Heinrich Horn Gedächtnisturnier

Meister BVB bekommt ein neues Gesicht

Applaus für seine Mannschaft: Nach der historischen Meisterschaft der BVB-Frauen ohne Punktverlust steht Trainer Andre Fuhr allerdings vor einem Neuaufbau.
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Applaus für seine Mannschaft: Nach der historischen Meisterschaft der BVB-Frauen ohne Punktverlust steht Trainer Andre Fuhr allerdings vor einem Neuaufbau.

Über den Star, das Aushängeschild, den Favoriten des Kirchhofer Heinrich Horn Gedächtnisturniers am Wochenende in Melsungen gibt‘s keinen Zweifel. Die Mannschaft von Borussia Dortmund natürlich, der aktuelle Deutsche Meister, dem in der abgelaufenen Saison Historisches gelungen ist: Die Mannschaft gab in 30 Pflichtspielen keinen einzigen Punkt ab.

Dortmund/Melsungen - „Das war schon etwas Besonderes“, blickt Trainer Fuhr durchaus mit etwas Stolz zurück. Angesichts der unglaublichen Siegesserie, aber auch wegen des Titels überhaupt, dem ersten in seiner durchaus bereits erfolgreichen Laufbahn.

Mit nur 31 Jahren hatte der Ostwestfale den damaligen Zweitligisten HSG Blomberg-Lippe übernommen, ihn 2006 ins Oberhaus und bis zu seinem Wechsel zum TuS Metzingen (2018) dreimal in den Europapokal geführt. In Dortmund heuerte der Trainer der deutschen Junioren-Nationalmannschaft in Personalunion 2019 an, war mit seiner Mannschaft zum Zeitpunkt des Pandemie bedingten Saisonabbruchs Tabellenführer, doch den Dortmunderinnen blieb der Meistertitel (im Gegensatz zum THW Kiel bei den Männern) vesagt. „Diesen Unterschied zu machen, war nicht richtig“, sagt André Fuhr heute noch. Die Mannschaft ärgerte sich ebenso, war dadurch aber noch entschlossener, das ihr Versagte nachzuholen.

Der orkanartige Triumphzug danach trug indes die Handschrift des Trainers. Tempohandball hatte der 50-Jährige seinem Team verschrieben aufbauend auf eine gute Breite und Homogenität im Kader. Fast 35 Tore pro Spiel erzielte der BVB im Schnitt, doch unter den ersten Fünf der Torjägerliste ist keine Dortmunderin, „weil wir weniger über den Rückraum als über unser Umschaltspiel kommen und somit viel über Außen und vom Kreis treffen“ (Fuhr).

Johanna Stockschläder explodierte

Dabei „explodierte“ mit Johanna Stockschläder auch eine Ex-Kirchhoferin. Und André Fuhr bestätigte seinen Ruf als „Entwickler“. „Er kann Spielerinnen nachhaltig besser machen. Johanna hat er zur vielleicht besten Linksaußen der Bundesliga gemacht“, meint Andreas Heiermann.

Drum ist dem Abteilungsleiter auch vor dem kommenden personellen Schnitt nicht bange. Acht Spielerinnen gehen und neun kommen - die Meistermannschaft bekommt ein neues Gesicht. Warum? „Es gab Spielerinnen, mit denen wir nicht mehr geplant haben und andere, die eine neue Herausforderung gesucht haben“, begründet Dortmunds Handballchef die personellen Veränderungen. Die Folge: Der Kader wird jünger und bunter. Mit Haruno Sasaki versucht sich gar die erste Japanerin in der 1. Bundesliga.

„Also geht die Arbeit wieder bei Null los“, freut sich Entwickler Fuhr auf die Herausforderung des Neuaufbaus. Die besonders groß auf der Mittelposition ist. Inger Smits und Kelly Dulfer wechselten nach Bietigheim, Delaila Amega und Neuzugang Illa Woth (beide Kreuzbandriss) fallen langfristig aus. Bleibt nur noch die deutsche Nationalspielerin Alina Grijseels, die in der kommenden Saison von den jungen Fatos Kücükyildiz (von Buchholz-Rosengarten) und Frida Ronning (vom norwegischen Cluba Oppsal Handball) unterstützt wird.

Trotzdem. Ein Platz unter den ersten zwei soll‘s laut Heiermann in der kommenden Spielzeit schon sein. Allerdings: Favorit sei diesmal Bietigheim. Und damit ein erneuter BVB-Durchmarsch a la 2020/2021 eher unwahrscheinlich.

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