten und haben den Gegner mit unseren Fehlern immer wieder ins Spiel gebracht. Wir waren grottenschlecht“, grantelte Negovan. Es schien ihm fast peinlich zu sein, dass seine Mannschaft für diese Leistung zwei Punkte gutgeschrieben bekommt.

Was mussten sich die Hersfelder, die ihre Heimbilanz immerhin auf imposante 19:3-Punkte ausgebaut haben, denn vorwerfen lassen?

Jede Woche das gleiche Lied: Kaum ein Spiel, in dem Negovan nicht die Chancenverwertung kritisiert. So landeten auch diesmal gefühlt zehn Bälle am Gebälk des gegnerischen Tores. Auch eine Handvoll Tempogegenstöße fanden nicht den Weg ins Ziel. Zudem ist der Positionsangriff viel zu einfallslos und zu leicht auszurechnen. Und in der Abwehr? „Wir haben in den ersten zehn Minuten richtig gut gedeckt - aber das war´s dann auch“, meinte Negovan. Hätte Kai Hüter, der Torwart-Routinier vom Dienst, nicht wieder einen seiner besseren Tage erwischt – hätte, hätte, Fahrradkette…

Warum hat Trainer Negovan nicht gewechselt, um dem Spiel seiner Mannschaft neue Impulse zu verleihen? 

Ganz einfach: Weil er (noch) keine Alternativen hat. Und so kam nach der Pause nur Sven Wiegel im Angriff auf Rechtsaußen für Philipp Koch zum Einsatz. Koch dagegen übernahm den Abwehrpart von Marc Förtsch.

Bei aller Kritik: Hätten die tapferen aber biederen Gäste die Partie gewinnen können?

Nein. Zu keiner Zeit. Beim 7:8 und 9:10 waren sie Mitte der ersten Halbzeit bis auf ein Tor herangekommen. Die zweite Halbzeit entschieden sie zwar mit 12:9 für sich und gaben nie auf – liefen aber bis in die Schlussphase meist einem vier bis fünf-Tore-Rückstand hinterher. Und das ist ja irgendwie doch eine gute Nachricht.

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