Was es außer Weihnachtslied und Frustpizza beim Handballderby zu erleben gab

Sieger mit Hammer da

Rotenburg. Aus der Kabine der Rotenburger Handballer drangen vorweihnachtliche Klänge. „Lustig, lustig, trallalalala, heut’ war die TGR mit dem Hammer da“, tönte der text- und rhythmussichere Chor der Derbysieger.

Minuten vorher hatten die Landesliga-Handballer der TG Rotenburg sich nach ihrem 27:24 über den TV Hersfeld von ihren Anhängern feiern lassen. Derbysiege sind eben süß.

Das so gar nicht zur Jahreszeit passende Lied, das sicher auch die Unterlegenen in ihrer Kabine gehört haben dürften, hatte seinen Ursprung im Hinspiel. Damals, beim 27:20 für den TVH am Nikolaustag, hatten die Hersfelder Zuschauer in der Geistalhalle eben diesen Song angestimmt. Natürlich auf ihre Mannschaft gemünzt.

Lauwarm und heiß

Das Derby, das in der einen Halbzeit ein irgendwie lauwarmes und in der anderen ein ziemlich heißes war, bot weitere Erkenntnisse über die 60 Minuten hinaus – und das für beide. Zum einen für die unterlegene Mannschaft. Es wird für Trainer Dragos Negovan die große Aufgabe der kommenden Monate sein, neben dem nach wie vor gefährlichen Rückraum auch andere Mannschaftsteile auf ähnliches Niveau zu hieven.

Von den Flügeln kam zu wenig: Philipp Koch, der sich später in der Sonderbewachung für Boze Balic aufrieb, blieb torlos. Sven Wiegel und Jonathan Kromm fehlte die Durchschlagskraft, die auf der anderen Seite Marcus Einhorn und insbesondere Simon Golkowski hatten.

Auf richtigem Weg allerdings scheint Negovan mit seinen jungen Akteuren zu sein. So war in der Phase, in der Routinier und Taktgeber Marco Kemmerzell fehlte, kein Leistungsabfall zu sehen. Der junge Niklas Hampe baute das Spiel durchaus ordentlich auf.

Auf diesem Weg sind die Rotenburger einen Schritt weiter. Akteure wie Luca Teichmann, Christian Eimer und Moritz Gerlach können bedenkenlos einspringen, wenn Etablierte ausfallen. Nur so ist auch erklärlich, wie die Rotenburger die vergangenen Monate mit argen Personalproblemen überstanden haben. Zudem zeigte sich einmal mehr, welche Trümpfe die TGR in den Balic-Brüdern Boze und Tomislav hat. Selbst mit Trainingsrückstand machten sie vor der Pause den Unterschied aus – Boze mit seinen Toren, Tomislav als Abwehrorganisator.

Frustpizza bei Nieselregen

Am Ende trennte die waldhessischen Rivalen nicht viel. Nur zum Singen war beim Unterlegenen niemandem zumute. Es gab Frustpizza für alle am Hintereingang der Halle, und das Vordach schützte wenigstens vor dem Nieselregen. Derbyniederlagen sind eben bitter.

Von Rainer Henkel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.