Umfrage

MT Melsungen II als Geheimfavorit der Handball-Oberliga gehandelt

Das Votum ist eindeutig: Die HSG Pohlheim geht als Top-Favorit auf den Aufstieg in die 3. Handball-Liga in die kommende Saison. Das bestätigten alle sieben Konkurrenten der Oberliga Nord in einer HNA-Umfrage. „Pohlheim ist Drittliga reif“, erklärt Matthias Wendlandt (HSG Kleenheim/Langgöns) stellvertretend für seine Trainerkollegen.

Schwalm-Eder - Das einhellige Urteil hat zwei Namen. Der sowieso schon bärenstarke Kader des Oberliga-Vizemeisters der Saison 2019/2020 wurde noch durch die ehemaligen Bundesliga-Spieler Stephan Lex und Moritz Lamprecht verstärkt. Die sollen der Mannschaft, so Trainer Jens Dapper, „einen weiteren Schub verleihen“, um das auch vom Verein selbst ausgegebene Ziel zu erreichen.

Als ärgsten Konkurrenten stuft der Geschäftsführer der AWO Gießen die MT Melsungen II ein, die bei vier weiteren Nord-Gegnern (Petterweil, Vellmar, Bruchköbel und Wettenberg) ebenfalls als „Geheimfavorit“ durchgeht. „Die zahlreichen Talente haben ein großes Potenzial“, meint Gordon Hauer, Sportlicher Leiter des TSV Vellmar.

Georgi Sviridenko hat in der Tat mittlerweile den erfolgreichen Jahrgang 2002 (u.a. deutscher B-Jugend-Meister 2019) komplett zusammen plus erfahrene Spieler mit Führungsqualitäten wie Erik Ullrich, Merlin Kothe oder Jan Grolla. „Unsere Wechselbilanz ist positiv“, sagt der MT-Coach. Aber auch: „Man darf den Übergang in den Männerbereich nicht unterschätzen.“ Gerade in puncto Cleverness hätten seine begabten Talente noch Defizite. Den Aufstieg sieht er daher eher als „mittelfristige Perspektive“ an.

Zwischenziel ist auf jeden Fall das Erreichen der Aufstiegsrunde, was den ersten vier Mannschaften vergönnt ist. Die streben auch die SG Bruchköbel, die HSG Wettenberg und die HSG Kleenheim-Langgöns an.

Bruchköbel muss mit dem ehemaligen kroatischen Nationalspieler Hrvoje Batinovic, Milos Kreckovic und Jannick Hoffmann drei Stammspieler ersetzen, was den Druck auf die vier „Neuen“ (u.a. 2,04 m-Mann Alen Kulenovic vom TV Gelnhausen) erhöht. Zumal auch Leistungsträger Sergej Zutic noch verletzt ist. Also will der Sportliche Leiter Kazimir Balantovic noch mal nachlegen: „Wir suchen noch einen Kreisläufer und einen Rückraumspieler.“

Kontinuität ist in Wettenberg Trumpf, während Kleenheims Trainer eine „negative Wechselbilanz“ beklagt. Für drei Leistungsträger (u.a. Yannick Woiwood und Stefan Lang) kamen zwei Talente (Joshua Hantl von TV Hüttenberg U 23 sowie Lennart Müller von HSG Dutenhofen-Münchholzhausen U 23), „an denen wir in zwei bis drei Jahren große Freude haben werden“ (Wendtlandt).

Für Vellmar steht Abstiegskampf im Fokus

Für die restlichen Teams ist wohl die Abstiegsrunde (siehe Hintergrund) prädestiniert, steht der Kampf um den Klassenerhalt im Fokus. „Eine ganz schwere Aufgabe“, weiß Gordon Hauer, „dazu müssen wir auf jeden Fall die Aufsteiger Petterweil und Großenlüder/Hainzell hinter uns lassen.“ Trainer Abraham Rochel kann auf eine eingespielte, durch drei Spieler aus der Reserve ergänzte Mannschaft zurück greifen, die in der Saison 2019/2020 als Schlusslicht noch Lehrgeld zahlen musste, der aber aufgrund des Pandemie bedingten Abbruchs nach 20 von 26 Spielen der Abstieg erspart blieb.

Der TV Petterweil hat sich die Dienste des Drittliga erfahrenen Rückraumlinken Stephan Pletz (von der HSG Krefeld) gesichert und setzt bei der Mission Klassenerhalt laut Trainer Martin Peschke auf die eigene Heimstärke. Bei der HSG Großenlüder/Hainzell hat der Ex-MTer Jonas Gossmann, der zuletzt pausierte, angeheuert. Zusammen mit zwei weiteren Neuzugängen soll der Rückraumspieler dem Angriff der Osthessen „mehr Durchschlagskraft“ verleihen. Darauf hofft Christoph Dimmerling, der Sportliche Leiter, der sein Team mit Vellmar und Petterweil „auf Augenhöhe“ sieht.

Georgi Sviridenko

Rubriklistenbild: © Pressebilder Hahn

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