Testspiel: Nach dem Wechsel konnte Kirchhof Japan-Express nicht mehr aufhalten

Niederlage „zu deutlich“

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Kaum zu halten: Shio Fujii (l.), die sich hier gegen die Kirchhoferinnen Simone Poulsen und Selina Schneider behauptet.

melsungen. Am Ende wurde es deutlich. „Zu deutlich“, wie SG Kirchhofs Neuzugang Manja Görl befand. Mit 26:42 (17:21) musste sich nämlich der heimische Handball-Zweitligist Japans Nationalmannschaft beugen, nachdem die Gastgeberinnen eine Halbzeit lang ganz passabel mitgehalten hatten.

Entsprechend geteilt fiel das Fazit des Trainers aus. „Eine Hälfte konnten wir das Tempo mitgehen und in der Offensive durchaus Akzente setzen. Danach wurden wir dafür bestraft, dass unsere Deckung nie richtig in die Zweikämpfe fand“, erklärte Gernot Weiss.

In der Tat war seine Mannschaft bis zum 13:13 durch Laura Nolte (20.) gleichwertig, weil die neue Spielmacherin Simone Larsen Poulsen das Spiel immer besser in den Griff bekam und insbesondere Rückraumspielerin Cristina Mihai in Szene zu setzen wusste. Oder selbst die Lücken der 3:2:1-Abwehr des Gegners nutzte.

Dann deckten die Japanerinnen noch offensiver, drängten die Kirchhofer Aufbaureihe phasenweise fast bis zur Mittellinie zurück - und provozierten Fehler, die in blitzschnelle Tempogegenstöße mündeten. „Damit haben sie uns den Zahn gezogen“, bekannte Manja Görl.

Ebenso unwiderstehlich: der temporeiche Positionsangriff gespickt mit verwirrenden Kombinationen, an deren Ende fast immer eine japanische Spielerin - meist die treffsicheren Außen Megumi Takahashi und Yuke Tanabe oder Kreisläuferin Arata Nishikiori - frei war und traumhaft sicher vollendete.

Weiterhin war die quirlige Regisseurin Mayuko Ishitate nie zu bremsen, genoss laut Gernot Weiss aber auch viel zu viele Freiheiten. „Zu brav, zu offen, zu passiv“ charakterisierte er seine Defensivabteilung, die in der Tat mit zunehmender Spieldauer zunehmende Abstimmungsprobleme offenbarte. Immerhin konnte sich dadurch die nach der Pause eingewechselte Torfrau Karina Morf einige Male auszeichnen, womit der Japan-Express aber auch nicht aufzuhalten war. • Kirchhof: Vogel, Morf (ab 31.), Bärthel (n.e.); Hildebrandt 3, Schneider, Nolte 2, Mertens 1/1, Pollmer 3, Aselmeyer, Kühlborn 2, Heimburg 1, Duknauskaite 3, Hieronymus, Görl 1, Mihai 5, Larsen Poulsen 5. Japan: Fujima, Hida (ab 43.), Yamane (ab 55.); Fuji 2/1, Ishitate 4, Arihama 3, Nagata, Inaba 1, Takahashi 5, Nishihiori 6, Masuda 4, Kamimachi 2, Yokoshima 2, Hayafune 3, Hara 3/1, Tanabe 7. SR: Bärtl/Janisch (Bad Arolsen/Weißenborn). -Z.: 300. Siebenmeter: 2/1:3/2. Zeitstrafen: 4:2-Minuten.

Von Ralf Ohm

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