Handball-Landesliga: Rotenburger verspielen 28:19-Vorsprung, gewinnen aber 33:32

TGR kriegt die Kurve noch

Unter Strom: „Das hat mich schon Nerven gekostet“, räumte Uwe Mäusgeier nach dem Happy End ein. Foto: Walger

Rotenburg. Spannung ist ein Markenzeichen der Heimspiele der TG Rotenburg. Und wenn eines mal nicht aufregend ist, dann sorgen die Landesliga-Handballer der TGR eben selbst für die nötige Dramatik. So geschehen am Samstag beim 33:32 (19:13)-Erfolg des Teams um das Trainerduo Robert Nolte/Uwe Mäusgeier über die tapfere SHG Grebenstein/Hofgeismar.

Um seine Analyse gebeten, sagte Uwe Mäusgeier: „Nach 43 Minuten hätte ich was anderes gesagt als jetzt nach 60.“ In jener 43. Minute erhöhte Kreisläufer Phillip Debus auf 28:19 für die Rotenburger. Sie schienen einem völlig ungefährdeten Sieg entgegenzusteuern. „Bis dahin haben wir klasse Handball gespielt. Martin Denk hat für Tempo gesorgt, und wir haben die Hofgeismarer in Bewegung gebracht.“ Das sah Linkshänder Stefan Ebenhoch ganz ähnlich: „Wir haben den Ball laufen lassen und sind dann in die Lücken gestoßen.“

Stimmt. Es schien für die Gastgeber eine leichte Übung zu sein, die gegnerische Abwehr in ihre Bestandteile zu zerlegen. Bis zur 43. Minute. Was aber nach dem 28:19 folgte, das wird selten geboten. Denn nun holte der Gast auf. Tor um Tor. Und immer nach dem gleichen Muster. Ballgewinn in der Abwehr, Simon Adam und Jan Kurban stürmen los Richtung TGR-Kasten. Sie werden mit präzisen Pässen bedient und lassen dem armen, eigentlich richtig gut aufgelegten Keeper Florian Schmidt nicht den Hauch einer Chance. Neun Treffer in Folge warf die SHG, bis zur 52. Minute. Den letzten dieser imposanten Reihe markierte Adam zum 28:28 in der 52. Minute. Aus einer klaren Angelegenheit war für die TGR ein Ritt auf der Rasierklinge geworden. Und der psychologische Vorteil lag jetzt eindeutig beim Kontrahenten.

Dass die stark ersatzgeschwächten Hausherren ihren klaren Vorsprung so leicht aus der Hand gaben, lag in erster Linie an schwindenden Kräften. Boze Balic und Martin Denk gingen längst auf dem Zahnfleisch. Drei Alternativen für den Rückraum - Daniel Holl, Moritz Gerlach und Christian Eimer - saßen verletzt auf der Tribüne und zitterten mit ihren Kollegen. „Wir haben dann zu statisch gespielt. Keiner hat mehr Verantwortung übernommen, und so kam es zu unvorbereiteten Würfen“, stellte Stefan Ebenhoch fest. „Aber dann haben sie sich wieder zusammengerissen und gekämpft“, lobte Uwe Mäusgeier. Die TGR setzte sich nach Sascha Köhlers beherztem Solo auf 31:28 (56.) ab. Doch Adam und Kurban schlugen postwendend zum 31:31 (58.) zurück.

Pfosten, Pfosten, Tor

Boze Balic mit feinem Pass auf seinen Bruder Tomislav, und es stand 32:31. Kurban glich erneut aus (60.). Sekunden vor dem Schluss dann die zu diesem kuriosen Spiel passende Entscheidung: Boze Balic zog ab, der Ball prallte vom einen Pfosten an den anderen und fand schließlich doch den Weg zum 33:32 ins Tor. Im Anschluss stieß der frustrierte Jan Kurban Martin Denk zu Boden und kassierte dafür die Rote Karte.

TG Rotenburg: Schmidt, Schuster - Einhorn (3/1), Denk (3), Köhler (4), Debus (5), T. Balic (2), Golkowski (7), B. Balic (7), Ebenhoch (2), Wassermann, Bläschke

SR: Boland/Voyé (Ederbergland/Költe); Z: 220

Von Thomas Walger

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