HNA-Mutter-Tochter-Interview mit Dagmar und Jana Hoppe über Facebook, ihre Beziehung und gemeinsame Autofahrten

„Macke? Welche nehme ich denn da?“

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Wohnen zusammen in Lohfelden: Jana Hoppe (links) und ihre Mutter sowie Trainerin Dagmar Hoppe.

Lohfelden/Körle. In der kommenden Saison trainiert HSG Körle/Guxhagens Dagmar Hoppe ihre Tochter Jana, die von Frauenhandball-Oberligist Baunatal in die Landesliga wechselt.

Schon in der Jugend coachte die Mutter ihre Tochter. Studentin Jana wohnt bei ihrer Familie in Lohfelden. Wir trafen beide zu einem Mutter-Tochter-Gespräch.

Dagmar Hoppe, was haben Sie Ihrer Tochter zuletzt für eine Whatsapp-Nachricht geschrieben?

Dagmar Hoppe: Oh, ich habe ihr heute morgen ein Bild aus der HNA geschickt mit den Neuzugängen aus Fritzlar, die nach Baunatal wechseln.

Und die Reaktion darauf? 

Jana Hoppe: Hmm. (lacht)

Sind Sie auch bei Facebook befreundet? 

Jana Hoppe: Ich habe sie sogar als meine Mutter angegeben.

Dagmar Hoppe: Ich bin bei Facebook aber auch gar nicht so aktiv. Früher war es ihr aber unangenehm, wenn sie jemand grüßte mit den Worten, du bist doch die Tochter von...

Ahja. 

Jana Hoppe: Ja, das nervt mich immer noch ein bisschen, immer dieses „Tochter von“. Aber mittlerweile kommt auch der Stolz dazu. Mit meiner Mutter kommt man aber auch heute keine fünf Meter weit, ohne, dass die Leute sie ansprechen.

Dagmar Hoppe: Aber ich werde mittlerweile auch oft auf meine Tochter angesprochen.

Sehen Sie sich denn in Ihrer Tochter wieder?

Jana Hoppe: Beim Fallen, ja! (lacht)

Dagmar Hoppe: Sie hat denselben Fall-Stil wie ich, nämlich gar keinen. Vom spielerischen her ist Jana schon viel weiter, als ich in ihrem Alter war. Aber vom Typ her ähnelt meine Tochter eher meinem Mann.

Jana Hoppe: Ähm.

Dagmar Hoppe: Ja, hau schon raus!

Jana Hoppe: Sie ist stur. Sehr, sehr stur. Da bin ich eher die sanftmütigere von uns beiden.

Jana Hoppe, wie bewerten Sie die Mutter-Tochter-Beziehung?

Jana Hoppe: Also mittlerweile sehr gut. Ganz anders als wie noch in der Pubertät.

Wofür sind Sie Ihrer Mutter dankbar?

Jana Hoppe: Vor allem in der B- und A-Jugendzeit habe ich viel von ihr gelernt. Aber auch menschlich habe ich schon einiges abgucken können.

Was meinen Sie da konkret?

Jana Hoppe: Ich habe ein zu weiches Herz und lasse mich gerne bequatschen. Da ist sie auf jeden Fall die härtere von uns beiden. Ich muss auch öfter mal nein sagen.

Wie finden Sie Ihre Mutter als Trainerin?

Jana Hoppe: Sie ist sehr kompetent. Ihr Training ist abwechslungsreich und sie kann die Übungen auch selbst vormachen. Sie lässt auch die Spielerinnen mitreden.

Dagmar Hoppe: Aber nicht während des Trainings.

Und wie finden Sie Ihre Tochter als Spielerin?

Dagmar Hoppe: Dass, was sie eigentlich gar nicht mag, finde ich hervorragend: Sie ist eine Allrounderin auf dem Spielfeld.

Wie kam denn der Wechsel nach Körle zustande?

Dagmar Hoppe: Also ich habe mich da rausgehalten.

Jana Hoppe: Najaaaa. Bei Familienveranstaltungen wurde ich schon bequatscht. Den letzten Schritt habe ich aber allein unternommen und den Vorstand von Körle angesprochen. Mir war es wichtig, wieder Spaß am Handball zu haben und mit Freunden zusammenzuspielen. Ich trainiere ja schon seit einem Jahr in Körle mit. In der Halle versuche ich meine Mutter auch mit Daggy anzusprechen.

Jana, was für eine Macke hat Ihre Mutter?

Jana Hoppe: Welche nehme ich denn da? (lacht) Bei wichtigen Spielen ist sie vorher unausstehlich. Sie läuft im Haus umher wie auf Speed, ist unausgeglichen, genervt, gereizt und eigentlich nicht ansprechbar.

Dagmar Hoppe: Das finde ich jetzt zwar nicht, aber...

Jana Hoppe: Ja, du musst dich ja auch nicht ertragen.

Dagmar, Sie können sich revanchieren: Was für eine Macke hat Ihre Tochter?

Dagmar Hoppe: Sie ist anderthalb Stunden bevor es zum Treffpunkt geht, schon komplett fertig. Das macht mich immer richtig nervös.

Wer fährt denn eigentlich immer zum Training?

Dagmar Hoppe: Im Wechsel würde ich sagen.

Jana Hoppe: Öhm. Naja, ich muss schon um den Schlüssel kämpfen. (lacht)

Von Daniel Schneider

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