Vom Schlafwagen in die Achterbahn - wenn die Gefühle in Wallung geraten

TG Rotenburg gegen HSG Baunatal: Remis nach emotionaler Schlussphase

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Zähne zeigen in der letzten Auszeit: Die Emotionen schlugen hoch, hier von links Sascha Köhler, Daniel Holl, Tomislav Balic und ihr Trainer Robert Nolte.

Rotenburg. In der Handball-Landesliga teilen sich sich die TG Rotenburg und die HSG Baunatal nach einer emotionalen Schlussphase die Punkte.

Ein Unentschieden im Sport wird oft mit dem Zusatz „schiedlich, friedlich“ versehen. Nach dem 25:25 (11:15) zwischen den Handball-Landesligisten TG Rotenburg und HSG Baunatal käme niemand auf die Idee, dem Spiel dieses Etikett zu verpassen. Hier sind die Beteiligten - etwas überspitzt gesagt - in der 52. Minute vom Schlafwagen in die Achterbahn umgestiegen und haben ihre Adrenalinschübe ausgelebt.

Aber gute Geschichten beginnt man am besten am Anfang. In diesem Duell des Fünften der Tabelle gegen den Vierten übernahmen die Gastgeber gleich die Führung. Das lag in erster Linie an ihrem Keeper Florian Schmidt, der einen Ball nach dem anderen abwehrte. Nach zehn Minuten stand es 5:1.

Doch die Baunataler, und hier vor allem ihr Keeper Maximilian Henkel, bäumten sich auf und verkürzten. Nachdem Simon Golkowski einen Konter zum 8:6 für die TGR abgeschlossen hatte (18.), kippte die Partie. Der Gast erzielte die nächsten sechs Treffer in Folge, setzte sich auf 8:12 (23.) ab und transportierte diesen Vorsprung in die Pause (11:15).

Plötzlich bissiger

Er übernahm im Abschluss immer wieder die Verantwortung: Boze Balic ließ sich auch von Rückenproblemen nicht stoppen. Der Kroate erzielte acht Treffer für seine TG Rotenburg. 

In der Kabine müssen die beiden TGR-Trainer Robert Nolte und Uwe Mäusgeier den Nerv ihrer Spieler getroffen haben. Die waren plötzlich bissiger und kämpften sich heran. Mit einem schönen Heber erzielte Jan-Oliver Holl den Anschluss (37.). Aber der Ausgleich wollte nicht gelingen. Ab dem 18:20 (42.) gab es bis zu besagter 52. Minute immer das gleiche Muster. Die TGR vergab den möglichen Anschluss und lag Sekunden später wieder mit drei Toren hinten. Das war beim 18:21, 19:22, 20:23 und beim 21:24 so. Dann trat Marcus Einhorn auf den Plan. Ihm gelang das 22:24 (50.) und dann das 23:24 (52.).

In diesem Moment spüren die TGR-Spieler und ihre Anhänger, dass sie dieses Spiel drehen können. Von einer Sekunde auf die andere ist Stimmung auf dem Feld und den Rängen. Jan-Oliver Holl legt prompt das 24:24 nach (54.).

Auf der Gegenseite bekommt Marcus Einhorn das Knie von Baunatals Marc Adam in die Weichteile. Der Rotenburger wälzt sich vor Schmerzen, für ihn ist die Partie beendet. Für Adam auch. Er sieht die Rote Karte.

Und es geht weiter hoch her. Zweimal hatten sdie Schiedsrichter bei TGR-Angriffen früh Zeitspiel angezeigt. Doch plötzlich ist fast jede Entscheidung umstritten, vor allem aus Sicht der Rotenburger. Die Hektik wächst. Zum Glück lässt sich der eingewechselte TGR-Keeper Jan Schuster von alledem nicht beeindrucken und entschärft so manchen Ball.

Ein Pfiff blieb aus

Nur den Wurf von Louis Fecker zum 24:25 (57.) muss er noch passieren lassen. Aber Moritz Gerlach gleicht zum 25:25-Endstand aus (58.). Beim gerechten Remis wäre es eher nicht geblieben, hätten die Schiedsrichter den Baunatalern Sekunden vor dem Abpfiff einen berechtigten Siebenmeter zugesprochen.

TG Rotenburg: Schmidt, Schuster - Einhorn (4/3), Köhler (2), Debus (1), T. Balic (1), Golkowski (1), B. Balic (8), Gerlach (2), Ebenhoch (3), D. Holl (1), J.-O. Holl (2)

SR: Eichner/Henkel (Wiesbaden/Rüsselsheim; Z: 180

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