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MT Melsungen II verpasst den Aufstieg

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Von: Ralf Ohm

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Verabschiedete sich mit einer feinen Leistung und sechs Treffern: MT-Rückraumspieler David Kuntscher.
Verabschiedete sich mit einer feinen Leistung und sechs Treffern: MT-Rückraumspieler David Kuntscher. © Richard Kasiewicz

Im dramatischen Saison-Finale der Handball-Oberliga zog die MT Melsungen II den Kürzeren. Trotz eines 39:25-Erfolg gegen die TSG Offenbach-Bürgel musste die Bundesliga-Reserve der HSG Pohlheim den Aufstieg in die 3. Liga überlassen.

Guxhagen - Der Satz stand. „Wir sind sportlich die beste Mannschaft der Oberliga Hessen.“. Trost, Trotz oder konnte Martin Reinbold in der Hitze des dramatischen Saisonfinales einfach die Tabelle nicht lesen? Weder noch, auch wenn die Enttäuschung des Kapitäns der MT Melsungen II über den knapp verpassten Aufstieg natürlich tief saß. Umso mehr als die Bundesliga-Reserve beim 39:25 (21:11)-Erfolg gegen die TSG Offenbach-Bürgel ihre Hausaufgaben mit Auszeichnung erledigt und doch im Zweikampf um den Aufstieg in die 3. Liga das Nachsehen hatte, weil Konkurrent HSG Pohlheim beim 27:21 gegen den TuSpo Obernburg seinen zweiten Matchball nutzte. So wurde den Melsungern eine Niederlage aus der Vorrunde zum Verhängnis. Als nämlich der 21:20-Sieg bei der HSG Kleenheim-Langgöns aufgrund der fehlenden Spielberechtigung für einen Spieler in eine Niederlage umgewandelt wurde.

Die Erinnerung daran spielte im letzten Heimspiel der Saison sowie beim Abschied von Trainer Georgi Sviridenko (siehe Artikel auf dieser Seite) sowie Rückraumspieler Kuntscher erst mal keine Rolle. „Wir haben Offenbach-Bürgel von Anfang an im Griff gehabt“, sagte Spielmacher Max Pregler, was ziemlich untertrieben war.

Die Gäste wurden nämlich einfach überrannt, an die Wand gespielt, waren dem Tempo der MT sowohl im Umschaltspiel wie im Positionsangriff nie gewachsen. Ein laut Kreisläufer Reinbold „geplanter Schockmoment“, aus dem TSG-Trainer Marko Sokicic seine Schützlinge auch mit einer längst fälligen Auszeit nach 16 Minuten nicht befreien konnte.

Die Gastgeber machten einfach weiter, trafen wie und so schön sie wollten, ohne dass dabei die offensive 6:0-Deckung dem sonst so starken Offenbacher Rückraum Luft zum Atmen ließ. Den Rest besorgte ein starker Torwart Ullrich. „Wir waren hervorragend eingestellt und haben alles in dieses Spiel reingelegt“, erklärte der 21-Jährige seine zahlreichen Paraden. Erst beim 18:6 (23.) flaute der MT-Orkan etwas ab, ohne dass die Dominanz flöten ging.

Die zweite Hälfte also nur Formsache? Mitnichten. Die Melsunger machten einfach weiter. Nach seinem sechsten Tor (35.) wurde der überragende David Kuntscher im rechten Rückraum von Jan Grolla ersetzt - und der ließ fünf Buden bei sechs Versuchen folgen. Nach 39 Minuten traf Max Pregler zweimal zum 28:14 ins verwaiste TSG-Tor, weil auch der gegnerische Versuch mit einem siebten Feldspieler nicht fruchtete. Als der eingewechselte Merlin Kothe das 39:24 erzielte (58.), verlangte die Tribüne lautstark das 40. Tor. Doch diesmal zierten sie sich, die Melsunger. Das einzige Mal.

Dem Rausch folgte das Warten der Mannschaft auf das Pohlheimer Ergebnis. Und die Ernüchterung. Doch die wurde kollektiv weggespült. Auch mit der Erkenntnis des Kapitäns, die durchaus ihre Berechtigung hatte.

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