Was uns aufgefallen ist: TV Hersfeld mit neuer Abwehrvariante und jungem Spielmacher

Spitzenreiter beeindruckt

Niklas Hampe hat die Chance genutzt: Der 19-Jährige bekam als Regisseur erstmals größere Spielanteile im Landesliga-Team des TV Hersfeld und wusste zu überzeugen. Foto: Eyert

Bad Hersfeld. TG Rotenburg gegen den TV Hersfeld -schon am 5. Dezember kommt es zum Kreisduell in der Handball-Landesliga. Grund genug, noch einmal genauer auf das Spitzenspiel des Wochenendes, das 28:24 gegen Gast SVH Kassel endete, zurückzublicken und den souveränen Tabellenführer Hersfeld genauer unter die Lupe zu nehmen.

1.Abgeklärtheit: Der TVH fand diesmal zwar nur schwer ins Spiel, ließ sich davon aber nicht von seinem Weg abbringen. Hinten war von Beginn an einmal mehr Verlass auf Torwart Kai Hüter, der mit seinen 36 Jahren gerade seinen x-ten-Frühling erlebt und Kassel mit zahlreichen Paraden entnervte. Wie Dauerbrenner Hüter wohl am Sonntagmorgen aus dem Bett gekommen sein mag? Lob gab’s völlig zurecht von Trainer Dragos Negovan, der seinem Keeper eine „unglaubliche Leistung“ bescheinigte. Und was sagte Hüter selbst? „Auf dieser Leistung können wir aufbauen“, meinte er.

2.Selbstvertrauen: Dass die Hersfelder sich auch am Samstag trotz eines 3:7-Rückstandes nach einer Viertelstunde nicht aus der Ruhe bringen ließen, ist auch der Ausdruck eines neuen Selbstvertrauens. „Wir wissen um unsere Stärke und unser Potenzial. Das gibt uns Sicherheit“, sagt Lars Matthiessen, der mit zehn Treffern zweitbester Werfer hinter Marco Kemmerzell (11) war. Der Halbrechte stellte aber nicht nur Treffsicherheit unter Beweis, sondern glänzte auch mit ungewohntem Spielwitz. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Auch mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden“, bilanzierte der 28-Jährige.

3.Personelle Alternativen: Matthiessen hat das Potenzial der Mannschaft angesprochen. Diesmal spielte sich der 19-jährige Niklas Hampe auf der Rückraummitte in den Vordergrund. „Ich war erst schon nervös vor dieser Kulisse, aber als die ersten Aktionen gelungen waren, lief es immer besser. Es hat einfach nur Riesenspaß gemacht“, sagte der schmächtige junge Mann nach seinem bisher längsten Einsatz im Seniorenbereich. Die jungen Marc Förtsch und Jonathan Kromm trugen sich ebenfalls in die Torschützenliste ein.

4.Neue Abwehrvariante: Tabellenführer Hersfeld hat mit knapp 25 Gegentoren im Schnitt die zweitbeste Abwehr hinter der HSG Baunatal (24,3). An der kompakten 6:0-Deckung des TVH haben sich bislang alle Gegner die Zähne ausgebissen. Gegen Kassel vertraute Trainer Negovan erstmals auf eine 3:2-1-Deckung, um dem groß gewachsenen Rückraum der Kasseler offensiv entgegenzutreten. Am Ende war es der richtige Schachzug.

5.Ausblick: Samstag geht’s nach Hünfeld, eine Woche später kommt Vellmar zum Topspiel. Es folgen das Derby bei der TGR und zum Vorrundenabschluss das Heimspiel gegen Korbach (12. Dezember). „Es warten schwere Gegner auf uns. Wir sollten auf dem Teppich bleiben“, rät Lars Matthiessen.

Von Sascha Herrmann

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