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Nach Klassenerhalt von Eintracht Baunatal: Jetzt ist die Zeit für Experimente

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Von: Manuel Kopp

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Augen zu und durch: Max Bieber (am Ball), hier gegen Burgdorfs Matteo Ehlers und Petar Juric, war mit sechs Treffern der beste Baunataler Torschütze.
Augen zu und durch: Max Bieber (am Ball), hier gegen Burgdorfs Matteo Ehlers und Petar Juric, war mit sechs Treffern der beste Baunataler Torschütze. © Dieter Schachtschneider

Ihr Ziel hatten beide Teams schon eine Woche zuvor erreicht: Den Handballern von Eintracht Baunatal und der TSV Burgdorf II war bereits vor dem vorletzten Spieltag der Klassenerhalt in der Dritten Liga sicher. Im direkten Duell ging es daher nur noch darum, wer die Abstiegsrunden-Gruppe IV als Tabellenführer abschließt. Das werden die Burgdorfer sein, denn die Nordhessen verloren in der heimischen Rundsporthalle gegen die Bundesliga-Reserve 31:35 (14:16).

„Wir sind nach dem Klassenerhalt in ein leichtes Loch gefallen. Es lastete in den ersten sechs Spielen der Abstiegsrunde schon extrem viel Druck auf den Jungs“, sagte Eintracht-Trainer Dennis Weinrich. „Für unsere Bestleistung brauchen wir den absoluten Fokus, aber wir können die Niederlage einordnen.“

Mit dem sicheren Klassenerhalt im Rücken fielen bei der Baunataler Heimniederlage drei Experimente auf.

Experiment 1

Weinrich nutzte das Heimspiel, um auch den Akteuren aus der zweiten Reihe viel Spielzeit zu geben. So saß Kapitän Marvin Gabriel 60 Minuten lang auf der Bank, Felix Geßner spielte nur die zweite Halbzeit und Phil Räbiger sowie Kevin Trogisch bekamen immer wieder ihre Pausen. Die Baunataler traten daher mit einer ungewohnten Startaufstellung an: Moritz Goldmann im Tor, Fynn Reinhardt, Max Bieber und Trogisch im Rückraum sowie Leo Helbing am Kreis, auf den Außen Tom Kurtz und Benjamin Fitozovic. Später bekamen auch Aaron Henne, Michel Schäfer und Philipp Hempel ihre Einsatzzeiten. Lasse Reinhardt, der in der Abwehr begann, spielte in der zweiten Hälfte auch in der Offensive.

Und die Eintracht machte es zunächst prima. Der starke Bieber erzielte als Regisseur vier seiner sechs Treffer in den ersten 16 Minuten – Baunatal führte 10:7. „Max hat das gut gemacht“, lobte Weinrich. Nach den ersten Wechseln agierte der Gastgeber im Angriff aber häufig zu überhastet. „Der Bruch war dann schon etwas zu heftig“, sagte Weinrich. Die Burgdorfer lagen so auf einmal 16:13 vorn, zur Pause 16:14.

Experiment 2

In der zweiten Halbzeit schafften die Baunataler durch das 21:21 von Trogisch erstmals wieder den Ausgleich (44.). Nach dem 22:21 durch Renars Uscins probierte es Weinrich für sieben Minuten lang im Angriff immer wieder mit dem siebten Feldspieler. „Das hat nicht ganz so gut geklappt“, sagte der Trainer später. Zwar kamen die Baunataler in dieser Phase auch immer wieder zu Toren – wie gleich zweimal durch Hempel nach tollen Zuspielen von Lasse Reinhardt – aber sie kassierten auch vier Treffer ins leere Tor. So lagen sie in der 52. Minute mit 26:29 zurück.

Experiment 3

Wenn in einer Partie der ganz große Druck fehlt, dann kann auch schon mal mit einem Trick experimentiert werden. Und so entstand das Tor des Tages durch einen Kempa-Trick. Räbiger passte aus dem rechten Rückraum auf den sich schon im Flug befindenden Rechtsaußen Fitozovic, der sehenswert zum 29:33 (58.) abschloss. „Phil und ich haben das zuletzt im Training so abgesprochen. Dann haben wir uns einmal kurz angeschaut und es gemacht“, sagte Fitozovic.

Die Niederlage konnten die Baunataler aber nicht mehr verhindern, unter anderem weil sie im Angriff einige freie Würfe nicht nutzten und die Torhüter Goldmann, Marcel Lohrbach und Marian Mügge keinen guten Tag erwischten. „Wir sind zwar etwas lockerer als sonst in die Partie gegangen, aber wir wollten dennoch gewinnen und als Tabellenerster die Abstiegsrunde abschließen“, sagte Fitozovic und fügte hinzu: „Aber es ist jetzt auch nicht ganz so schlimm, dass wir das nicht mehr schaffen. Das Wichtigste ist, dass wir nächstes Jahr in der Dritten Liga spielen.“ (Manuel Kopp)

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