TG Rotenburg beim 29:41 gegen Vellmar phasenweise stark, aber völlig chancenlos

Bitte gib mir den Ball! Rotenburgs Jan-Oliver Holl, mit sechs Treffern bester Schütze seines Teams, fleht um den Pass. Neben sich hat er Vellmars Benjamin Gunkel. Foto: Henkel

Rotenburg. Gut 20 Minuten großartig mitgehalten, dann den Anschluss verloren, am Ende gegen einen turmhoch überlegenen Gegner mit fliegenden Fahnen untergegangen.

So lautet das Fazit für die Landesliga-Handballer der TG Rotenburg nach dem 29:41 (15:20) gegen die Übermannschaft der Liga, den TSV Vellmar.

„Wir haben das phasenweise sehr gut gemacht, auch spielerisch überzeugt“, bilanzierte TGR-Trainer Robert Nolte. „Wir sind wieder da!“ Allerdings musste er mit Blick auf den Gegner anerkennen: „Das ist schon gewaltig, was die spielen.“

Dagegen wehrte sich die TGR zunächst überraschend gut. Durch den in der Anfangsphase bärenstarken Stefan Ebenhoch führte sie 1:0 und 3:2. Und mit ihrem konzentrierten, sehr geordneten und disziplinierten Spiel schienen die Gastgeber den Favoriten zu überraschen, ja fast ein wenig zu ärgern.

Kluge Regie

Martin Denk führte klug Regie, und weil sowohl Jan-Oliver Holl in der Mitte als auch die Außen Marcus Einhorn und Simon Golkowski Lücken in der Garde der langen Vellmarer fanden, ließ die TGR den Gegner außer beim 4:6 zunächst nie mit mehr als einem Tor ziehen. Als Denk in der 23. Minute in Unterzahl einen freien Ball per Hechtsprung zum 13:13 ins Tor beförderte, tobte die Halle - und Vellmars Coach Andreas Paul nahm eine Auszeit. Es muss wohl die taktische Anweisung gewesen sein, die er seinen Spielern in dieser Phase gab, die die Gewichte im Spiel verschob. Der TSV machte das Spiel schnell, fast hektisch - und zerstörte damit die Ordnung, mit der die Rotenburger bis dahin so erfolgreich dagegengehalten hatten. Dass den Gästen selbst einige Fehlwürfe unterliefen und sie auch am starken Tomas Pankiewicz im Tor scheiterten, nahmen sie in Kauf. Plötzlich wurde aus dem 13:13 ein 15:20 zur Pause.

Noch einmal bäumte sich die TGR nach der Pause auf, verkürzte auf 19:23. Dann löste der TSV das geordnete Spiel auf dem Parkett fast völlig auf. „Positionsangriff wird überbewertet“ - so hätte das Motto der letzten 20 Minuten lauten können. Vellmars zwölffacher Torschütze Lance-Phil Stummbaun drehte nun auf, wie er wollte. Zeitweise bekamen die Zuschauer drei oder vier Tempogegenstöße nacheinander geboten - ein Spektakel, das die Zuschauer begeistert bestaunten, zumal die Rotenburger alles in ihrer Macht Stehende taten, um die klare Niederlage nicht zum Debakel ausarten zu lassen.

Ein Versuch, der gerade aufgrund ihrer couragierten Anfangsphase gelang und vom Publikum mit aufmunterndem Beifall nach der Schlusssirene honoriert wurde.

Rotenburg: Pankiewicz (bis 51.), Pontow (ab 52.) - Einhorn (4/1), Teichmann, Denk (1), Köhler (4), T. Balic, Golkowski (4), Gerlach (3), Ebenhoch (5), D. Holl (2), J.-O. Holl (6).

Vellmar: Becker - A. Körber (1), Stummbaum (12/4), Muth (2), Brückmann (2), Kress (3), Gunkel (4), Richter (1), Hess (1), Winterhoff (1), D. Körber (4), Steiner (7).

Von Rainer Henkel

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