Oberliga-Derby

Gensungen/Felsberg 27:19-Sieger im Abnutzungskampf gegen MT Melsungen II

Verbissener Kampf um den Ball: Gensungens Rückraumspieler Cornelius Feuring (l.) wird von „Indianer“ Nino Jedinak (MT) gejagt. 
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Verbissener Kampf um den Ball: Gensungens Rückraumspieler Cornelius Feuring (l.) wird von „Indianer“ Nino Jedinak (MT) gejagt. 

Nach unwiderstehlichem Endspurt: ESG Gensungen/Felsberg feiert in der Handball-Oberliga gegen die MT Melsungen II mit 27:19 (12:8) den Derbysieg. 

Zwischen Hoffnung und Ernüchterung, Freude und Frust lagen im Derby der Handball-Oberliga vor 800 Zuschauern in der Gensunger Kreissporthalle genau zehn Minuten. Als Adam Kiss per Siebenmeter auf 14:12 (40.) für die MT Melsungen II verkürzt hatte und die Gäste in den Genuss einer Überzahl kamen, hatten auch ihre Fans Lunte gerochen. 

„Jetzt geht‘s los“, skandierten sie gut hörbar in der proppenvollen Gensunger Kreissporthalle. Auch angesichts des Umstands, dass die Anhänger der ESG Gensungen/Felsberg plötzlich aufgrund des nahenden Unheils ganz ruhig geworden waren.

Kein Vorbeikommen an Torwart Lauterbach

Es ging wirklich los. Aber für die Fuldataler nach hinten. Weil Rechtsaußen Avram zwar zum 14:13 traf, aber die Chance zum 14:14 liegen ließ. Weil Torwart Lauterbach danach seinen Kasten so gut wie zunagelte und seine Vorderleute endlich mal seine Paraden veredelten. 

Weil die Verletzung von Maximilian Pregler nach einem Zusammenstoß mit Mike Gerhold (44.) das bis dahin herrschende Gleichgewicht der Kräfte zerstörte.

Ein Doppelschlag der Gensunger Flügelzange Otto/Hütt zum 19:14 (50.) bedeutete die Vorentscheidung, das 22:17 (56.) durch Vince Schmidt die Entscheidung, die Arnd Kauffeld eine erste Jubelpose entlockte. Am Ende durfte sich der ESG-Trainer über einen 27:19 (12:8)-Erfolg freuen, der indes, wie Sieger und Besiegte einhellig bekundeten, viel zu hoch ausgefallen war.

Die Gastgeber hielten dem Melsunger Druck stand

„Hauptsache gewonnen“, atmete Gensungens Rechtsaußen Cornelius Feuring nach einem wahren Abnutzungskampf auf, der ihn und seine Nebenleute im Angriff vor bisweilen kaum lösbare Probleme gestellt hatte. Erst Max Pregler und danach Nino Jedinak unterbanden als vorgezogene Abwehrspieler einer kompakten 5:1-Deckung fast jeden Edertaler Spielfluss. 

Sorgten phasenweise für das von MT-Trainer Sviridenko verordnete „Chaos“. Für seinen Linksaußen eine „ziemlich komplexe“ Aufgabe, die er nach dem Wechsel „super löste“ (Sviridenko).

Trotzdem. Die Gastgeber hielten, obwohl ihr Angriff nur schwer auf Touren kam und immer wieder stockte, dem Druck stand. Blieben auch nach einem 1:4-Rückstand (8.) cool - und hatten plötzlich die gleiche Idee. „Unsere 5:1-Abwehr hatte bei Überzahl so gut funktioniert, dass wir dann auch bei sechs gegen sechs dabei blieben“, erklärte der Edertaler Coach seinen Geistesblitz. 

Handball als Hallenschach

Den Pregler bzw. Jedinak machte der Schmidt - und das genauso gut. Die Folge: ein 4:0-Lauf der Gastgeber zur 12:8-Pausenführung. Begünstigt auch durch Melsunger Offensivprobleme nach dem frühen Ausscheiden von Kreisläufer Reinbold, der seinen Coach zu dauernden, weil nicht fruchtenden Improvisationen im Rückraum zwang.

Also wurde nach dem Wechsel noch mehr Beton angemischt. Handball als Hallenschach mit viel Körperkontakt. Eine Kraftprobe der intensiven Art, die die 800 Zuschauer in ihren Bann hielt, aber nicht unbedingt begeisterte. Die spät für klare, allzu klare Verhältnisse sorgte. Als sich die beste Offensive der Liga endlich mal ein bisschen austoben durfte.

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