Frauenhandball: Wesertaler Frauen verlieren fast gegen den Drittletzten Waldau

Am Ende wurde es noch mal spannend

Fleißigste Torewerferin: Joleyn Martin war schwer zu halten und traf zehnmal für Wesertal. Foto: Rieß

Oedelsheim. Es gibt so Spiele, die plätschern vor sich hin, ohne nennenswerten Höhepunkt, ohne Spannungsbogen und ohne allzugroßen Unterhaltungwert. Lange schien es, als wollten die Wesertaler Landeshandballerinnen am Sonntag den rund 150 Zuschauern in der Oedelsheimer Sporthalle so ein Spiel zum Jahresabschluss bieten. Sie spielten bodenständig, hatten Gegner Waldau nach zehn Minuten im Griff und zogen anschließend Tor um Tor davon. Nach 40 Minuten führte der Dritte von oben gegen den Dritten von unten in der Tabelle klar mit sieben Toren Vorsprung. „Wir haben souverän gespielt“, sagte Trainer Jürgen Herbold zu dieser Phase des Spiels.

Tatsächlich schien es, als wäre es eine lockere Trainingseinheit, die die Wesertalerinnen zu absolvieren hatten. Die Aktionen der Waldauerinnen waren meist durchschaubar, die Wesertaler Abwehr und Torfrau Laura Aßhauer standen sicher und vorne saßen die meisten Würfe. 20 Tore in der ersten Halbzeit, das konnte sich sehen lassen.

Und auch nach der Pause ging es zunächst so weiter. Nach 51 Minuten stand es 29:23 – das Spiel schien gelaufen. Trainer Jürgen Herbold wechselte munter durch und gab auch Spielerinnen aus der zweiten Reihe ihre Einsatzzeiten. Ein unspektakulärer Abschied in die siebenwöchige Weihnachtspause zeichnete sich ab.

Doch dann kam es anders. Wesertals Angriff ging immer leichtfertiger mit seinen Chancen um, Waldaus Keeperin wurde immer stärker und in der Folge holten die Gäste Tor um Tor auf. Mit dem abnehmenden Vorsprung wuchs die Nervosität in den Wesertaler Reihen. Mit zwei Auszeiten binnen vier Minuten versuchte Trainer Herbold, seinen Spielerinnen die über weite Strecken des Spiels gezeigte Souveranität zurückzugeben, doch die hatten sich offensichtlich vorgenommen, zum Abschluss eines guten Handballjahres noch einmal für Spannung zu sorgen.

Waldau kam immer näher heran, verkürzte von 23:29 auf 28:29. Erst als Joleyn Martin zum 30:28 traf, war das Spiel entschieden. Waldaus Treffer zum 30:29 kam zu spät für die Gäste. „Wir haben die zwei Punkte, das zählt“, atmete auch Trainer Herbold nach dem Apfiff auf.

Wesertal: Aßhauer, Henze (7m, Tor) - Riedel 1, C. Schilke, Leibecke 9/3, P. Schilke, Herbold 4, C. Przyludzki, Martin 10/1, Jakob, Keßeler, 4, Erger, Kranz 2, Mießen.

Tore Waldau: Schmalz 1, Aliaj 2, Walz 3, Weymann 4, Schanz 2, Stiefel 9/9, Pantkowski 5, Dörfler 2, Häusler 1

Spielverlauf: 2:3 (6.), 5:4 (9.), 8:8 (13.), 11:8 (16.), 16:12 (33.), 20:14 (30.), 24:17 (40.), 26:20 (47.), 29:23 (52.), 29:28 (58.), 30:29 (60.)

Von Michael Rieß

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