Handball-Oberliga

MT Melsungen II geht ohne jeden Meisterschaftseinsatz in die Pandemiepause

Nachdenklich: MT-Coach Georgi Sviridenko, derzeit ausschließlich im Training seiner B-Jugendlichen gefordert, während die Oberliga-Mannschaft der MT - mal wieder - pausieren muss.
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Nachdenklich: MT-Coach Georgi Sviridenko, derzeit ausschließlich im Training seiner B-Jugendlichen gefordert, während die Oberliga-Mannschaft der MT - mal wieder - pausieren muss.

Die Pandemiepause trifft sie hart, die Oberliga-Handballer der MT Melsungen II. Die Vorbereitung auf die Saison 2020/2021 war so kompliziert und lang wie nie, ohne dass die Spieler von Trainer Sviridenko auch nur ein einziges Meisterschaftsspiel bestreiten konnten.

Melsungen - Eigentlich ist die Frage nicht schwer zu beantworten. Die nach dem letzten Meisterschaftsspiel nämlich. Trotzdem zögert Georgi Sviridenko. Und bleibt vage. „Irgendwann im März“, sagt der Trainer des Handball-Oberligisten MT Melsungen II, der darüber hinaus die B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen betreut. Klar, für einen wie den 57-Jährigen ehemaligen Olympiasiegers, normalerweise jedes Wochenende im Einsatz, ist das im November des gleichen Jahres eine Ewigkeit, die die Erinnerung verblassen lässt.

Es war der 8. März, als die Bundesliga-Reserve Dotzheim mit 36:31 besiegte, sich damit für die 26:46-Hinspielpleite revanchierte. „Die Stimmung war richtig gut“, blickt der MT-Coach lächelnd zurück. Dann kam Corona, der Saisonabbruch, die Pause, die Vorbereitung auf die Saison 20/21 unter dem Diktat der Pandemie. Erst nur draußen, später unter speziellen Hygienebedingungen und zunächst ohne Körperkontakt in der Halle.

Kapitän Gisbrecht erinnert sich: „Im ersten Training waren fünf Würfe aufs Tor erlaubt.“ Selbst die hinterließen ungewohnte Spuren im Muskelapperat, „weil sich der Körper ohne Ball ganz schnell entwöhnt hatte.“ Und eine spezielle Trainingssteuerung erforderte.

Erst die zweite Vorbereitungsperiode mutete wieder halbwegs normal an. Die Spannung in der neu formierten Mannschaft stieg, je näher der Saisonstart rückte. Und sank, als der um vier Wochen verschoben wurde. „Denn das“, so Eugen Gisbrecht, „bedeutete vier weitere Wochen Vorbereitung und davon hatten wir schlichtweg die Schnauze voll.“

Fußball als Abwechslung

Also wurde etwas mehr Fußball im Training gespielt. Alt gegen jung, ein Aufwärmduell als Ersatz für das nächste Spiel. Bis der Saisonstart doch vor der Tür stand, mit der Fokussierung auf die Auftaktpartie in Pohlheim die Motivation wieder stieg. Um dann in den Keller abzurutschen, als sie am 16. Oktober von den Gastgebern zwei Stunden vor Abfahrt der Bartenwetzer abgesagt wurde. Dass danach in Vellmar nichts ging, wussten Spieler und Trainer schon zwei Tage später. Verbunden mit der Ahnung, dass in diesem Jahr überhaupt nichts mehr gehen würde.

„Eine Ungewissheit, die uns besonders bedrückte“, beschreibt Georgi Sviridenko den „damaligen“ Seelenzustand seiner Mannschaft. Trotzdem. Das Training ging weiter. Und die Spieler nutzten die gemeinsame Zeit, um sich auszusprechen, was ihren Zusammenhalt durchaus stärkte. Und sie den ultimativen Schlussstrich für das laufende Jahr, vollzogen durch den Hessischen Handball-Verband (wir berichteten), nicht ganz unvorbereitet wegstecken ließ.

Trotzdem tat‘s weh. Auch dem Mannschaftsführer. „Ich bin sportverrückt, brauche den Wettkampf und damit ein Ziel, worauf hin ich arbeiten kann“, erklärt Eugen Gisbrecht. Der hat, da die Hallen gesperrt sind, wie seine Teamkollegen erstmal trainingsfrei. Will den Kopf aber keineswegs in den Sand stecken und bald wieder beginnen, individuell an sich zu arbeiten. Verbunden mit neuen Trainingsplänen, die sich von denen des ersten Lockdowns wohl nicht wesentlich unterscheiden werden.

Sein Trainer hat sich vorgenommen, „aus der Situation das Beste machen“. Und hat das Glück, fast jeden Tag mit seinen B-Jugendlichen, ebenfalls noch ohne jeden Meisterschaftseinsatz, in der Halle arbeiten zu können, da Jugendtraining im (zertifizierten) Leistungszentrum erlaubt ist. Auch hier fällt allerdings das Wettkampfkriterium weg. Drum soll, so Sviridenko, „der Schwerpunkt auf der individuellen Weiterentwicklung“ der Talente liegen. Was nichts daran ändert, dass diese genauso wie Gisbrecht und Co. sehnlichst darauf hoffen, dass es endlich richtig losgeht.

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