Arbeitssieg, der weiter hilft

Oberliga: Gensungen/Felsberg gibt sich gegen Schlusslicht mit 32:27 zufrieden

Auf ihn war Verlass: ESG-Linksaußen Jan Pollmer, der gegen den TuS Griesheim zehn Mal traf. Foto: Hahn

Gensungen. Wenn ein Trainer in den letzten sechs Minuten zwei Auszeiten nimmt, lässt das gemeinhin auf ein enges Spiel schließen.

So eng, dass es möglicherweise durch einen Eingriff von außen entschieden werden könnte. Beim 32:27 (17:12) der ESG Gensungen/Felsberg war das nicht der Fall. Im Gegenteil. Als Arnd Kauffeld die Seinen zu sich bat, ging es eigentlich nur um die Höhe des angepeilten Sieges des heimischen Handball-Oberligisten. Und darum, sich vom Schlusslicht Griesheim noch gebührend abzusetzen. Was letztlich nicht gelang. Also hielt sich der Jubel über den dritten Erfolg in Folge in Grenzen. „Ein Arbeitssieg, der uns weiter hilft, bei dem aber Licht und Schatten eng beieinander lagen“, resümierte der ESG- Coach.

Starke Leistungsschwankung der ESG

Belege für seine eher reservierte Beurteilung lieferten seine Schützlinge zuhauf. Vince Schmidt etwa. Der Rückraumspieler schloss in der 50. Minute eine geniale Kombination, bei der die Gäste-Deckung nach allen Regeln der Kunst ausgespielt wurde, zum 28:22 ab. Um beim nächsten Angriff, einem Tempogegenstoß, den Ball völlig freistehend an die Latte zu hämmern. Oder Mark Pottfhof. „Ich bin gut reingekommen, habe dann aber stark nachgelassen“, brachte der erfahrene Rückraumrechte seine Leistungsschwankungen auf den Punkt. Seine zwei Treffer zum 15:9 (26.) deuteten auf eine frühe Vorentscheidung hin, die aber aufgrund von Fehlpässen (nicht nur des Ex-Korbachers) und vergebenen Chancen immer wieder vertagt werden musste. Bis Kreisläufer Koch in Überzahl das 27:20 (48.) gelang.

Dabei hatten sich die Gastgeber taktisch gut auf die höchst offensive 3:2:1-Deckung der Südhessen eingestellt: Erst spielten die Rückraumstrategen Franco Rossel und Vince Schmidt ihre Wendigkeit aus, dann wurden per Übergänge an den Kreis die sich bietenden Räume in der Nahwurfzone genutzt, ehe auch die Außen verlässlich trafen.

Abstiegskampf geht weiter

Eine spielerische Überlegenheit, die eigentlich in einen Kantersieg hätte münden müssen, zumal auch Torwart Marc Lauterbach gut aufgelegt war. Dem standen eigene Unkonzentriertheiten im Weg. „Wir haben es nicht geschafft, unser Spiel durch zu ziehen. Da war phasenweise der Schlendrian drin“, bekannte Jan Pollmer. Dabei zählte der Linksaußen zu den (wenigen) festen Größen in seinem Team, leistete sich im Abschluss bei fünf Feldtoren nur einen Fehlwurf und profilierte sich als sicherer (und variabler) Siebenmeterschütze.

Damit trug der 29-Jährige maßgeblich zur elften TuS-Niederlage in Folge bei, wohl gleichbedeutend mit dem Abstieg des Traditionsvereins. „Wir brauchen ein Wunder“, schätzte Trainer Ronald Bausch die Lage im Abstiegskampf realistisch ein. Die Gensunger haben sich dagegen im neuen Jahr etwas frei gespielt. Bis zur Entwarnung ist es aber noch ein langer Weg, der durch den Ausschluss des Schlendrians verkürzt werden könnte. Gensungen/Felsberg: Lauterbach (23 Paraden/27 Gegentore), Wicke (n.e.);Bauer, Rossel 2, Gerhold 3, Balke 1, Hütt 2, Schmidt 3, Potthof 2, Pregler 2, Schneider, Koch 4, Walther 3, Pollmer 10/5. Griesheim: Bolling (9/30), Martin (8.-11., 0/2); Steinmetz 4, Kupzog 2, Patrzalek 3/2, Türke 1, Ochse, Hawelky 1, Wesp 1, Rohaly 7, Friedrich, Werkmann 3, Ahrensmeier 5, Voegele. SR: Eichner/Henkel. Zeitstrafen: 2:8-Minuten. Siebenmeter: 5/5:2/2. Zuschauer: 250.

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