Fokus auf Trainertätigkeit

Max Pregler beendet seine Handballkarriere - Höhepunkt MT-Einsatz bei Final-Four-Turnier

Typisch Max Pregler: der MT-Regisseur (r.) mit einem seiner kraftvollen Durchbrüche.
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Typisch Max Pregler: der MT-Regisseur (r.) mit einem seiner kraftvollen Durchbrüche.

Bereits mit 26 Jahren beendet Max Pregler aufgrund einer Hüftverletzung seine Handballkarriere. Als Höhepunkt seiner Karriere gibt der Rückraumspieler seinen Einsatz für die MT Melsungen beim Final-Four-Turnier 2013 an.

Melsungen - Es laufen die letzten zehn Minuten im Halbfinale des Final-Four-Turniers in Hamburg am 13. April 2013. Die Partei ist längst entscheiden, der spätere Pokalsieger THW Kiel auf dem Weg zu einem ungefährdeten 35:23-Erfolg. Doch für den 19-jährigen Max Pregler geht ein Traum in Erfüllung: Er durfte, von Trainer Michael Roth eingewechselt, vor imposanter Kulisse - 13000 Zuschauer in der O2-World-Arena - gegen seine Vorbilder wie Filip Jicha oder Aron Palmarssson ran. „Atemberaubend“, fand das das Rückraumtalent der MT Melsungen. 

Sieben Jahre später spricht der Aufbauspieler von dem „Höhepunkt“ seiner Handball-Laufbahn, die er selbst nach einer neuerlichen Verletzung im Training abrupt beendete. Oberligist MT Melsungen II, mitten in der Vorbereitung auf die kommende Saison, muss damit auf seinen Mittelblocker, Spielmacher, Torjäger und Aushilfskreisläufer verzichten.

„Es geht nicht mehr“, sagt der 26-Jährige nach einer neunmonatigen Leidenszeit. Die begann im Oberliga-Derby beim Nachbarn ESG Gensungen/Felsberg, als er nach einem Zusammenprall mit seinem Gegenspieler unkontrolliert mit seiner Hüfte auf den Boden krachte. Dann minutenlang behandelt und ins Krankenhaus gebracht wurde. Die erste (und mehrmals bestätigte) Diagnose verhieß nichts Dramatisches: trotz der anhaltenden Schmerzen „nur“ ein Bluterguss. „Irgendwie fühlt sich das anders an“, hatte Max Pregler seine Zweifel, biss aber auf die Zähne und lief danach - ohne Training - in Babenhausen noch einmal für die Bundesliga-Reserve auf.

Mehr als nur ein Bluterguss

Dann bestätigte eine zweite Meinung, die von Dr. Georg Fieseler, seine Befürchtung, denn der diagnostizierte eine Beschädigung der Hüftpfanne. Dazu kam nach einer weiteren Untersuchung eines Fuldaer Spezialisten noch der Riss der Sehnenplatte hinzu. Also musste der Melsunger operiert werden. Und körperlich - zunächst auf Krücken - weit unten anfangen. „Doch alles ging relativ gut“, erinnert sich der Patient an seine Reha. Daran, „dass ich schnell schmerzfrei laufen konnte und auch der Kraftaufbau für Hüfte und Bein kein Problem war.“ Also beteiligte er sich bereits zum Ende der ersten Vorbereitungsperiode an den Laufeinheiten seines Teams und stieg in die zweite voll ein.

In der folgte allerdings ein erneuter Fall auf die lädierte Hüfte, die sofort anschwoll, so dass Max Pregler kaum mehr laufen konnte. Und die Reißleine zog, auch aus Angst vor bleibenden gesundheitlichen Schäden angesichts seiner körperbetonten Spielweise: „Wenn ich auflaufe, dann will ich auch gewinnen und hänge mich immer voll rein.“

Damit endet seine Karriere unvollendet. Der Durchbruch zum Bundesliga-Spieler blieb ihm ebenso versagt wie der von ihm selbst anvisierte Aufstieg mit der MT II in die 3. Liga. Dazwischen lag eine mühsame Läuterung, als er nach einer langwierigen Schulterverletzung (2018) 30 Kilogramm abnahm. Und nun mit neuem Kampfgewicht zumindest in der Oberliga für Furore sorgen wollte. „Das ist schon ärgerlich“, sagt der Regisseur, „denn ich wäre gern mit der Mannschaft aufgestiegen.“

Co-Trainer von Georgi Sviridenko

Die verliert nun einen ihrer Anführer, was Trainer Georgi Sviridenko „sehr bedauert“. Dafür behält der erfahrene Handball-Lehrer immerhin seinen Co-Trainer der B-Jugend. Seit Januar 2019 hat der 58-Jährige nämlich Max Pregler an seiner Seite. Und lobt die Zusammenarbeit: „Wir ergänzen uns sehr gut. Max kann seine Erfahrung als Spieler an die Jungs weiter geben, die ihm voll vertrauen.“ Der liebt es in der Tat, seinen Schützlingen etwas vor- und damit jeden einzelnen besser machen zu können. Und dabei von seinem Mentor, der als Spieler (u.a. von Europapokal-Sieger Minsk) und Trainer (u.a. der weißrussischen Nationalmannschaft und Bundesligist HSG Düsseldorf) schon fast alles erlebt hat, „ganz viel lernen kann.“ Gleich im ersten Jahr klappte die Generation übergreifende Kooperation so gut, das am 15. Juni 2019 in Leipzig der Deutsche Meistertitel des goldenen Jahrgangs 2009 heraussprang.

Noch in diesem Jahr will Max Pregler seinen Trainerschein machen. Und „irgendwann mal eigenständig“ eine Mannschaft übernehmen. Eine Perspektive, die seine Rücktrittsentscheidung etwas abfederte. Und die auf eine zweite Karriere hoffen lässt, bei der die erste sicherlich immer mal wieder aufblitzen wird. (ohm)

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