Aufstieg als Zweiter in die Oberliga

Gunnar Kliesch neuer Trainer beim SV Germania Fritzlar II

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Gunnar Kliesch

Fritzlar. So gut stand die Drittliga-Reserve noch nie da: Nach einer furiosen Rückrunde mit nur einer Niederlage sicherten sich die Handballerinen der SV Germania Fritzlar II den zweiten Platz in der Handball-Landesliga der Frauen.

Und steigen in die Oberliga auf, weil Meister HSG Hoof/Sand/Wolfhagen verzichtet. Jetzt steht fest, wer das Team übernimmt: Gunnar Kliesch kommt als Coach von der HSG Zwehren/Kassel. Der 47-Jährige betreute von 2003 bis 2007 bereits die erste Mannschaft des SVG in der Regionalliga. Bemerkenswert ist der Siegeszug, weil Erfolgstrainer Torben Hause frühzeitig bekannt gegeben hatte, den Verein aus persönlichen Gründen verlassen zu wollen. „Mit dem Aufstieg hatte keiner gerechnet“, erklärte Abteilungsleiter Steffen Schmude und lobte: „Umso höher ist die Leistung anzuerkennen, die die Mädels und Torben Hause vollbracht haben.“

Fritzlar hatte in der gesamten Saison mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Wegen Verletzungen und aus beruflichen Gründen waren oft nur fünf oder sieben Spielerinnen im Training. Da galt der vierte Platz zur Hinrunde schon als Erfolg. „Plötzlich haben wir gemerkt, dass da was geht“, sagte Hause. Umso ärgerlicher die 30:32-Heimniederlage gegen die HSG Wesertal. Ein Rückschlag mit Signalwirkung. Danach verloren die Domstädterinnen kein Spiel mehr.

In Feierlaune: der SV Germania Fritzlar II, Aufsteiger in die Oberliga, mit (hintere Reihe von links nach rechts) Merle Bücker, Norina Horn, Sarah Oschmann, Sandra Römer, Carolin Alheit, Kerstin Preßler, Theresa Werner, Johanna Fischer, Trainer Torben Hause, (vorn) Nina Albus, Lena Höhne, Franziska Werner, Laura Schmieling und Nadine Frank. 

Dabei besiegte das Team die direkte Konkurrenz aus Hoof (21:20) und Vellmar (36:27). Zwei Siege des Willens, weil etwa Kreisläuferin Franziska Werner und Torfrau Carolin Alheit verletzt fehlten und im Kollektiv ersetzt wurden. Das Kernstück des Erfolgs war die starke 6:0-Abwehr um Nadine Frank und Johanna Fischer. Auf die erfahrene Fischer war auch im Angriff mit 114 Treffern Verlass. Intern noch übertroffen von der überragenden Rechtsaußen Nina Albus mit 154 Toren als zweitbester Schützin der Liga. Sarah Oschmann (86) komplettiert das treffsichere Trio, das 354 von 628 Toren gelandet hat.

Umbruch für die Oberliga

Neben Coach Hause verlassen fünf Spielerinnen die Germania. Sandra Römer und Kerstin Pressler, die als Torfrau reaktiviert worden war, beenden ihre Karrieren. Pressler bleibt als Betreuerin an Bord. Carolin Alheit und Lena Höhne wollen aus beruflichen Gründen kürzertreten, Laura Schmieling ist schwanger. Ihre Nachfolgerinnen folgen in Kürze. Klar, erst einmal musste die Trainerfrage geklärt werden – und der sensationelle Aufstieg ausgiebig gefeiert werden. 

Von Moritz Minhöfer

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