Handball-Abteilungsleiter tritt zurück

Nach 24 Jahren ist für Erich Kühn bei der TG Wehlheiden jetzt Schluss

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Er hat alles im Griff: Erich Kühn stand mehr als zwei Jahrzehnte an der Spitze der Handball-Abteilung der TG Wehlheiden.

Kassel. Ja, einen größeren Fehler hat er gemacht. „Aber das möchte ich jetzt lieber nicht mehr aufwärmen“, sagt er nach einem Moment des Zögerns. Darüber hinaus ist Erich Kühn mit sich im Reinen, wenn er seine lange Amtszeit gedanklich Revue passieren lässt. 24 Jahre wirkte er bei den Handballern der TG Wehlheiden an verantwortlicher Stelle, seit 1998 leitete er die Abteilung. Am 17. März beendete er sein Engagement.

Die Ziele, mit denen Kühn antrat, hat er nach eigenem Bekunden erreicht. „Der Verein hatte damals 52 Mitglieder, zwei Männer- und eine Jugendmannschaft. Ich wollte die Jugendarbeit stärken und mit der ersten Mannschaft als erstes Kasseler Team in die junge Landesliga kommen“, berichtet der 63-Jährige. Heute kann er mit guten Zahlen aufwarten. Die Handballer stellen mit rund 300 Mitgliedern die stärkste Abteilung der TGW. Neben vier Mannschaften im Seniorenbereich, drei bei den Männern, eine bei den Frauen, spielen auch sechs Jugendteams im Trikot der Wehlheider. Und auch die Landesliga erreichte die TGW. Dauerhaft etablieren konnte sie sich dort kaum. Auch heuer droht der Abstieg.

Wesentlich anders würde Kühn sein Amt auch mit dem heutigen Erkenntnisstand nicht ausüben. „Kleinigkeiten würde ich anders machen, nur an wenigen Stellschrauben anders drehen“, sagt er. Was er konkret damit meint? „Dem leidigen Thema Schiedsrichter und Schiedsrichtersoll würde ich mich stärker widmen. Vorzuwerfen habe ich mir nichts. Aber die immer wieder gegen uns verhängten Punktabzüge, wie auch in dieser Saison, sind nicht zu verkraften.“

Gelegentlich steht die TGW im Ruf, Spieler zusammenzukaufen, aber nicht selbst auszubilden. Wie begegnet Kühn diesen Vorhaltungen? „Das stimmt nicht. Wir sind kein armer Verein, aber auch keiner mit riesigen finanziellen Mitteln.“ Was dem Klub freilich zugutekomme, seien die durch die Ausrichtung der Wehlheider Kirmes erwirtschafteten Gelder. „Durch die Sperrung des Stockplatzes gehen diese aber zurück. Auch deshalb, weil die Kosten nicht nur wegen höherer Sicherheitsauflagen gestiegen sind“, erklärt Kühn. Und noch ein letztes Wort zu den Ausgaben: „Ich habe mit festem Budget gearbeitet, und das wurde nicht überschritten.“

Ob die neue Abteilungsleitung mit Sohn Sebastian und dessen Stellvertreter Steffen Szameitat seiner Linie folgen wird, weiß Kühn nicht. „Sie müssen das machen, wie sie es für richtig halten. Auf jeden Fall ist es gut, dass die Jungen übernehmen“, betont er. Hält er sich komplett raus? „Ich unterstütze sie, wo ich kann, wenn sie es wünschen. Aber ich mische mich nicht ein.“ Einen zweiten großen Fehler will er tunlichst vermeiden.

Das Loslassen scheint zu klappen, denn schon in den Wochen seit seinem Abschied ist es ruhig geworden um den Umtriebigen. „Kaum noch Telefonate, kaum noch Mails. Und das Schönste: Mir fehlt nichts.“

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