Oberliga-Derby

MT Melsungen II zittert sich zum Sieg

Nicht ganz zufrieden, aber erleichtert: Die Melsunger (v.l.) Florian Weiß, Ben Beekmann, Martin Reinbold, Merlin Kothe, Jona Rietze, Jan Lasse Herbst, Erik Ullrich und Jan Grolla feiern den unerwartet knappen Derbysieg gegen Vellmar.
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Nicht ganz zufrieden, aber erleichtert: Die Melsunger (v.l.) Florian Weiß, Ben Beekmann, Martin Reinbold, Merlin Kothe, Jona Rietze, Jan Lasse Herbst, Erik Ullrich und Jan Grolla feiern den unerwartet knappen Derbysieg gegen Vellmar.

Als Jonas Koch den TSV Vellmar in der 45. Minute mit 23:19 in Führung brachte, bahnte sich eine Sensation an. Dann aber besannen sich die Akteure der MT-Reserve auf ihre Stärken, machten in sieben Minuten aus dem 19:23-Rückstand eine 24:23-Führung und landeten doch noch auf der Siegerstraße. Schließlich behielt die MT Melsungen II im Nordhessenderby der Handball-Oberliga gegen den TSV Vellmar mit 28:27 (15:14) die Oberhand.

Melsungen - Dass das Ergebnis viel knapper ausfiel als allseits erwartet, hatte viele Gründe. Zunächst kaschierte David Kuntscher die Schwächen seiner Mannschaft und hatte den Hauptanteil an der 7:2-Führung nach neun Minuten. Dann aber merkten die Gäste schnell, dass es reichte, sich auf Kuntscher zu konzentrieren, da sowohl Florian Weiß als auch Merlin Kothe nicht in Bestform waren. Deren Versuche, Kreisläufer Martin Reinbold in Szene zu setzen, scheiterten.

Zudem steigerte sich TSV- Torwart Christian Gumula und glänzte mit einer grandiosen Quote (16 Paraden bei 28 Gegentoren). Und da die beiden Melsunger Außen Jan Grolla und Ben Beekmann nur selten in das Angriffsspiel einbezogen wurden, kam was kommen musste. Zwischen der neunten und 45. Minute sahen die 100 Zuschauer in der Stadtsporthalle nur zwölf Treffer der Gastgeber, die im gleichen Zeitraum 21 Gegentore hinnehmen mussten. Keine Mittel hatte die MT-Deckung gegen Finn Hujer und Jonas Koch.

Der Favorit blieb „cool“

Dass der Favorit schließlich doch noch die beiden Punkte holte, lag vor allem daran, dass sich die Mannschaft auch vom Vier-Tore-Rückstand eine Viertelstunde vor Schluss nicht aus der Ruhe bringen ließ. „Das Beste war, dass wir cool geblieben sind“, lobte Georgi Sviridenko, der aber trotz des Sieges unzufrieden war. „Ich kann nicht verstehen, dass wir immer wieder versucht haben, über den Kreis zum Erfolg zu kommen, obwohl das Zusammenspiel mit dem Kreisläufer nicht funktioniert hat“, tadelte Melsungens Trainer.

Der hatte keine Gelegenheit, Merlin Kothe mal eine Pause zu gönnen, da sich Rene Andrei an der rechten Hand verletzt hatte und ebenso zuschauen musste, wie der schon länger außer Gefecht gesetzte Paul Kompenhans. Dennoch spielte der MT-Angriff in der erfolgreichen Schlussphase flexibler, weil sich Kothe und Weiß noch mal zusammenrissen und Rohat Sahin, der nun am Kreis agierte, dosierter eingesetzt wurde als zuvor Reinbold. Clever war zudem, dass die MT die Strafzeiten gegen die Vellmarer Simon Adam und Frederik Drönner konsequent nutzte.

Schließlich war der Trainer des Verlierers zufriedener als der Coach des Siegers. „Wir waren die bessere Mannschaft, aber leider haben wir bei einer Überzahl zwei entscheidende Fehler gemacht“, sagte Abraham Rochel.

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