Auf den Spuren von Jana Scheib

Leonie Patorra wechselt von Bietigheim zur HSG Bad Wildungen

In der nächsten Saison im Vipers-Trikot: Die Noch-Bietigheimerin Leonie Patorra (Mitte) wird beim Sprungwurf gegen die Neckarsulmerin Lucie-Marie Kretzschmar (links) von ihrer Mitspielerin Luisa Schulze beobachtet..
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In der nächsten Saison im Vipers-Trikot: Die Noch-Bietigheimerin Leonie Patorra (Mitte) wird beim Sprungwurf gegen die Neckarsulmerin Lucie-Marie Kretzschmar (links) von ihrer Mitspielerin Luisa Schulze beobachtet..

Mit Leonie Patorra hat Handballerstligist HSG Bad Wildungen seinen ersten Neuzugang und ein großes Talent für die nächste Saison verpflichtet.

Bad Wildungen – Die 19-Jährige wird von Ligakonkurrent SG BBM Bietigheim zu den Vipers wechseln. Die Rückraumspielerin wandelt damit auf den Spuren der HSG-Halbrechten Jana Scheib. Die 20-Jährige war im Sommer 2019 vom Starensemble der SG nach Bad Wildungen gekommen und hat sich unter Trainerin Tessa Bremmer zur Leistungsträgerin entwickelt. Mit 95 Treffern ist die Linkshänderin derzeit sogar die zweitbeste Feldtorschützin der Liga.

„Leonie und Jana kennen sich gut und sie hat natürlich gesehen, wie Jana sich hier entwickelt hat“, sagt Bremmer. Die 37-Jährige freut sich, dass nun auch Patorra mit ihrem Wechsel von einem Championsleague-Teilnehmer zum Ligaelften „einen Schritt zurückgehen will“, um in ihrer Handballkarriere voranzukommen.

Doch die beiden Spielerinnen haben noch eins gemeinsam: Sie erlitten schon zwei Kreuzbandrisse. Seit dieser Saison ist die 1,74 Meter große Patorra wieder fit und hat bisher sechs Tore für die SG BBM erzielt. Gehen die Vipers hier nicht ein zu großes Risiko ein, solch eine Spielerin zu verpflichten?

„Ja, aber das ist leider so, alle Spielerinnen, die wir uns angeschaut haben, hatten schon einen Kreuzbandriss“, sagt Vipers-Geschäftsführer Uwe Gimpel. Er vermutet, dass rund 60 bis 70 Prozent aller leistungsstarken Handballerinnen bereits einen Kreuzbandriss erlitten haben. „Wir glauben, dass Leonie fit ist, aber klar, ein Restrisiko bleibt.“ Vor allem Tessa Bremmer habe sich sehr für Patorra eingesetzt, erzählt der Geschäftsführer.

„Ich bin auchsehr stolz darauf, dass Leonid sich für uns entschieden hat. Sie ist ein Gewinn für unsere Mannschaft“, sagt Bremmer über die ehemalige Beachhandball-Nationalspielerin.

Es freue sie, dass Leonie auf ihre sportliche Entwicklung setze, auch wenn sie finanziell deutlich bessere Angebot gehabt habe. „Es war für sie nicht einfach einen Topklub wie Bietigheim zu verlassen, aber ich bin davon überzeugt, dass dies der richtige Schritt für sie ist“, sagt die HSG-Trainerin, die schon seit Jahren mit Patorra in Kontakt gestanden habe. Die gelernte Spielmacherin könne auch wegen ihrer Wurfstärke auf halblinks spielen, betont die Trainerin.

Bremmer kann künftig noch intensiver auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Spielerinnen eingehen, weil sie seit einigen Wochen zwei neue Assistenten an ihrer Seite hat, Sebastian Wrzosek als Co-Trainer und Stephan Nocke als Torwarttrainer.

„Ich freue mich sehr darauf, in der kommenden Saison das Trikot der Vipers tragen zu dürfen“, sagt Patorra, „Die schnelle Spielweise der Bad Wildungerinnen kommt mir sehr entgegen“ meint der Neuling, der in Esslingen mit Handball begonnen hat.

Patorra ist Studentin und hält sich nicht nur gern auf dem Handballfeld auf, sondern auch auf anderen Feldern. Dort spaziert sie am liebsten mit ihrem Hund - getreu ihrer Lebenseinstellung „Focus on the good“. (jh/rsm)

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