Handball:

Sponsorentreff bei ESG Gensungen/Felsberg offenbart Aufbruchstimmung

Ein dankbares Publikum: Die Gensunger Sponsoren lauschen den Erläuterungen von ESG-Trainer Arnd Kauffeld, dessen Jungs in der Halle schwitzen. Foto: Kasiewicz

Gensungen. Arnd Kauffeld staunte nicht schlecht. „So viele Zuschauer hatten wir beim Training noch nie“, stellte der Trainer der ESG Gensungen/Felsberg überrascht und entzückt zugleich fest.

Hinter ihm bereiteten sich seine Schützlinge auf das Training vor, vor ihm auf der Tribüne der Gensunger Kreissporthalle hatten knapp 50 Sponsoren des heimischen Handball-Oberligisten Platz genommen.

Ein dankbares Publikum, das den Erklärungen des Coaches interessiert folgte. Dabei erfuhr, dass ein modernes Aufwärmtraining bereits kommunikative und spielerische Elemente enthalten sollte, wie beim Einwerfen der Torhüter Spitzigkeit und koordinative Fähigkeiten der Schützen nicht zu kurz kommen, welchen Nutzen ein Intervalltraining mit höchster Belastung in kürzester Zeit hat. Alles unter der Prämisse, die begrenzte Trainingszeit optimal zu nutzen.

Mehr noch als Kauffelds Ausführungen schienen die Freunde und Gönner des Clubs die gleichzeitige Demonstration der Spieler zu überzeugen. Da war Zug drin, keine Frage. Also gab‘s am Ende sogar Applaus, den der „Chef“ an seine Jungs weiter gab. Und erklärte: „Wenn‘s bei uns einen Schritt nach vorn gehen soll, muss das im Training beginnen.“

Ja, es soll wieder nach vorn gehen beim ehemaligen Zweitligisten. „Gensungen muss wieder ein Aushängeschild für Nordhessen werden und dazu brauchen wir den Aufstieg in die 3. Liga“, bringt Ingo Lange von der Stadtsparkasse Felsberg die Erwartungen der Sponsoren auf den Punkt. Von 100 eingeladenen waren fast die Hälfte zum ersten Edertaler Sponsorentreffen dieser Art gekommen. Und schwelgten natürlich in alten glorreichen Gensunger Zeiten, ohne dabei die Zukunft durch zuviel Nostalgie aus den Augen zu verlieren. Im Gegenteil. Michael Stahl, der Sportliche Leiter, spürte gar Ansätze einer Aufbruchstimmung rund um die „Hölle Nord“: „Die Leute sind neugieriger als früher, positiv gespannt darauf, was die Saison bringen wird.“ Und, genau so wichtig, die Tendenz der finanziellen Unterstützung für den Club, ist nach mageren Jahren wieder „leicht positiv“.

Seit ca. 1968 als wohl dienstältester Sponsor dabei: ESG-Fan Karl-Heinz Gräser, langjähriges Vorstandsmitglied der VR-Bank Schwalm-Eder, der derlei Engagement nie an sportlichen Erfolg gekoppelt hat. Und auch jetzt der teilweise neu formierten Mannschaft Zeit geben will: „Ich glaube nicht, dass es gleich im ersten Jahr mit dem Aufstieg klappt, aber ein Platz unter den ersten vier sollte es schon werden.“

Ziel 3. Liga

Die Genossenschaftsbank ist einer von sechs Trikotsponsoren (daneben noch Stadtsparkasse Felsberg, EAM, F-H Fröhlich, Hessisches Löwenbier und Jeld-WEN Deutschland). Als Hauptsponsor unterstützt die Raiffeisen-Warenzentrale Kurhessen-Thüringen GmbH den Verein. Für Geschäftsführer Reiner Stieglitz auch eine Standortfrage. „Weil ich hier zu Hause bin“, sagt der Rhündaer. Was natürlich ebenso für sein Unternehmen gilt, selbst wenn das Deutschland weit agiert. Und den Edertalern auch mit Ausbildungsplätzen - zwei pro Jahr - hilft. Ein Gewinn für beide Seiten.. Denn: „Wer diese Mannschaftssportart so intensiv ausübt, der ist kooperativ und hat auch gute Führungseigenschaften.“

Constanze Discher zählt sich selbst zur großen Zahl der „Kleinsponsoren“ angesichts des Betrags, den die Gemeinschaftspraxis Rudolff/Discher/Schmidt/Günther jedes Jahr zur Verfügung stellt. Andererseits ist ihr langjähriges Engagement (zusammen mit Meinhard Rudolff) als ehrenamtliche Mannschaftsärztin kaum zu bezahlen.

Aber irgendwie typisch für einen Traditionsverein, wo offensichtlich wieder angepackt wird. „Wir müssen ganz viele sein, um hier wieder etwas bewegen zu können“, beschreibt die Fachärztin für Allgemeinmedizin mit sportmedizinischer Zusatzausbildung das alte und neue Erfolgsrezept. Dazu gehört auch, die Spieler ab und an mal im Training schwitzen zu sehen.

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