SVH: Erhitzte Gemüter und Konfrontation nach Plakataktion der Handball-Jugend

Wirbel in Harleshausen

Solidaritätsadresse: Vor dem Landesligaspiel der Harleshäuser Männer stellten sich die weibliche C-Jugend und die männlichen B-Jugendlichen an die Seite ihres Trainers Iljo Duketis. Foto: Malmus

Kassel. Die SVH Kassel steckt weiter in Turbulenzen. Nach der Entlassung von Trainer Iljo Duketis und dessen Assistenten Pascal Zügler traten die Harleshäuser Landesliga-Handballer im Heimspiel gegen den TV Alsfeld bereits unter dem neuen Trainer Andrii Doktorovych an (siehe unten und rechte Seite). Obwohl sich die Mannschaft vor der Partie mittels bedruckter Aufwärmshirts für das bisherige Trainergespann aussprach, scheint sie zur Tagesordnung überzugehen. Doch es rumort auch beim Nachwuchs, wo Duketis die männliche B- und weibliche C-Jugend trainiert und als Koordinator arbeitet. Die dort aktiven Spielerinnen und Spieler fürchteten, dass Duketis seine Arbeit mit ihnen nicht fortsetzen kann. Die daraus resultierende Unzufriedenheit brachten die Beteiligten am Samstagabend zum Spielbeginn der ersten Mannschaft zum Ausdruck. Mit einem Spruchband, auf dem sie ihre Solidarität mit Duketis bekundeten.

„Die Mannschaft wird ohne Duketis nicht mehr spielen und wollte ihm signalisieren, dass sie wenn nötig mit ihm geht“, kündigt Betreuer Sven Egenolf eine mögliche Maßnahme der weiblichen C-Jugend an. Auch in Reihen der männlichen B- sowie der E-Jugend gebe es Akteure, die künftig nicht mehr für die SVH auflaufen wollten.

Laut Egenolf erregten sich nach der Plakataktion die Gemüter. Dem Vater einer C-Jugendlichen sei der Zutritt verweigert worden, einige Zuschauer hätten ihre Dauerkarten zurückgegeben. Darüber hinaus sei es laut Egenolf zu Streitereien zwischen Ordnern, Eltern und Fördervereinsmitgliedern gekommen.

Thomas Frohmüller räumt Unstimmigkeiten ein. „Die Atmosphäre war aufgeheizt, viele fühlten sich missverstanden. Eltern und Kinder waren unsicher, wie es für sie weitergeht“, sagte der Abteilungsleiter und führte aus: „Auch ohne Plakataktion wären wir zu einer Einigung gekommen, weil Duketis bleiben soll. Aber da hatten wir wohl ein Kommunikationsproblem.“ Auf einem Elternabend sollte dies gestern bereinigt werden.

Und Duketis selbst? „Seit Mittwoch gab es keinen Kontakt mehr zum Vorstand. Aber ich gehe davon aus, dass ich die Saison mit der Jugend ganz normal zu Ende bringe. Wenn alles verdaut ist, sollten wir uns zusammensetzen und herausfinden, ob es noch eine Vertrauensbasis gibt“, sagt der 63-Jährige.

Die zurückgegebenen Dauerkarten kamen laut Frohmüller inzwischen wieder bei denfrüheren Besitzern ein.

Von Wolfgang Bauscher

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