Verbandsgericht entscheidet: Partie zwischen Waldau und Wollrode wird nachgeholt

Neutralität muss gewahrt sein

Immer wieder Grund für Diskussionen: Der Schiedsrichter. Foto: dpa

Kassel. Das Verbandssportgericht des Hessischen Handball-Verbands hat jetzt in einem interessanten Fall in der Handball-Landesliga der Frauen ein Urteil getroffen. Dabei waren in der Partie zwischen Wollrode und Waldau kurzfristig zwei Wollroder Schiedsrichter eingesetzt worden.

Waldau fühlte sich benachteiligt und legte Einspruch gegen die 22:27-Niederlage ein. „Die ursprünglich angesetzten Schiedsrichter hatten kurzfristig abgesagt, und vom Handballbezirk Melsungen/Hersfeld wurden die beiden Wollroder Schiedsrichter eingesetzt. Davon haben wir erst kurz vor Beginn erfahren und konnten den Einspruch erst nach Spielende einlegen“, sagt TuSpo-Trainer Klaus Reinicke.

Das bestätigt auch Meik Badenheuer, Pressewart beim TSV Wollrode: „Der Bezirksschiedsrichterwart hat versucht, noch ein unparteiisches Gespann einzusetzen. Das war aber nicht mehr möglich.“

Allerdings dürften von offizieller Seite keine Schiedsrichter eines direkt beteiligten Vereins eingesetzt werden, ergänzt Reinicke und verweist damit auf die Spielordnung des HHV. Dort steht unter Paragraph 76 Absatz 6, dass ein Schiedsrichter keinem der beiden spielenden Vereine angehören soll. „Die Neutralität muss gewahrt werden, zumal auch einer der Schiedsrichter der Vater einer Spielerin war“, moniert Reinicke.

Kommt es dazu, dass die Schiedsrichter nicht erscheinen, ist dies in Paragraph 77 geregelt. Der besagt, dass beim „Ausbleiben des angesetzten Schiedsrichters sich beide Mannschaften auf einen anwesenden, neutralen Schiedsrichter einigen“ müssen. Alternativ könnten sich beide Mannschaften darauf einigen, dass ein Schiedsrichter von einem der beiden Vereine die Partie leitet. Kommt es zu keiner Einigung, darf laut Klassenleiterin Simone Fegert die Partie auch abgesagt werden.

Das Verbandsgericht urteilte nun im Sinne der Waldauer und ordnete ein Nachholspiel an. Wann dies ausgetragen wird, steht noch nicht fest. Badenheuer: „Wir gehen davon aus, dass das Ende Februar, Anfang März der Fall sein wird.“ Die Partie ist nicht die einzige kuriose im Saisonverlauf der Waldauer. Ende November führte ein Feueralarm zum Abbruch der Partie zwischen Waldau und Waldhessen. Die Gäste weigerten sich, die Partie fortzusetzen, das Ergebnis mit 30:20 für Waldau gewertet.

Von Max Seidenfaden

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