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Melsunger Derbysieg mit spektakulären Toren

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Von: Gerd Brehm

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Nicht zu halten: Der überragende Julian Fuchs (Mitte) entwischt hier den Vellmarern Lance-Phil Stumbaum (l.) und Finn Hujer. Der Rechtsaußen trug elf Treffer zum MT-Sieg bei.
Nicht zu halten: Der überragende Julian Fuchs (Mitte) entwischt hier den Vellmarern Lance-Phil Stumbaum (l.) und Finn Hujer. Der Rechtsaußen trug elf Treffer zum MT-Sieg bei. © Andreas Fischer

Entstehung und Vollendung des ersten Treffers waren symptomatisch. Ben Beekmann und Julian Fuchs spielten „Kempa“ und sorgten gleich zum Auftakt für einen spektakulären Moment, dem viele weitere grandiose Szenen folgen sollten. So feierte das Oberligateam der MT Melsungen einen in dieser Klarheit unerwarteten 38:28 (24:13)-Erfolg im Nordhessenderby beim TSV Vellmar.

Vellmar - Die Mannschaft von Trainer Sviridenko trat bestens vorbereitet in Vellmar an, weil sie zwei Lektionen gelernt hatte. Der Gegner - obwohl hoffnungslos überfordert - wurde auch nach Zwischenständen wie 9:4 (12. Minute) oder 16:8 (19.) nicht unterschätzt. Zudem verzichteten David Kuntscher, Paul Kompenhans und deren Mitspieler in den ersten 30 Minuten auf Aktionen, die ohne Harz meistens erfolglos sind. Die Statistik spricht Bände: In der ersten Halbzeit standen Merlin Kothes einzigem Treffer aus dem Rückraum 23 Tore aus der Nahdistanz gegenüber.

Georgi Sviridenko freute sich darüber, dass ihm seine Spieler vor der Partie so gut zugehört hatten. „Viel Geduld, wenig Risiko und pausenlose Konzentration hatte ich gefordert. Das alles hat die Mannschaft prima umgesetzt“, lobte der Coachr. Allerdings waren die Komplimente nur für die ersten 30 Minuten berechtigt. Nach der Pause nutzte der ehemalige Olympiasieger die Gelegenheit, Akteure einzusetzen, die bisher nicht zum Zuge kamen.

Etwa Rene Andrei, der bei der Besprechung offenbar nicht so gut aufgepasst hatte. Immer wieder versuchte er, aus dem Rückraum Tore zu erzielen - und stets scheiterte er an Vellmars Torwart Christian Gumula. Zudem vermisste die Abwehr in den letzten 16 Minuten Schlussmann Büde, der mit 14 Paraden bei nur 17 Gegentoren ein bis dahin wichtiger Rückhalt gewesen war. Da Erik Ullrich (krank) und Jan-Lasse Herbst (beruflich verhindert) in Vellmar fehlten, durfte in der Schlussphase der erst 17-jährige Carl Beck das Melsunger Tor hüten.

Fuchs und Beekmann überragen

Neben Jannik Büde trumpften die Außen besonders auf. Julian Fuchs und Ben Beekmann zeigten, warum sie eine Zukunft als Handball-Profis vor sich haben. Beide überzeugten mit Spielwitz und Treffsicherheit. So scheiterte Fuchs bei zwölf Versuchen nur einmal an Gumula.

Stark war auch der Auftritt von Jan Grolla, der mit Einsätzen auf Rechtsaußen, im rechten Rückraum und als Regisseur in der Mitte seine Vielseitigkeit unter Beweis stellte. Die Formkurve von Rohat Sahin geht weiterhin nach oben und David Kuntscher wird wieder aufleben, wenn Haftmittel erlaubt sind.

Nun wird sich in der Wettenberg-Woche (Dienstag in Melsungen, Samstag in Wettenberg) zeigen, ob die Bundesliga-Reserve auch gegen einen stärkeren Gegner so souverän und spektakulär auftreten kann wie in Vellmar.

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