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MT II schnappt Gensungen die Tabellenführung weg

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Von: Ralf Ohm

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Überraschungsfaktor: Melsungens Jona Rietze (l.) wirbelt als Mittelmann die gegnerische Deckung durcheinander.
Überraschungsfaktor: Melsungens Jona Rietze (l.) wirbelt als Mittelmann die gegnerische Deckung durcheinander. © Pressebilder Hahn

Am letzten Spieltag des Jahres übernahm die MT Melsungen II in der Handball-Oberliga die Tabellenführung vom Lokalrivalen ESG Gensungen/Felsberg. Eine Vorentscheidung im Aufstiegskampf war das natürlich nicht, eine späte Wachablösung aber schon, die in beiden Lagern unterschiedliche Gefühle auslöste.

MT Melsungen II

„Schöne“ bei der Bundesliga-Reserve, wie Trainer Haenen betont: „Die Tabellenführung ist gut für den Kopf meiner Spieler und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Der sich, nach der 26:31-Auftaktniederlage in Groß Bieberau, zunächst als durchaus holprig erwies. „Da waren wir noch im Vorbereitungsmodus“, blickt Arjan Haenen immer noch etwas verärgert zurück. Doch dann kam seine Mannschaft, als Aufstiegsfavorit gehandelt, auf Touren. Gewann fünf Mal in Folge und bestand die Nagelprobe im Derby (29:27) mit Auszeichnung. Einen Durchmarsch verhinderte die HSG Breckenheim/Walau/Massenheim, die mit 34:29 in Melsungen überraschte und den Gastgeber kalt erwischte.

„Uns fehlte die Härte und Intensität“, analysierte der Niederländer. Und zog wie seine Mannschaft - von nun an wieder ab der ersten Minute voll bei der Sache - die Lehren daraus. So wurde das Angriffsspiel noch breiter angelegt, um über die überragenden Außen Fuchs/Beekmann/Potzkai/Drosten und den sich stetig steigernden Kreisläufer Lasse Ohl zum Torerfolg zu kommen. Mit dem überragenden Max Pregler als Taktgeber, der aktuell seinen x-ten Frühling im Herbst seiner Karriere erlebt.

Neben dem Routinier hebt der 35-jährige Niederländer Jan Waldgenbach („Er hat hervorragend eingeschlagen“) und „Überraschungsfaktor“ Jona Rietze hervor, der mit seiner Wendigkeit so manche gegnerische Deckung auseinandernahm. Und sich mit Nebenmann Pregler auch im Mittelblock hervorragend ergänzte.

ESG Gensungen/Felsberg

Natürlich hätten sie gern auf dem Platz an der Sonne überwintert, die Edertaler. Doch mehr als eine „Momentaufnahme“ ist der Verlust der Tabellenführung für Trainer Eidam nicht. Denn: „Wir haben es noch selbst in der Hand, unser Ziel zu erreichen.“ Das „Zwischenziel“ haben sie erreicht. Ob der personellen Probleme zu Beginn der Saison, die sich zum Ende der Hinrunde (mit dem Ausfall von Gruber und Feuring) wiederholten, war der Fabelstart von 12:0-Punkten nicht selbstverständlich.

Doch die Neuerungen des neuen Trainers hatten schnell gegriffen. Etwa die antizipative 6:0-Deckung mit offensiven Halben. In dieser Rolle war besonders Heinrich Wachs in seinem Element. Dabei stahl der Torjäger dem Gegner nicht nur die Bälle, sondern leitete mit seiner Explosivität auch noch die Tempogegenstöße ein. Und im Positionsangriff wurde die Zweikampfstärke hervorragend ins taktische Konzept integriert.

Umso enttäuschender die Derby-Niederlage. „Doppelt enttäuschend“ für Frank Eidam, „weil einige Spieler ausgerechnet in dieser Partie nicht in Normalform waren und wir trotzdem vom Spielverlauf her dank des späten Ausgleiches noch die Chance hatten zu punkten.“

Die Folge: „Ein kleiner Bruch“ (Eidam) mit dem Ausrutscher in Hüttenberg und einer zähen Neu-Konsolidierung, die durchaus Steigerungsmöglichkeiten offenbarte. Am Kreis und im Spiel über die Breite. „Dieses Potenzial müssen wir nutzen“, fordert der 40-jährige Lehrer.

Auch wenn die Saison noch lang ist (15 Spiele) und das heimische Spitzenduo die HSG Brekcenheim/Wallau/Massenheim im Nacken hat, wirft das Rückspiel im Derby (am 12. März in Melsungen) seine Schatten voraus. Es könnte bereits am 20. Spieltag Endspielcharakter haben. Kein Wunder also, dass sich schon einige Fans nach Karten erkundigt haben.

Heiß auf den Ball und auf Tore: Gensungens Heinrich Wachs, der mit 99 Treffern derzeit die Torschützenliste anführt.
Heiß auf den Ball und auf Tore: Gensungens Heinrich Wachs, der mit 99 Treffern derzeit die Torschützenliste anführt. © Richard Kasiewicz

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