SVH will wieder in die Landesliga

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Sein Engagement half der SVH Kassel: Trainer Iljo Duketis auf einem Archivbild aus dem Jahr 2014. 

Kasseler Traditionsverein auf dem Weg der Konsolidierung

Wer hoch fliegt, stürzt tief ab. Eine Binsenweisheit, mit der schon mancher Sportverein, manche Mannschaft Erfahrung machen musste. Erst kommt ein gewisser Neid der Konkurrenz, wenn es oben läuft, dann die Häme, wenn es steil nach unten geht.

Bei den Handballern der SVH Kassel lief es so ähnlich ab. Nach der Saison 2007/08 war man Meister der Oberliga und nach langen Jahren Abstinenz wieder in der Regionalliga. Dann stieg MEG mit Mehmet Göker ein, und es sollte noch weiter nach oben gehen. Nach der MEG-Insolvenz im Herbst 2009 ging es dann allerdings in vielen Schritten wieder nach unten. In die Ober- und Landesliga, dann nochmal Oberliga, dann Landesliga, nach der Saison 2016/17 gar in die Bezirksoberliga.

„Jetzt sind wir da, wo viele uns nach der Göker-Geschichte haben wollten, vielleicht kehrt jetzt Ruhe ein“, sagte damals ein SVH-Insider.

Ruhe ist nicht eingekehrt, aber die „Unruhe“ kam dann von innen heraus. Es entwickelten sich Kräfte im Verein, die einen Schnitt machen wollten. Weg vom von Finanzen abhängigen Handball, verbunden mit dem Einsatz von Eigengewächsen.

„Sportlich konnten wir damals von der Jugendarbeit von Iljo Duketis profitieren“, sagt Dennis Nödler. Der 32-Jährige ist aktuell Presse- und auch Hallensprecher der SVH.

„Wir hatten Spieler mit Bindung zum Verein und Eltern, die alles mittrugen und sich engagierten. Das war eine gute Basis.“ Und die ist heute noch da.

„Wir haben an einem ehrlichen Fundament gearbeitet. Und ich glaube, das ist uns gelungen“, sagt Nödler, der mit seinen Aussagen auch Abteilungsleiter Sven Egenolf vertritt.

Ein Schnitt geht nicht ohne Schmerzen ab. Gruppierungen, die lange Jahre gute Arbeit für den Verein geleistet hatten, wurden nicht mehr gebraucht. Enttäuschte zogen sich ganz zurück.

Inzwischen ist der Schnitt in diesem Sommer drei Jahre her. Drei Jahre, in denen die SVH, einstmals das Flaggschiff des Handballs in der Stadt Kassel, in der Bezirksoberliga spielt. „Natürlich wollen wir langfristig wieder in die Landesliga“, sagt Nödler. „Aber nur mit den vorhandenen Mitteln.“

Und Trainer Thomas „Toni“ Seiler, der selbst lange Jahre das Trikot der SVH Kassel trug, zieht mit. „Wir wollen, dass sich die Zuschauer mit der Mannschaft identifizieren können“, sagt Seiler. „Wir haben Jungs, die Bock auf Handball und Spaß am Mitziehen haben. So kann man in Ruhe etwas Neues aufbauen.“

Seiler freut es auch, dass ihn alte Weggefährten wie Heiko Illian und Roger Siebert unterstützen. Illian als Torwart- und Fitnesstrainer, Siebert als Spieler und stellvertretender Abteilungsleiter. Foto: peter fritschler 1/privat 1

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