Spieler im Schockzustand

Nach acht Niederlagen: Prezic tritt als SVH-Trainer zurück

Hat sich zum Rücktritt entschlossen: SVH-Trainer Hazim Prezic nahm nach der 25:36-Niederlage gegen Hüttenberg seinen Hut. Foto:  Fischer

Kassel. Als Hazim Prezic aus der Kabine kommt, merkt man, wie schwer einem die nächsten Worte fallen werden. „Ich bin gerade zurückgetreten“, sagte der SVH-Trainer mit Tränen in den Augen.

Nach der 25:36 (12:19)-Niederlage seines Team gegen den TV Hüttenberg sei der Punkt gekommen, Abschied zu nehmen. „Ich tue das im Dienste der Mannschaft. Ich bin der Meinung, dass ein anderer Trainer den Kopf bei den Spielern frei machen kann“, sagte der 52-Jährige.

Nach acht Niederlagen in neun Spielen ist Prezic an die Grenzen der Belastbarkeit gelangt: „Ich bin ratlos. Nicht, was das Handballerische angeht, sondern von der Psychologie her. Wir verschlafen in jedem Spiel den Start und machen die gleichen Fehler. Mein Akku ist einfach leer.“

Der Entschluss zum Abschied ist jedoch kein spontaner. „Ich habe bereits nach dem Gensungen-Spiel überlegt, ob ich zurücktrete, wurde aber überredet, noch mal zu bleiben“, sagt Prezic. Nun sei aber endgültig der Punkt gekommen, wo jemand Neues das Team betreuen müsse. „Ich hoffe, dass das nicht zu spät ist. Die Jungs haben noch drei Spiele vor der Winterpause und die komplette Rückrunde vor sich“, erklärt Prezic.

Nahezu im Schockzustand reagierte die Mannschaft auf den Rücktritt ihres Trainers. „Es war Schweigen in der Kabine, und einige Spieler haben geweint“, erzählt SVH-Abteilungsleiter Markus Suchan, der sich nun auf die Suche nach einem neuen Übungsleiter begeben muss. „Hazim hat alles für den Verein und die Jungs getan. Ich bedauere es sehr“, sagt Suchan.

Geschockt standen auch Lukas Frohmüller und Sascha Sellemann noch lange nach Spielende auf dem Feld. „Das kam völlig unerwartet, damit hat keiner gerechnet“, sagen beide. Die Schuld für die Niederlagenserie suchen sie nicht beim Trainer, sondern bei sich. „Wir bleiben alle unter unserem Können und halten uns nie an die Vorgaben. Da kann der Trainer nichts für“, sagt Frohmüller.

Spielbeginn verschlafen

Ein Déjà-vu-Erlebnis gab es zuvor für die SVH beim 25:36 (12:19) gegen den TV Hüttenberg II. Erneut verschliefen die Harleshäuser den Spielbeginn und lagen bereits nach 15 Minuten mit 4:11 hinten. Dabei nutzte die Zweitligareserve die zahlreichen Fehlwürfe der SVH zu Tempogegenstößen.

Im zweiten Abschnitt zeigte sich die SVH zumindest im Angriff phasenweise verbessert, schaffte es aber nie, die Tempogegenstöße der Mittelhessen zu unterbinden. „Wir waren einfach nicht aggressiv genug in der Deckung und nicht gut im Rückzugsverhalten“, sagte Hazim Prezic.

SVH: Krätzig (2 Paraden), Frohmüller (10) - Hofmeister, Räbiger 2, Tatarage 4, Sellemann, Schuldes, Botte 2, Cermak 5/3, Schlosser, Plümacher 5, Damm 5, Guthardt 1, Gribner 1

Von Max Seidenfaden

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