3. Liga:

Negovan-Team liefert Meisterstück: SG 09 Kirchhof erteilt TV Hannover-Badenstedt eine Lektion

Nur Fliegen ist schöner: Alma Jaèn Loro erzielte für Kirchhof neun Tore, davon allein sieben in der zweiten Halbzeit.
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Nur Fliegen ist schöner: Alma Jaèn Loro erzielte für Kirchhof neun Tore, davon allein sieben in der zweiten Halbzeit.

Eine Galavorstellung zum Jahresausklang: Die SG 09 Kirchhof hat das Topspiel der 3. Handball-Liga, Staffel C, mit 30:24 (15:11) gegen den TV Hannover-Badenstedt gewonnen.

Melsungen – Sie dürfen sich auf besonders glückliche Kinder an Weihnachten freuen. Die Familien Jaèn Loro im spanischen Dorf Gerena, Cappellaro in der italienischen Gemeinde Mestrino und Ritter Gram in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen. Denn ihre Töchter haben sich mit ihrem Team eindrucksvoll in die zweiwöchige Winterpause verabschiedet. Magisch war der Auftritt der SG 09 Kirchhof, die dem TV Hannover-Badenstedt beim 30:24-Triumph eine Lektion erteilte. Zumal das Resultat den Gästen noch schmeichelte.

„Wir haben allen Grund zum Feiern“, frohlockte SG-Coach Dragos Negovan. Beseelt von der Galavorstellung seiner Mannschaft strahlte er mit seinen Spielerinnen um die Wette, die Freudentänzchen einlegten und nicht aufhören wollten, sich zu herzen. Und konnte mit Stolz verkünden, was zuvor zehn Teams vergeblich versuchten: „Wir haben die 3:2:1-Abwehr Hannovers geknackt.“

3:2:1-Abwehr mit Wucht geknackt

Dazu bedurfte es mehrerer Schlüssel. Kirchhof stieß konsequent und mit Wucht in die Lücken der Deckung. Deborah Spatz und Greta Kavialiauskaite, aber auch Frida Nygaard Ulrichsen nutzten die Räume, die Angela Cappellaro schuf. Die Kreisläuferin, die es im Zweifel sogar mit drei Gegnerinnen aufnahm – und sich behauptete. Die Gastgeberinnen waren derart perfekt auf den TV eingestellt, dass Dragos Negovan im weiteren Spielverlauf eigentlich keine Auszeit benötigt hätte, sondern sein Team nur animieren musste, nicht nachzulassen. Und Kirchhof ließ nicht locker. Konnte sich auch auf Torfrau Sophia Ritter verlassen, die ihren bislang besten Auftritt für die Löwinnen hatte.

Über 3:1 (6., Cappellaro) und 9:4 (15., Alma Jaèn Loro) war zur Pause (15:11) das Feld bestellt, das die SG im zweiten Durchgang erntete. „Wir haben unsere Torfrauen im Stich gelassen. Das waren zudem zu viele Stockfehler im Angriff, so dass wir insgesamt keine Chance hatten“, gab denn auch TV-Coach Frank Käber unumwunden zu. In dessen Reihen hatte sich Jana Pollmer die Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte ganz anders vorgestellt und war abgemeldet.

Ritters beste Leistung und starke Deckungsarbeit

Pollmer und ihre Mitstreiterinnen waren bei Spatz, der meisterhaften Balldiebin, Kavaliauskaite und Cappellaro, die in mehrfach in Volleyballmanier blockten, in besten Händen. „Jede hat Jeder geholfen und ist dafür extra Meter gegangen. Wir hatten einen positiven Druck, weil wir uns beweisen wollten, dass wir als Mannschaft wesentlich stärker auftreten können als zuletzt“, betonte Spatz, die einmal mehr voran ging. Und dabei das nötige Auge hatte, um Alma Jaèn Loro in Szene zu setzen. Die Spanierin war nach der Halbzeit von nichts und niemanden zu stoppen. Zunächst gelang der 19-jährigen Linkshänderin ein Doppelschlag zum 20:15 (37.), ehe sie mit gleich fünf Treffern in Folge – darunter zwei traumwandlerisch sichere Siebenmeter – die Weichen zum 27:18 (48.) eiskalt gar auf Kantersieg stellte.

Da stand die Halle Kopf. Doch nach dem 30:21 durch Spatz (54.) war Kirchhofs Torhunger gestillt. Was nichts daran ändert, dass die Spielerinnen der SG 09 ihren Familien in den kommenden Tagen von einer herausragenden Mannschaftsleistung berichten können. Die den Löwinnen weiterhin alle Chancen im Rennen um die beiden Plätze für die Aufstiegsrunde einräumt. Womöglich sogar mit zumindest zwei Pluspunkten gegen den ärgsten Rivalen Hannover-Badenstedt. „Diesen Sieg haben wir gebraucht“, betonte denn auch Coach Negovan.

Kirchhof: Ritter (14 P./19 GT), Orowicz (2/5) - Nygaard Ulrichsen 3, Pandza 2, Harder, Evjen 2/1, Cappellaro 3, Alma Jaèn Loro 9/3, Kavaliauskaite 6, Spatz 5/1, Agustina Jaèn Loro, Plümer.

Hannover: Oschmann (6/21), Hallmann (5/9) - Rast 8, Neuendorf 6, Seehausen 2, Pook, Friebe 3, Jakob, Kirchberg, Zemke, Nagel, Albert 3/3, Heitefuß, Pollmer 1, Döpke, Wohlfeil 1.

SR: Bley/Tarka (Schlüchtern). Z: 150.

Siebenmeter: 5/8:3/4. Zeitstrafen: 12:6-Minuten. (Sebastian Schmidt)

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